Mobilen Robotik

Die FAZ zu Besuch bei Sebastian Thrun

Arne am 16.08.2012 um 22:07 Uhr - zum Artikel

Der deutsche Robotiker Sebastian Thrun ist mittlerweile Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford University. Er gewann 2005 mit seinem Team und dem autonom fahrenden VW Touareg „Stanley“ die hochdotierte DARPA Grand Challenge und gilt spätestens seitdem als großer, wenn nicht größter, Vertreter der Probabilistischen Robotik: Also der Robotik, die, vereinfacht gesagt, nicht mehr versucht, ein exaktes Modell der Welt zu finden, sondern lediglich das wahrscheinlichste. Das mag nicht besonders vertrauenserweckend klingen, funktioniert aber ganz hervorragend und fährt mittlerweile erfolgreich Googles autonome Fahrzeuge durch den regulären Straßenverkehr der USA.

Die FAZ hat nun Sebastian Thrun im Silicon Valley besucht und fasst in einem Artikel die Eindrücke zusammen:

Der Deutsche Sebastian Thrun gründete Googles geheimes Forschungslabor „X“, entwickelte Autos ohne Fahrer und brachte die Computerbrille „Glass“ auf den Weg. Nun hat er sich vorgenommen, die Bildung zu revolutionieren.

Robotik-Spezialist Sebastian Thrun - Verändert er die Welt? (FAZ)

Neuer wissbegieriger Bewohner für den Mars – Curiosity

Arne am 05.08.2012 um 16:21 Uhr - zum Artikel

Morgen ist es soweit, der Mars bekommt einen neuen wissbegierigen Bewohner: NASA's neuen Mars-Rover Curiosity.

Mars-Rover CuriosityMars-Rover Curiosity

Die aktuelle Mars-Mission Mars Science Laboratory (MSL) und ihr Curiosity-Rover treten ein großes Erbe an, die Vorgänger-Mission um die Rover Opportunity und Spirit hat sämtliche Erwartungen übertroffen und ihre geplante Missionszeit pulverisiert.

Das ist besonders aufgrund der widrigen Umstände von Marsmissionen imposant. Eine der großen Schwierigkeit der Mars-Missionen ist die große Entfernung zwischen Kontrollzentrum und den Robotern, die eine Verzögerung der Kommunikation von mehreren Minuten bedingt. Die Roboter müssen daher über einen hohen Grad an Autonomie verfügen, um über eine gewisse Zeitspanne den grob vorgegebenen Zielen selbstständig folgen zu können; und das in einer in großen Teilen noch unbekannten und unwirtlichen Umgebung. Die Leistung der Rover ist also kaum hoch genug einzuschätzen.

Eines der spannendsten und anforderndsten Teile der jetzt (an)laufenden Mission dürften allerdings bereits die ersten Minuten nach Eintritt sein:

Curiosity's Seven Minutes of Terror

Wie Ingenieur Adam Stelzner zu Anfang des Videos zurecht sagt: Die Pläne zur Landung des Rovers sehen absolut verrückt aus. Curiosity's Seven Minutes of Terror (Curiosity's schreckliche sieben Minuten) nennen die Ingenieure die Tatsache, dass die Landung sieben Minuten dauert, die Information darüber allerdings erst vierzehn Minuten auf der Erde eintrifft. Wenn das Kontrollzentrum das Signal über Eintritt in die Atmosphäre erhält, ist der Rover also entweder bereits heile auf dem Mars gelandet, oder schon seit sieben Minuten auf dem Mars zerschellt. Die komplizierte Landung wird notwendig aufgrund der Größe des neuen Rovers (siehe Größenvergleich rechts).

Größenvergleich der Mars-RoverGrößenvergleich der Mars-Rover

Es wird also spannend, morgen früh ab ca. 7 Uhr mittel­euro­pä­ischer Zeit. Nicht nur wegen der be­son­ders kom­pli­zier­ten Lan­dung, die Erfolgs­bilanz der bis­herigen Mars­mis­sio­nen ist mit nur 15 ge­glück­ten von 39 Mars­missio­nen ohnehin nicht so gut. [1]

Gut verfolgen lässt sich der Missions­verlauf einer­seits über die of­fiziel­len Seiten wie zum Bei­spiel die zur Mission Mars Science Laboratory der NASA. Aber auch die deutsch­spra­chi­ge Wiki­pedia hat einen tollen Artikel mit fan­tasti­schen Bil­dern und Illustra­tionen und das Jet Propulsion Laboratory der NASA teilt schon seit Tagen faszinierende Informationen, Bilder und Videos bei Facebook in Vorbereitung des Finals.

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heise.de: Curiosity am Mars: 7 Horrorminuten wie aus Hollywood

ICRA 2012

Arne am 16.05.2012 um 00:25 Uhr - zum Artikel

Anhänger für ICRA-BesucherAnhänger für ICRA-Besucher

Die International Conference on Robotics and Automation (ICRA) 2012 hat begonnen. Wie jedes Jahr trifft sich hier eine vierstellige Anzahl Robotik-Wissenschaftler der ganzen Welt, um aktuelle Forschung vorzustellen und zu diskutieren.

Und den kleinen Kumpel oben im Bild bekommen haben ich sowie alle Gäste der ICRA in diesem Jahr zur Begrüßung geschenkt bekommen. Wie geschaffen für ein Robotik-Blog mit dem Namen „botzeit“

Um der Konferenz zu folgen, empfehle ich wie immer Planet Robotics, sowie für den Livestream die Twitter-Hashtags #ICRA und #ICRA12.

Die RoboCup German Open 2012 beginnen

Arne am 29.03.2012 um 21:36 Uhr - zum Artikel

Die RoboCup German Open 2012 starten heute, am 30. März, und lau­fen noch bis zum 1. April im Rah­men der Mes­se Mag­de­burg.

Wett­kämpfe werden aus­ge­tra­gen in den Junior-Ligen des Schülerwettbewerbs und in diesen vier Dis­zi­pli­nen der Major-Ligen:

  1. Die Fuß­ball-Li­ga Standard Plat­form League: Ehe­mals mit den Aibo-Ro­bo­ter­hun­den [1] , seit ei­ni­gen Jah­ren nun die Evo­lu­tion mit­ge­macht und von vier Bei­nen auf zwei ge­wech­selt. Dort wird mittle­rwei­le mit der neuen hu­ma­no­iden Stan­dard­platt­form Nao (rechts im Bild) ge­spielt.

  2. Die Fuß­­ball-Li­ga Kid-Size Hu­ma­noid League spielt auch mit hu­ma­no­i­den Ro­bo­tern, al­ler­dings nicht mit ei­ner Stan­dard­platt­form, son­dern mit Ro­bo­tern, die von den Teams selbst ent­wickelt wer­den.

  3. Die Res­cue Ro­bot League, in der Ro­bo­ter in nach­ge­bil­de­ten Ka­ta­stro­phen­sze­na­rio Ret­tungs­mis­sio­nen er­le­di­gen.

  4. Die Ser­­vice­­ro­­bo­­tik-Liga RoboCup@Home, in der Ro­bo­ter all­täg­li­che Haus­halts­auf­ga­ben er­le­di­gen sol­len. Die Schwie­rig­keit in die­ser Liga be­steht da­rin, in den möglichst rea­len und au­then­ti­schen Um­ge­bun­gen zu ar­bei­ten.

Am Sams­tag werde ich, so­fern es die Zeit zu­lässt, selbst auch nach Mag­­de­­burg fah­­ren, um das gan­­ze mal wie­der aus der Nä­he zu ver­­fol­­gen. Zu se­hen, wie sich die Fä­hig­kei­ten der Ro­bo­ter nach mei­nem letz­ten Be­such ver­bes­sert haben und na­tür­lich, um in der Robo­­Cup@Home-Liga das Bie­le­fel­der Team ToBi an­zu­feu­ern.

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Siehe Wikipedia: Sony Aibo

iCub-Kuchen

Arne am 15.03.2012 um 16:02 Uhr - zum Artikel

iCub-KucheniCub-Kuchen

In related news: Das AMARSi-Projekt ist jetzt zwei Jahre alt und ich bin jetzt schon seit zwei Jahren beim CoR-Lab. Jihaa!

Quadrokopter spielen James Bond auf realen Instrumenten

Arne am 29.02.2012 um 23:14 Uhr - zum Artikel

Auto­no­me Quadro­kop­ter haben in den letz­ten Wochen und Mo­na­ten im­mer wie­der be­ein­drucken­de Flug­fä­hig­keit de­mon­striert. Eine wohl we­ni­ger wis­sen­schaft­li­che Demon­stra­tion zeigt das fol­gen­de Video, aber nicht we­ni­ger bril­liant.

Die Quadro­kop­ter spielen das James Bond Theme auf realen In­stru­men­ten durch prä­zi­sen Flug.

Quadrokopter! Spielen Musik!

Großartig!

Quadrokopter spielen das James Bond Theme

Die Quadrokopter kommen von der Uni­ver­si­ty of Penn­syl­vania und spie­len Key­board, Drums, Gitar­re und mehr. Mehr dazu auf http://upenn.edu/spotlights (eng­lisch).

Roboter gegen ACTA

Arne am 15.02.2012 um 20:48 Uhr - zum Artikel

Auch Roboter sind gegen ACTA (das zur Zeit verhandelte Anti-Counter­feiting Trade Agree­ment). Den Beweis gab es letzten Sams­tag auf der Anti-ACTA-Demo in Dort­mund:

Roboter auf der Anti-ACTA-Demo in Dort­mund

Vielleicht auch ein Konzept für die Zu­kunft: Der Ro­bo­ter als tech­no­lo­gi­sche Ant­wort auf die heu­ti­gen meist stu­den­ti­schen Miet-Demon­stran­ten.

Gesichtet von RoboNews.

Justins werfen sich Bälle zu

Arne am 26.01.2012 um 08:55 Uhr - zum Artikel

Be­reits Ende letz­ten Jah­res hat die Ro­bo­tik-Ab­tei­lung das DLR [1] ge­zeigt, dass der Hu­ma­no­ide Rollin' Justin ihm zu­ge­wor­fe­ne Bäl­le fangen kann. Eine be­ein­drucken­de Fähig­keit, setzt sie nicht nur schnel­le Re­aktion, son­dern auch prä­zise Arm­be­we­gung und schnel­les und prä­zi­ses Zu­grei­fen voraus. Hier kommt natürlich auch die Compliance der Arme zugute, die den Auf­prall des Balles ab­federn kann.

Vorgestern ist nun ein neues Video mit einer ähn­lichen De­mon­stra­tion auf­ge­taucht. Die Demo wird al­ler­dings un­gleich cooler und be­ein­drucken­der, da sich nun zwei Justins gegen­über­stehen und gegen­seitig den Ball zu­wer­fen. Sehr schick:

Justins werfen sich Bälle zu.
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DLR = Deut­sches Luft- und Raum­fahrt­zen­trum. Das DLR-In­sti­tut für Robotik und Mechatronik sitzt in Bayern.