Heute live: Erweiterung der Produkpalette von Boston Dynamics‘ Spot

Am heutigen Dienstag, den 2. Februar stellt Boston Dynamics um 17 Uhr europäischer Zeit in einem Live-Event die erweiterte Produktlinie ihres Vierbeiners Spot vor. Noch ist nicht viel dazu bekannt. Wer mehr wissen will, sollte sich in das Event einklinken, dass zum genannten Zeitpunkt live bei Youtube übertragen wird. Und zwar hier: Launch Event: Meet Spot’s Expanded Product Line (2. Februar 2021, 17:00 Uhr)

Hier der Tweet mit der Ankündigung und einem gewohnt professionellen Trailer zum Event:

Do You Love Me?

Boston Dynamics ist – natürlich – von Anfang an immer mal wieder in bei uns Thema gewesen: 2009 mit dem abgefahrenen Video von BigDog und ersten Videos vom Zweibeiner PetMan, Anfang dieses Jahres dann mit Gymnastikübungen von dem Humanoiden Atlas, und schließlich im September mit dem Verkaufsstart von Spot.

Was Boston Dynamics heute zeigt ist aber einfach ein Brett und so unfassbar gut! Die Bewegungen der Roboter sind so flüssig und dynamisch, dass ich mich mehrfach während des Videos daran erinnern muss, dass es weder CGI noch ein Mensch in Roboterkostüm ist:

Tanzvideo von Boston Dynamics

I’m back to let you know I can really shake ‚em down

Unglaublich gut!

Weihnachtsparties abgesagt? Nicht für Roboter!

Frohe Weihnachten wünschen die Roboter vom Karlsruher FZI.

Wie in jedem Jahr haben auch in diesem Jahr – trotz der widrigen Umstände – Robotiklabors und -firmen rund um die Welt weihnachtliche Geschichten und Videos mit Robotern produziert. Bei IEEE Spectrum Automaton gibt es eine ansehnliche Sammlung von Videos, hier nur eine kleine Auswahl davon:


Dass Weihnachtsparties in diesem Jahr zuhauf ausfallen, muss Roboter nicht stören, wie das Karlsruher FZI zeigt. Da kümmern sich die Roboter eben selber um die gemütliche und weihnachtliche Stimmung:

Weihnachtsparties abgesagt? Nicht für Roboter!

Ein wiederkehrendes Thema in den Weihnachtsvideos im amerikanischen Raum ist, wie den fleißigen Weihnachtselfen die monotone Arbeit abgenommen oder zumindest erleichtert werden kann:

FANUC erleichtert Weihnachtselfen die Arbeit
Auch Robotiq hilft den Weihnachtselfen

Außerdem hilft ein Spot-Roboter einem einfallsreichen Hund gegen die Langeweile in den Weihnachtstagen:

Spot hilft gegen Langeweile

Und zum Schluss noch eine weihnachtliche Quadrokopter-Choreografie:

Weihnachtliche Quadrokopter-Choreografie

Noch mehr weihnachtliche Videos von und mit Robotern gibt es bei IEEE Spcetrum Automaton.

Frohe Weihnachten und schöne Feiertage!

IROS 2020 wird virtuell und komplett kostenlos

IROS 2020 On-Demand

Eigentlich sollte die IROS, neben der ICRA die wohl wichtigste Robotik-Konferenz, in diesem Jahr im Oktober in Las Vegas stattfinden. Eigentlich. Natürlich macht der neuartige Coronavirus diesem Plan einen Strich durch die Rechnung, wie zuletzt schon der ICRA und auch der ROSCon und vielen anderen Konferenzen weltweit.

Die gute Nachricht ist aber: sie findet virtuell statt, als IROS 2020 On-Demand. Und noch besser: sie ist komplett kostenlos.

Mit der kostenlosen Registrierung gibt es Zugang zu allen technischen Vorträgen, Panel-Diskussionen, Keynotes, Workshops, Tutorials, etc. Wenn ich es richtig verstehe, gibt es damit auch kostenlosen Zugriff auf die Proceedings bei IEEE und damit auf alle Konferenzbeiträge in schriftlicher Form.

Es lohnt also, sich zu registrieren und zwar hier: IROS 2020 Sign-Up. Am 25. Oktober 2020 geht’s los und geht bis zum 25. November.

Gisela im Bikini

Dieser Artikel wird weniger schlüpfrig als es der Titel verspricht. Gisela ist nämlich ein Roboter und mit Bikini ist das Bikini Berlin gemeint, also ein Einkaufszentrum. Dort steht, wie mich eine Freundin vor einigen Tagen aufmerksam gemacht hat, ein Roboter, der Spielzeugroboter zusammensteckt und verkauft.

Der sogenannte Workerbot hat zwei 85 cm langen Arme, dem Anschein nach zwei Universal Robots, und eine Größe von 2,10 m. Gebaut wurde er von der Berliner Firma pi4. Seinen Namen, Gisela, hat der Roboter von der Mutter des Erfinders und Firmenchefs, Matthias Krinke.

Interessierte können Gisela im Erdgeschoss des Einkaufszentrums Bikini Berlin bestaunen. Gegen 6 Euro baut der sogenannte Workerbot innerhalb von sechs Minuten einen kleinen Papp-Roboter aus 14 Teilen zusammen. Elf Stunden am Tag, ohne Pause. Wenn ich nächstes Mal in Berlin bin, will ich die 6 Euro auf jeden Fall investieren.

Lustig ist auch die Schlagzeile, die die Berliner Zeitung titelt: Gisela ist die erste Berliner Verkäuferin, die immer nett ist.

ROS World 2020 ersetzt ROSCon 2020

Eigentlich sollte im Oktober diesen Jahres die alljährliche ROSCon, eine Konferenz rund um ROS, das Robot Operating System, in New Orleans stattfinden. Vernünftigerweise passiert das wegen der COVID-Pandemie natürlich und leider nicht. Stattdessen findet in diesem Jahr als Ersatz zum ersten Mal überhaupt ein ROS World statt.

Die ROS World 2020 wird eine virtuelle 1-Tages-Konferenz am 12. November, die die ROSCon ersetzt und der ROS-Community einen Ausgleich geben soll, sich trotzdem auszutauschen und vernetzen zu können. Wie bei einer ROSCon wird es natürlich auch bei der ROS World viele Vorträge aus der Community geben, die im Live Stream übertragen werden. Dazu kommen Diskussionsforen, 1-zu-1-Videochats zwischen Teilnehmer:innen und Interaktionsmöglichkeiten während des Vortrags zum Fragenstellen und Abstimmen über Themen.

Ich habe mich auf jeden Fall schon als Teilnehmer registriert, vielleicht werde ich mich auch noch an einem Beitrag beteiligen (etwa zu micro-ROS). Die Registrierung zum Event scheint erstmal kostenlos zu sein, zumindest noch bis zum 5. Oktober. Hier geht’s zur Registrierung!

Die nächste ROSCon gibt es dann voraussichtlich vom 21. – 22. Oktober, natürlich in New Orleans.

Eine dringende Frage der Community wurde auch schon beantwortet: Ja, es gibt T-Shirts! 😉

European Robotics Forum 2020 – ausgedünnt

Seit Freitag bin ich zurück vom European Robotics Forum 2020. Auf dem Hinweg hatte ich noch gerätselt, ob wohl die Auswirkungen des Coronavirus‘ zu bemerken sein würden. Jetzt kann ich sagen: ja, waren sie. Corona war gefühlt neben der Strategic Research Agenda für das kommende Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe und künstlicher Intelligenz das vorherrschende Thema.

Direkt zu Beginn wurde erstens klar, dass die EU-Kommission wegen Reisebeschränkungen ausnahmsweise dem ERF komplett fernbleiben würde. Zweitens galt während des gesamten Events striktes Handschüttelverbot (das wird uns in nächster Zeit wohl noch häufiger begegnen). Und drittens wurden jeden Tag am Eingang des Veranstaltungsortes bei allen Teilnehmern die Temperatur gemessen. Ob wirklich jemand nach Hause geschickt wurde, weiß ich nicht, die Atmosphäre hat es aber natürlich trotzdem beeinflusst. Mein Husten und Schnupfen wurde während der Veranstaltung auch regelmäßig äußerst skeptisch beäugt.

Händeschütteln verboten beim ERF 2020
Händeschütteln verboten beim ERF 2020

Exhibition

Die Ausstellungsfläche, auf der beim ERF traditionell in den Mittags- und Kaffee-Pausen Roboter und Robotikprojekte gezeigt werden, war auch dementsprechend ausgedünnt. Unter Anderem fehlte der Hauptsponsor des Events, ABB. ABB hätte dort sonst wahrscheinlich einen größeren Stand mit mehreren Robotern gezeigt.

Ausgedünnte Ausstellungsfläche beim ERF
Viele offene Flächen, wo eigentlich Roboter stehen sollten

Unserem Stand, vom micro-ROS-Projekt, tat dieser Umstand allerdings keinen Abbruch. Wir hatten über alle Tage viele interessierte Besucher, die unsere Demo gesehen und mit uns über ROS auf Mikrocontrollern diskutiert haben. Überraschenderweise schienen die Besucher des ERF ähnlich viele Unklarheiten und Fragen zu dem – theoretisch verbreiteten und schon über zwei Jahre alten – ROS-NachfolgerROS 2‚ zu haben wie zu unserem vergleichsweise kleinen Projekt. Da hat ROS 2 wohl noch Nachholbedarf in der Dokumentation und Kommunikation.

micro-ROS-Stand beim ERF 2020
Viel Diskussion am micro-ROS-Stand

Workshops

Abseits der Ausstellungsfläche haben in den Workshops meinem Eindruck nach zwei Themen dominiert: künstliche Intelligenz (AI) und die Strategic Research and Innovation Agenda (SRIA) für Horizon Europe. Dies betrifft zumindest die Workshops, die auch tatsächlich stattgefunden haben. Mehrere der ursprünglich geplanten Workshops und Vorträge fielen nämlich aus oder wurden spontan von anderen Teilnehmern vertreten.

Die SRIA war so präsent, da sie beeinflusst, zu welchen Themen die EU-Kommission in den Jahren 2021–2027 ca. 100 Milliarden Euro Forschungsgelder zur Verfügung stellen wird (nicht ausschließlich für die Robotik, selbstverständlich). Dass AI so im Fokus des ERF stand liegt daran, wie die EU-Kommission das Verhältnis von AI und Robotik sieht bzw. – besser gesagt – definiert. Sie hat nämlich erklärt, dass sie Robotik als Teil von AI versteht und nur in dem Rahmen fördern wird. Die Robotik-Community sieht das natürlich anders, nämlich dass AI und Robotik zwei separate Disziplinen mit einigen Überschneidung sind. Will man sich allerdings mit der EU-Kommission vertragen, muss man diese Sichtweise zähneknirschend tolerieren.

In diesem Rahmen habe ich während der Veranstaltung auch gelernt, dass ich in diesem Jahr wohl noch ein bis zwei Male in Brüssel sein werde. Als Koordinatoren einer der euRobotics-Topicgroups werde ich dort wohl am Input für die SRIA mitarbeiten. Wahrscheinlich geht’s damit schon im Mai los.

Abseits davon hat mich persönlich gefreut, dass auch das Thema Sicherheit (sowohl im Sinne von Safety als auch von Security) beim ERF präsenter wird. So habe ich drei gute Workshops zum Thema Safety besucht, unter anderem in der Industrierobotik, in dem ich auch selbst vorgetragen habe. Ich hoffe, das bleibt so, denn dieses Thema schien mir in den letzten Jahren bei euRobotics deutlich unterrepräsentiert.

Insgesamt also ein ausgedünntes European Robotics Forum in diesem Jahr, mit trotzdem einigen interessanten Themen, aber leider wenigen Robotern. Im nächsten Jahr hoffentlich dann wieder mit vollem Schwung, dann geht’s zum ERF 2021 nach Rotterdam!

Auf dem Weg zum European Robotics Forum 2020

Auf dem Weg zum ERF 2020 nach Málaga, trotz Coronavirus! Ich weiß schon von mehreren Teilnehmern, die ihre Reise zum European Robotics Forum in diesem Jahr aus diesem Grunde ganz kurzfristig gecancelt haben. Ich halte mich allerdings an die von den Organisatoren extra eingerichtete Seite Coronavirus Policy for ERF2020, die sich recht informiert und pragmatisch gibt und aktuell (Stand 28. Februar) keinen Grund zur Absage sieht.

Ich bin aber gespannt, ob sich vor Ort eine Ausdünnung im Vergleich zu den letzten Jahren erkennen lässt.

Ich bin schon heute unterwegs, da a) Eurowings nur Sonntags, Mittwochs und Freitags zwischen Stuttgart und Málaga direktfliegt und b) da ich morgen am Tag vor dem ERF schon ein Projekttreffen mit dem micro-ROS-Projekt (OFERA) habe. Zusammen mit dem MROS-Projekttreffen auch im Rahmen des ERF ist der CO²-Ausstoß des Flugs (der von meinem Arbeitgeber kompensiert wird) zumindest effektiv genutzt.

Wie immer gilt: Ich freue mich über jeden Leser, der auch beim ERF ist, mich anspricht und mit mir tagsüber einen Kaffee trinkt oder abends beim Social Event mit mir anstößt. Ich bin wahrscheinlich in den Pausen auch regelmäßig an Stand 27 zu finden.

Hier geht’s zum diesjährigen European Robotics Forum 2020#erf2020

Tischtennisroboter von Omron

Nach dem groß angekündigten Tischtennismatch zwischen einem KUKA-Roboter und Timo Boll hat Jörn 2014 hier im Blog einen erbosten Kommentar geschrieben. Das angekündigte Match stellte sich nämlich leider als ziemlich trauriger Marketing-Stunt heraus, bei dem außer schnellen Kameraschnitten und CGI nicht viel zu sehen war.

Dass es auch anders geht, zeigt der Roboterhersteller Omron in disem Jahr wieder auf der CES 2020 in Las Vegas:

Das Spiel kann sich durchaus sehen lassen, finde ich. In einem Video aus dem letzten Jahr kann man sogar sehen, wie der Roboter im Zusammenspiel mit einem klassischen Roboterarm einen recht ansehnlichen Aufschlag macht (ab 0:30):

Im Hintergrund ist auf dem Monitor zu sehen, wie die ganze Zeit nicht nur der Ball von Kameras getrackt wird, sondern auch die Pose des menschlichen Mitspielers. In den Videos ist auch zu sehen, wie nützlich dabei auch die Bauart ist. Delta-Roboter sind für ihre flinken uns präzisen Bewegungen bekannt. Siehe dazu auch unseren Beitrag aus dem Jahr 2009: 400 pancakes per minute.

Diese Roboter baut Omron natürlich nicht für’s Tischtennisspielen allein. Das ist lediglich eine ziemlich coole Attraktion, um die Fähigkeiten des Roboters auf Messen zu zeigen (und vielleicht auch eine kleine Spitze gegen KUKA?). Wenn der Omron-Roboter nicht gerade mit Tischtennis beschäftigt ist, ist sein Einsatzgebiet nämlich Pick & Place. Ein klassisches Aufgabenfeld für Delta-Roboter, bei dem ähnliche Fertigkeiten gefordert sind, siehe Adept Quattro: Fünf pro Sekunde. Der Roboter in dem verlinkten Artikel ist übrigens von Adept, die 2015 von Omron aufgekauft wurden.

heise hat noch mehr Videos von dem Tischtennisroboter gemacht: Wenn der Roboter zum Tischtennisschläger greift.

European Robotics Forum 2019

Ich hatte den Blogeintrag schon fertig geschrieben, wollte von meinem geplanten fünften Besuch bei einem European Robotics Forum (ERF) in diesem Jahr erzählen, da hab ich doch noch einmal zur Sicherheit nachgesehen: es ist in diesem Jahr sogar schon mein sechstes ERF. Vergessen hatte ich meine erste Teilnahme, 2012 in Odense. Damals, genau wie beim ERF 2013 in Lyon, noch als Doktorand von der Uni, jetzt seit 2016 in Ljubljana, 2017 in Edinburgh und 2018 in Tampere als Mitarbeiter von Bosch.

In diesem Jahr, übernächste Woche, findet das ERF in Bukarest in Rumänien statt. Nachdem ich seit Jahren darauf hinwirke, wird sich dieses Mal mein Arbeitgeber, Bosch Research, auch etwas präsenter zeigen und mit Sponsoring und einem Ausstellungsstand beteiligen.

Ich selbst werde als einer von zwei Koordinatoren der Topicgroup zu Software Engineering, System Integration und System Engineering in der Robotik wie auch im letzten Jahr wieder einen Workshop ausrichten, sowie am letzten Konferenztag einen Kurzvortrag zu Safety in der Robotik halten. Abseits davon wird es mir wieder hauptsächlich darum gehen, die aktuelle Stimmung in der europäischen Robotik mitzubekommen, Bekannte aus der Robotik wieder zu treffen, neue Roboter zu sehen und wahrscheinlich werde ich mich auch regelmäßig mal am Bosch-Stand sehen lassen.

Ich freue mich über jeden Leser, der auch in Bukarest ist, mich anspricht und mit mir tagsüber einen Kaffee oder abends beim Social Event mit mir anstößt.

Hier geht’s zum diesjährigen European Robotics Forum 2019. #erf2019

Disclaimer: Ich bin Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH und forsche dort an Robotern und autonomen Systemen. Die hier geäußerten Meinungen und Ansichten sind allerdings ausschließlich persönlich und stimmen nicht zwingend mit der Unternehmenssicht überein.