Wie Roboter gegen COVID-19 schon jetzt eingesetzt werden

Zum tatsächlichen Einsatz von Robotern im Kampf gegen das Coronavirus, über den wir schon geschrieben haben, kann Prof. Dr. Murphy aus Texas etwas konkreter berichten und tat dies bei IEEE Spectrum. Murphy ist Professorin an der Texas A&M University, sowie Direktorin des Center for Robot-Assisted Search and Rescue (CRASAR). Sie kennt sich mit Robotern im Einsatz bei Katastrophen also durchaus aus.

Im nachfolgenden Bild ist eine interessante Übersicht zu sehen, in wie vielen Ländern denn nun wirklich schon Roboter für welche Zwecke eingesetzt werden. Roboter sind dabei in fünf Anwendungsbereiche eingeteilt, deren konkrete Aufgaben jeweils in der Spalte von oben nach unten in absteigender Häufigkeit einsortiert sind.

Tatsächlicher Einsatz von Robotern im Kampf gegen COVID-19 in fünf Kategorien, jeweils von oben nach unten in abnehmender Häufigkeit. [R. Murphy, V. Gandudi/Texas A&M; J. Adams/Center for Robot-Assisted Search and Rescue]

Erstaunlicherweise sind in den meisten Ländern (in insgesamt 16) Roboter im Einsatz, die sich im öffentlichen Raum bewegen und dort zum Beispiel helfen, Quarantäne-Maßnahmen durchzusetzen (am häufigsten) oder öffentliche Plätze zu desinfizieren. Das finde ich in sofern erstaunlich, dass a) der öffentliche Raum für Roboter potentiell die komplizierteste und unsicherste Umgebung ist und b) mir in Deutschland diese Vorstellung doch im Moment noch eher fremd erscheint.

In der nächst-häufigen Kategorie, klinische Pflege, sind auch Roboter zum desinfizieren verbreitet sowie – wie wir schon orakelt habenTelepräsenzroboter. Eine weitere stark vertretene Klasse von Robotern, die gleich in drei Anwendungsfällen (die drei rechten Spalten in der Grafik) vertreten ist: Lieferroboter.

Unabhängig von dem tatsächlichen Einsatz des Roboters merkt Dr. Murphy allerdings noch an, dass die unmittelbar nützlichsten Roboter ohnehin einfach diejenigen sind, die es schon gibt und an deren Nutzung sich die Menschen schon gewöhnt haben.

The most effective robots right now, she adds, are the robots that already exist, that people are already comfortable using, that have low activation energy, and that can scale up to be immediately useful.

Dr. Robin Murphy

Mehr dazu findet sich im lesenswerten (englisch-sprachigen) Artikel bei IEEE Spectrum – New Consortium Mobilizes Roboticists to Help With COVID-19 and Future Crises, sowie noch ausführlicher und mit wissenschaftlichen Belegen bei roboticsforinfectiousdiseases.org.

Jaaa, er lebt noch!

Nein, gemeint ist hier nicht der Holzmichl, sondern mein erster Staubsaugerroboter. Am 7. August 2009 habe ich meinen Roomba 580 gekauft. Damit war ich schneller als Arne, was auf botzeit gut dokumentiert ist, und er tut heute noch seinen Dienst. Wie in jeder Beziehung hat auch meine Geschichte mit Roomba Höhen und Tiefen erfahren.

Der gute alte 580
Wie man sieht, hat dieser 580 so einige Duelle mit meinen Fußleisten und Möbeln ausgefochten.

Anfängliche Wutanfälle

Bis sich der neue Roboter an seine neue Umgebung gewöhnt hat, dauert es eine Weile. Das kann dazu führen, dass ein nicht kompatibler Teppich unweigerlich die Wohngemeinschaft verlässt, nachdem er von Roomba spontan zerpflückt worden ist. Einen ähnlichen Fall hat Arne ja beispielsweise hier dokumentiert. Aber diese Phase ging bei uns schnell vorbei und es kehrte bald Harmonie ein.

Der Akku – Plötzliche Appetitlosigkeit

Etwa alle anderthalb Jahre verliert der kleine seinen Appetit und wirkt etwas launisch und kraftlos. Das heißt, Roomba lädt nicht mehr richtig und saugt auch nicht mehr die ganze Wohnung. Das ist dann für mich das Zeichen, wieder einmal einen neuen Akku zu kaufen. Den gibt es bei einem wohlbekannten börsennotierten Onlineversandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette. Diverse Anbieter verkaufen Nachbauten um etwa 30 €. Originale gibt es für etwas mehr Geld. Bisher habe ich noch nie ein Problem mit den Nachbauten gehabt.

„Fehler 9“ – Das verflixte siebte Jahr

Unsere schwerste Krise hatten wir — ganz klassisch — im verflixten siebten Jahr. Urplötzlich drehte Roomba buchstäblich am Rad und bewegte sich nur noch im Kreis. Es stellte sich heraus, dass es an einer altersschwachen Infrarot-Diode und / oder einem altersschwachen Fototransistor lag. Die Diode und der Transistor bilden das Herzstück der Bumper. Sie lassen Roomba erkennen, dass er gegen ein Hindernis gefahren ist. Die besagte Symptomatik ist auch als „Fehler 9“ bekannt. Es kann mit etwas handwerklichem Geschick, etwas Zeit, einem Schraubendreher und einem heißen Lötkolben für unter 5 € behoben werden. Also habe ich mir eine Flasche Bier aufgemacht und meinen Roomba damals nach der Reparaturanleitung von Andy Dunkel (vielen Dank!) kuriert:

Roomba Fehler 9–Reparaturanleitung

Wer schon einmal bei einem Neuwagen nach ersten paar tausend Kilometern ein Abblendlicht gewechselt hat, der ahnt was jetzt kommt. Richtig, weniger als ein Jahr später hat Roomba einen Rückfall. Die gleiche Symptomatik, mit anderer Drehrichtung… Als ich den kleinen aufgeschraubt und bis auf seine intimsten Platinen zerlegt hatte, hätte ich gleich auch den anderen Bumper reparieren sollen. Glücklicherweise hatte ich ein paar Dioden und Fototransistoren extra gekauft. Bier war auch noch im Kühlschrank…

Hat er einen anderen?

Seit dem läuft es eigentlich gut in unserer Beziehung. Wenngleich ich zugeben muss, hin und wieder mal mit meinen Gedanken „bei einem anderen“ zu sein. Beim HiWi Job im Studium durfte ich an Sparse Visual SLAM Algorithmen mit Omnidirektionalen Kameras mitentwickeln. Die habe ich dann auf einem Pioneer Roboter erprobt. Dann habe ich bei einem großen Technologieunternehmen in der Entwicklungsabteilung genau daran weitergearbeitet. Obwohl ich heute in einem etwas anderen Teilgebiet der Robotik unterwegs bin, könnte ich mir einen neuen Staubsaugerroboter kaufen, der das alles mitbringt. Das juckt mich natürlich schon…

Dennoch bleibe ich meinem alten Roboter treu. So lange er noch tut, bleibt er der einzige Staubsaugerroboter in meinem Leben.

Reparier‘ Deinen Staubsaugerroboter

Vielleicht eine gute Beschäftigung an einem langweiligen Abend in Covid-19-Isolation? Wenn Du noch einen alten Roboter rumstehen hast, versuche ihm doch wieder Leben einzuhauchen.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann saugt er die Wohnung auch morgen noch…

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Welchen Staubsaugerroboter?

Ich bin nach wie ganz begeistert von meinem Roomba 560, den ich mir vor etwa anderthalb Jahren zugelegt habe und der ja jetzt auch wieder voll einsatzfähig ist. Welchen Staubsaugerroboter sollte ich mir denn jetzt zulegen, wenn ich mir einen neuen kaufen wollte? Sollte ich beim Roomba bleiben? (mein Modell, den 560, gibt es ja nicht mehr, aber entsprechende Nachfolgermodeller) Oder gibt es mittlerweile bessere Modelle mit ähnlichem Preis-/Leistungs-Verhältnis?

Ich frage nicht (primär) für mich, sondern für ein Freundin, die mich danach gefragt hat.

Also: Gibt es gute Alternativen zum Roomba? Ich bin für alle Tipps, Erfahrungsberichte und Kommentare dankbar. Welche Modelle kommen in Frage?

PS: Die Kommentarfunktion ist im Moment offenbar defekt. Ich arbeite dran. Bis dahin Kommentare auch einfach per mail an botzeit@ohmpage.org

[Linkdump] Robotik als Religion, Staubsaugerroboter und Google

Lange habe ich keine Linksammlung mehr eingestellt, dafür kommen hier aber ein paar wirklich tolle Artikel der letzten zwei Monate: Ein Interview, religiöse Robotik und ein Staubsaugerroboter in der echten Welt …

  • Tauchroboter „Ferngesteuerte Roboter […] können zur Erschließung neuer Ölfelder vor den Küsten eingesetzt werden“. Ein Beitrag im aktuellen Kontext der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zum Einsatz von Tauchrobotern, die zwar Vorteile bieten und tiefer tauchen können als Menschen, aber zum Teil auch achtköpfige Bedienungsmannschaften erfordern.Baumarkt in der Tiefe(Süddeutsche, Alexander Stirn, 19. Juni 2010)
  • Robotik als Religion In der New York Times schreibt Jaron Lanier von der University of Southern California einen Artikel unter dem bezeichnenden Titel The First Church of Robotics, die erste Kirche der Robotik. „The influential Silicon Valley institution preaches a story that goes like this: one day in the not-so-distant future, the Internet will suddenly coalesce into a super-intelligent A.I. […] it will become alive in the blink of an eye, and take over the world before humans even realize what’s happening.“The First Church of Robotics(New York Times, englisch, Jaron Lanier, 9. August 2010)
  • Haushaltshilfe Für Welt-Online macht Familienvater Clemens Wergin den Test, einen Staubsaugerroboter in die Familie und den Haushalt einzuführen. Ausgesucht hat er sich einen von Samsung, weil dieser der Intelligenteste sei, mit seinem
    „Visionary Mapping System“ und der „beeindruckende[n] Zahl von Sensoren“. Der Test ist interessant zu lesen, weil er zeigt, wo Roboter nach wie vor scheitern: In der echten Welt, in der Kabel und andere Gegenstände rumliegen und in der der Roboter von Menschen bedient wird, die nicht an der Programmierung beteiligt waren oder geschult wurden. Unterhaltsam zu lesen.Saugroboter – im Bewährungstest knapp gescheitert(Welt Online, Clemens Wergin, 27. Juni 2010)
  • Interview Der US-Politologe Peter W. Singer (siehe Buch-Review Wired for War) sieht in Militärrobotern eine ähnlich große Veränderung für die Kriegsführung – und eine ähnlich unkalkulierbares Risiko – wie durch die Atombombe. Matthias Kolb führt mit ihm für die Süddeutsche ein Interview.Wenn Roboter das Schlachtfeld übernehmen(Süddeutsche, Matthias Kolb, 12. August 2010)
  • Google hat die deutsche Firma Microdrones gekauft, die zivile ferngelenkte Drohnen entwickelt. Die Spekulationen schießen seitdem – gerade im Zusammenhang mit der aktuellen StreetView-Debatte – aus dem Boden. Spekuliert wird unter anderem über detailliertere Aufnahmen oder sogar Live-Aufnahmen von wichtigen Plätzen.Google dementiert Berichte über geplanten Drohnen-Einsatz(Spiegel Online, Frank Patalong, 9. August 2010)

Über Hinweise zu lesenswerten Artikeln freue ich mich jederzeit. Entweder per Kommentar oder per E-Mail an botzeit@ohmpage.org

Ein Schritt in Richtung Bügelroboter

Ein weiterer Schritt in Richtung Haushalts-Wäsche-Bügelroboter, dem vermutlich meistgewünschten Roboter, ist jetzt der University of California in Berkeley und Willow Garage gelungen. Das folgende Video zeigt den Roboter PR2, wie er Wäsche aufnimmt und sie anschließend ordentlich faltet und zusammenlegt:

PR2 faltet Handtücher

Die Aufgabe, die der PR2 dort erfüllt, ist dabei alles andere als trivial. Wie im Zeitraffer zu sehen, muss der Roboter nach dem Aufhaben eines Handtuchs erst einmal die Geometrie des Stoffstückes verstehen. Der Roboter hat kein Modell des Handtuchs, sondern lernt es durch Betrachtung, durch Drehen und Wenden. Anschließend setzt er dies in entsprechend Schritte zum Falten und Stapeln des Handtuchs um und streicht es zum Schluss noch liebevoll glatt. Der PR2 ist dabei erstaunlich robust und zuverlässig:

The reliability and robustness of our algorithm enables for the first time a robot with general purpose manipulators to reliably and fully-autonomously fold previously unseen towels, demonstrating success on all 50 out of 50 single-towel trials as well as on a pile of 5 towels.

Via Planet Robotics.

50 Jahre in der Robotik

Vom 3. bis zum 8. Mai treffen sich Robotik-Experten aus aller Welt zur wohl bedeutensten Konferenz auf diesem Gebiet: der International Conference on Robotics and Automation (ICRA). Sie findet in diesem Jahr in Anchorage in Alaska unter dem Oberbegriff „50-Years of Robotics“ statt. Auch Botzeit blickt diesem Jubiläum entgegen.

Das US-Patent mit der Nummer 2988237 ist auf den 13. Juni 1961 datiert. Es beschreibt die Erfindung eines elektromechanischen Apparates zur Handhabung von Werkstücken durch George Charles Devol. George Devol wird damit heute auch der Erfinder des weltweit ersten Industrieroboters genannt. Bislang erfolgte die Handhabung von Werkstücken zwischen benachbarten Förderbändern laut Patentschrift vornehmlich manuell oder mithilfe von Nockensteuerungen. Der Roboter verband die Vorteile beider Varianten. Er war genau wie die manuelle Arbeitskraft flexibel für wechselnde Aufgaben einsetzbar. Zugleich erlaubte er aber auch eine Automatisierung monotoner, ständig wiederkehrender Prozesse.

Ein halbes Jahrhundert später lassen sich Roboter aus der industriellen Fertigung nicht mehr wegdenken. Auf der Hannover Messe und der Automatica präsentieren zahlreiche Roboterhersteller ihre Produkte. Die wachsende Verfügbarkeit und der sinkende Preis von Hardwarekomponenten ermöglichen heute den Einsatz von Robotertechnologie darüber hinaus in der Medizintechnik, in der Brand- und Kampfmittelbekämpfung, bei der Inspektion von Bauwerken und sogar der Erkundung ferner Planeten. Der Fortschritt geht so schnell voran, dass es schwierig wird, passende Begriffe für alle Formen bereits existierender Roboter zu finden. Es bleibt spannend zu verfolgen, was die kommenden 50 Jahre an Entwicklungen bringen werden. Die jüngste Vergangenheit macht deutlich, dass dringender Bedarf besteht, neben der Technologie, die Beantwortung ethischer Fragestellungen in der Robotik voranzutreiben. Die ersten Roboter finden bereits heute Einzug in unsere Wohnungen. Sie nehmen beispielsweise in Form eines Staubsauger-Roboters erste Aufgaben im Haushalt war. Wer sich mit Robotik beschäftigt kennt, vielleicht auch die Bitte von Bekannten und Verwandten doch endlich einen Roboter zu bauen, der die Spühlmaschine einräumt oder die Wäsche bügelt.

In diesem Sinne möchten wir anlässlich des bevorstehenden Jubiläums einladen, diesen Blogeintrag mitzugestalten. Wenn Ihr auf Eurem Weg durchs Web über diese Zeilen lest und euch die Bitte nach dem Geschirr-Roboter oder dem Bügel-Roboter bekannt vorkommt, dann hinterlasst doch kurz einen Kommentar auf dieser Seite. Gleiches gilt für Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Was ist euch lästig im Haushalt und könnte auch ruhig ein Roboter erledigen?

evolution robotics Mint

Seit seiner Vorstellung auf der CES 2010 in Las Vegas ist der Roboter Mint von evolution robotics in aller Munde und hat es sogar in Deutschland damit in die Mainstream-Presse geschafft (Zeit Online). In jedem Artikel über ihn ist er angepriesen als Konkurrenz für den iRobot Roomba und iRobot Scooba. Vermutlich, weil dies für Journalisten die einfachste Art ist, dem Leser den Roboter zu beschreiben und eine Assoziation zu geben. Ob der Mint wirklich eine ernsthafte Konkurrenz darstellt, ist aufgrund der ersten Berichte nicht ganz nachzuvollziehen (ich persönlich habe ihn noch nicht in der Hand gehalten).

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Der Haushaltsroboter Mint (Foto: evolution robotics)

Wir wissen, dass evolution robotics in Sachen Robotik und Objekterkenung über enorme Expertise verfügt. Wir wissen auch, dass evolution robotics mit NorthStar eine lang entwickelte Lösung zur Lokalisierung 1 besitzt, die auch in dem Mint eingesetzt wird. Wie praktikabel diese Lösung aber für den unbedarften Endnutzer ist, ist fraglich.

Mit NorthStar wird über einen Infrarotprojektor ein Muster an die Zimmerdecke projiziert, über das sich der Roboter die ganze Zeit zurechtfinden kann. Der Vorteil gegenüber dem iRobot Roomba ist hier, dass der Roboter nicht in Zufallsmustern das Zimmer säubert, sondern gezielt und damit der Theorie nach effizienter und schneller das Zimmer säubern kann.

Als weitere Unterscheidung von den Haushaltsrobotern von iRobot verfügt Mint über eine Vorrichtung, um den Roboter entweder mit einem Tuch zum Staubwischen oder einem Putzlappen zum Wischen auszustatten. Die Tatsache, dass der Mint keine Saugeinheit zum Auffangen des Staubs und keinen Wassertank zum Wischen hat, sondern sich beim Säubern lediglich auf die untergeschnallten Tücher verlässt, macht mich skeptisch.

Fraglich ist außerdem, wie Mint mit mehreren Räumen zurechtkommt. Benötigt er dann einen Infrarot-Projektor pro Raum? Dass Mint nicht allein zur Ladestation zurückfährt, ist ein weiterer Punkt, der mich skeptisch macht.

Insgesamt ist es schön zu sehen, dass mehr und mehr Unternehmen in das Haushalts-Roboter-Segment einsteigen. Dass sich der Markt öffnet und der Marktführer iRobot etwas angeknabbert wird, kann nicht schaden. Inwieweit Mint sich wirklich durchsetzt, wird sich zeigen müssen. Die genannten Punkte erwecken in mir den Eindruck, dass trotz des niedrigeren Preises das Preis-Leistungs-Verhältnis hinter dem des Roomba zurücksteht. Zugegebenermaßen bin ich allerdings auch nicht ganz objektiv, da ich einen Roomba besitze und seitdem ein großer Roomba-Fan bin. Und schick ist der Mint ja zweifellos.

Der Mint in Aktion

Mein Roomba

Seit vorgestern besitze ich einen iRobot Roomba und habe ihn bereits vollständig in mein Herz geschlossen. Meine Wohnung ist jetzt sauberer als sonst und ich habe nicht nur dafür keinen Finger rühren müssen, sondern habe zusätzlich dazu einen autonomen Roboter in meiner Wohnung rumdüsen. Fantastisch!

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Roomba 560

Ich habe mich für den Roomba 560 entschieden, weil dieser auf­grund der ak­tu­el­len Preis­schwan­kun­gen bei Ama­zon kurzfristig deutlich reduziert war. Was ihm ge­gen­über dem teu­re­ren Modell Room­ba 580 fehlt, ist glaube ich im We­sent­li­chen die Fern­be­die­nung. Der Roomba 560 kommt mit Timer und mit zwei Virtual Wall Lighthouses, die ich − wie gesagt − gegenüber den einfachen Virtual Walls em­pfeh­le.

Folgerichtig wurde ich heute und gestern morgen von einem Roomba geweckt, der sein Tagewerk mit einem freudigen Piepsen und ansurrenden Bürsten begann. Das geschah na­tür­lich nicht unabsichtlich, den Timer hatte ich bewusst so eingestellt − zu meiner Freude am Morgen.

Es ist ganz erstaunlich, wie schnell der Roomba eine Zimmerfläche vollständig abgegrast hat, selbst wenn das Zimmer verwinkelt und mit zahlreichen Möbeln verstellt ist. Der Roomba benutzt dabei im Wesentlichen drei verschiedene Bewegungsmuster, die er im Wechsel je nach Situation wählt, um das Zimmer zu erschließen:

  1. Spiralförmig in der Mitte des Zimmers
  2. Zick-Zack durchs Zimmer
  3. Die Wand entlang (mal linksrum, mal rechtsrum)

Ich empfehle, die erste Säuberung in jedem Zimmer mit wachem Auge zu begleiten, um das zu tun, was man auch sonst beim manuellen Staubsaugen tut: Kleinteile aus dem Weg räumen. Roomba hat zwar auch mit kleinen Teilen wie Schrauben, kleinen Notizblöckchen usw. keine Probleme, diese landen in seinem Auffangbehälter. Man sollte es allerdings möglichst nicht riskieren, dass er sich an diesen Teilen doch verschluckt und vor allem auf Papierschnipsel und Kabel/Fäden achtgeben.

Der Roomba ist durch seine Höhe von knapp zehn Zentimetern auch in der Lage, unter die meisten Schränke, Betten und Sofas zu krabbeln. Ich habe daher bei dem ersten Lauf meines Roombas den Bereich unter meinem Bett zur Vorsicht mit einer Virtual Wall abgesperrt. Allerdings hauptsächlich, da ich annehme, dass der Roomba ansonsten in Streik getreten wäre oder eine Versetzung beantragt hätte.

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Selbstständig zurück zur Basisstation

So hat der Roomba jetzt bereits zweimal via Timer seine Tour durch die Wohnung begonnen und mehrere Füllungen seines Staubbehälters aus der Wohnung befördert. Nach jeder Reinigungstour, die ich mit den Virtual Wall Lighthouses grob vorgegeben habe, kehrt er selbstständig zu seiner Basisstation zurück, um sich aufzuladen und auf den nächsten Start zu warten. Mit den Virtual Wall Lighthouses teilt man Roomba die Trennung zwischen einzelnen Räumen mit. So bleibt Roomba dann ungefähr 20 bis 25 Minuten in einem Raum und wechselt dann selbstständig in den nächsten. Zum Ende dienen die Lighthouses dem Roomba dazu, den Rückweg zu rekonstruieren und somit sicher zur Basisstation zurückzufinden.

Zu Beginn habe ich dem Roomba eigentlich die ganze Zeit zugesehen, habe die verschiedenen Reinigungsmuster beobachtet und war damit beschäftigt, ihm Hindernisse in den Weg zu stellen und zu sehen, wie er sich aus den Situation freifährt. Nachdem ich das eine verrückt lange Zeit getan habe, habe ich ihm die Küche überlassen und habe mich zurück an die Arbeit begeben. Die ganze Zeit das leise Surren im Ohr und immer die hörbare Rückmeldung, wenn er gerade wieder in der Ecke der Küche angekommen war, in der bei mir die Pfandflaschen auf dem Boden stehen. *kling* *pling*

Als ich ihn später ins Badezimmer setzte − eine ziemlich kleine Bodenfläche − schloss ich die Tür, damit er dort in Ruhe reinigen kann, ohne versehentlich den Raum zu verlassen, hier hatte ich nämlich noch kein Lighthouse aufgestellt. Nach ca. 10 Minuten hörte ich, wie Roomba sich abschaltete und mir durch ein fröhliches Piepen signalisierte, dass er den Raum nun für sauber befindet und bereit für den nächsten Raum ist.

Man, ist der Roomba cool!

iRobot trotzt der Krise

Der US-amerikanische Roboterhersteller iRobot − bekannt vor allem für den Staubsaugerroboter Roomba − hat positive Zahlen für das erste Quartal 2009 gezeigt und trotzt damit der Krise. Die Zahlen sind sogar noch besser als ursprünglich erwartet.

Dementsprechend wurden Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und die kommenden Quartale nach oben korrigiert. Grund dafür sind die gesteigerte Nachfrage nach Haushaltsrobotern (vor allem in Europa) und die Erwartung einer Vertragsunterzeichnung mit dem Defense Department der USA über rund 17 Millionen US-Dollar.

I am pleased to report first-quarter results significantly ahead of expectations on both top and bottom lines in a very challenging environment. We continue to see strong demand for our home robot products overseas

Colin Angle, CEO von iRobot

Alle Zahlen des ersten Quartals von iRobot gibt´s hier: iRobot Reports First-Quarter 2009 Results, 22 April 2009.

Via robotstocknews.

Robot Hall of Fame 2009

Die Carnegie Mellon University hat die diesjährigen Rekruten der Robot Hall of Fame vorgestellt. Alljährlich werden dort fiktive und reale Roboter aufgenommen, die sich in besonderer Weise hervorgetan haben.

In diesem Jahr wird folgenden Robotern diese Ehre zuteil:

  1. NASA Mars-Rover Spirit und Opportunity 1 – Die beiden US-amerikanischen Mars-Rover, die sowohl in ihrer Lebensdauer als auch in den daraus erhaltenen Ergebnissen alle Erwartungen weit übertroffen haben. Zwei wahre Kämpfer, die beeindruckend den wideren Bedingungen des Mars trotzen.
  2. iRobot Roomba 2 – Der bislang populärste und erfolgreichste aller Haushalts-/Serviceroboter. Seit 2002 wurde er über 2,5 Millionen mal verkauft und saugt seitdem weltweit fleißig die Böden seiner Käufer.
  3. DaVinci Medical Robot 3 – Ein Medizin-Roboter für minimal-invasive Operationen; bereits über 200-fach im Einsatz. Der Roboter macht nichts eigenständig, sondern überträgt die Bewegungen des Chirurgen in winzige und präzise Bewegungen mit Werkzeugen, die über lediglich 1 cm große Löcher in das Innern des Patienten eingeführt werden und dort operieren.
  4. Huey, Dewey und Louie – Die drei Roboter aus dem Film Lautlos im Weltraum (Originaltitel Silent Running) aus dem Jahr 1971.
  5. T-800 Terminator – Der von Arnold Schwarzenegger gespielte Terminator aus dem ersten Terminator-Film von 1984. Endlich in diese Liste aufgenommen, Hasta la vista, baby!

Glückwunsch!

Erneut überwiegen (zu Recht) die realen Roboter den fiktionalen Ausgezeichneten. 2008 waren Raibert Hopper, NavLab 5, LEGO Mindstorms und Lt. Cmdr. Data ausgezeichnet worden.