Humanoide

Interview mit einem Roboter

Arne am 17.07.2010 um 19:13 Uhr - zum Artikel

Amy Harmon, Reporterin der New York Times, hat einen Artikel über den Roboter Bina48 geschrieben, einen sprechenden Roboterkopf. Hinter dem Kopf steckt eine künstliche Intelligenz, wie es heißt, und der Roboter soll sich mit seinem Gegenüber in der Art seiner Vorlage Bina Rothblatt, einer lebendigen Person, unterhalten. Was die Reporterin Amy Harmon unter dem vielversprechenden Titel Making Friends With a Robot Named Bina48 („Freundschaft schließen mit einem Roboter namens Bina48“) zeigt, ist für denjenigen, der ein natürliche Kommunikation erwartet, etwas ernüchternd. So auch für die Reporterin selbst, wie in der Aufzeichnung des Interviews erkennbar ist:

Interview mit Bina48 (englisch)

Der Roboter fokussiert seine Gesprächspartnerin nicht, versteht Fragen falsch oder gar nicht, usw. …

Eine natürliche Gesprächssituation zu erzeugen, ist für einen Roboter (bzw. deren Erschaffer) eine unglaublich schwierige Aufgabe. Der Mensch kommuniziert eben in einem Gespräch nicht nur über Sprache, sondern gleichzeitig über viele weitere Kanäle: Gestik, Mimik, Betonung, … entsprechend erwarten wir Menschen in einem Gespräch, auf sämtlichen dieser Kanäle von unserem Gegenüber plausible Signale zu empfangen. Ein Roboter, der mit uns spricht, aber über keine Mimik verfügt, wird niemals natürlich, menschlich wirken. Ein Roboter, der die Betonung nicht variiert, wird niemals Emotionen transportieren oder beim Gegenüber erzeugen können wie es mein Mensch vermag.

Und so sieht man die Schwierigkeiten der Reporterin, mit dem Roboter ein Gespräch zu führen. Schwierigkeiten, die nichtmal inhaltlicher Natur sind. Selbst wenn der Roboter die Frage versteht und eine einigermaßen plausible Antwort erzeugen kann: Wie er dabei wirr umhersieht, immer einen Moment zu lange mit dem Antworten wartet und mangels ausgeprägter Mimik nicht zu erkennen gibt, ob er gerade nachdenkt oder einfach die Frage nicht verstanden hat … all das verwirrt die Reporterin und sorgt mehrfach für ein stockendes Gespräch und gegenseitiges Unterbrechen.

Die Leistungen der Truppe um David Hanson von Hanson Robotics sollten bei alledem aber nicht unterschätzt werden. Der Chatbot Bina48 ist nicht schlecht … die Aufgabe – natürliche, menschliche Kommunikation – ist nur einfach eine unglaublich schwierige. Hier ist man in der Robotik noch ganz am Anfang der Entwicklung (das allerdings schon seit Jahrzehnten) und hat noch zahlreiche ungelöste Fragen vor sich.

Insofern ist Bina48 und dieses Interview einfach als ein weiterer Baustein in dieser Entwicklung zu verstehen und als weiterer Quell neuer Erkenntnisse. Für den Zuschauer macht dieses Interview anschaulich, wie sehr Roboter – bei allen Erfolgen in letzter Zeit – versagen, wenn man sie ins Feld lässt, in die sogenannte unstrukturierte Umgebung. Das ist unsere natürliche Umgebung, die nicht den künstlichen, vereinfachten Laborbedingung entspricht. In diesem Fall eine Reporterin, die einfach nur ein normales Gespräch führen möchte.

Der Original-Artikel in der New York Times mit Amy Harmons ganzem Erfahrungsbericht findet sich hier: Making Friends With a Robot Named Bina48 (englisch)

[Linkdump] Roboter-Butler, autonom segelnde Boote und Diätassistenten

Arne am 15.06.2010 um 14:42 Uhr - zum Artikel

Nach langer Pause hier mal wieder eine Auswahl von Robotik-Geschichten, die es in die Main­stream-Presse und damit in die öffentliche Wahrnehmung geschafft haben: Robo-Butler, autonom segelnde Boote, Diätassistenten, Weltmeister und mehr …

Servicerobotik im Realitätscheck
Die Süddeutsche mit einem Artikel, der die aktuellen Leistungen der Servicerobotik – so sehr diese auch in wissenschaftlicher Hinsicht beeindruckend sind – einem Realitätscheck unterzieht. Eingebettet in unseren Alltag und in die unstrukturierte Umgebung des Menschen geben Serviceroboter bei aller Euphorie immer noch ein armes Bild ab.
Warten auf den Robo-Butler
(Süddeutsche, Helmut Martin-Jung, 14. Juni 2010)

ASV RoboatASV Roboat

Segelroboter
Der Standard gratuliert dem Team des österreichischen Roboter-Segelboots ASV Roboat zum zweifach verteidigten Weltmeistertitel im Roboter-Segeln. „Unser Boot war das einzige, das den achtstündigen Härtetest bestand. Die kleinen Boote der Konkurrenten hielten den schweren Bedingung einfach nicht stand und mussten frühzeitig aufgeben“, so Roland Stelzer, Leiter des Roboat-Teams.
Mit dem Wind und ohne Besatzung
(derStandard.at, 11. Juni 2010)

Servicerobotik zum Abnehmen
Der Focus über einen weiteren Roboter, der seinen Mit­men­schen beim Abnehmen helfen soll. Dieses Exem­plar ist ein Sprachtalent (unter anderen Englisch, Kan­to­ne­sisch und Mandarin) und will auch sein Stück vom 66 Milliarden Euro schweren Diätmarkt in den USA haben. „Hallo, ich bin Autom! Drücke einen Knopf, um mit mir zu reden“
Roboter aus Hongkong als Diätassistent
(Focus Online, 14. Juni 2010)

Roboter in Apotheken
Immer, wenn Berufe mit Menschenkontakt durch Automatisierung beeinflusst oder sogar ersetzt werden, entstehen (meistens zurecht) viele Fragestellungen, die sich rund um den verlorengehenden persönlichen Kontakt und sogar ethische Aspekte drehen. So auch bei dem Produkt von Rowa, einem Roboter, der in Apotheken für eine 24-Stunden-Versorgung sorgen soll.
Wenn Roboter Arzneien holen
(Süddeutsche, 8. Juni 2010)

Design
Die Berliner Humboldt-Universität gewinnt für ihren Roboter Myon zwei Designer, die dem Roboter wegen der Abwechslung zum Wirtschafts-Alltag kostenlos und mit Enthusiasmus eine Designerhülle fertigen. „Anders als in Asien verstünden wir einen Roboter nicht als Helfer sondern als Sicherheitsbedrohung. Eine kindliche Gestaltung würde den Menschen jedoch die innere Angst vor dem technischen Nachbau nehmen.“
Dieser Kuschel-Roboter ist ein Berliner
(Berliner Morgenpost, Birgit Haas, 10. Juni 2010)

Über Hinweise zu lesenswerten Artikeln freue ich mich jederzeit. Entweder per Kommentar oder per E-Mail an botzeit@ohmpage.org

Bericht von der Automatica 2010

Arne am 13.06.2010 um 16:24 Uhr - zum Artikel

Die Automatica, internationale Fachmesse für Automation und Mechatronik in München war auch in diesem Jahr wieder eine spannende Technologie-Schau. Wenngleich etwas kleiner als vor zwei Jahren, zeigten sich wieder dichtgedrängt in vier Hallen Hersteller und Forschungseinrichtungen der Automation, Mechatronik und Robotik.

Einzelne Teile der Messe waren für mich weniger interessant, das sind vor allem die Bereiche zur Förderungstechnik und klassischen Industrieautomatisierung: Förderbänder, Rollen, Räder, Notausschalter und Warnleuchten. Die Hallen zur klassischen Industrierobotik habe ich mir wiederum gerne angesehen. Hier zeigen die großen Industrierobotik-Hersteller auf beeindruckenden Standflächen ihre Roboter. Von kleinen, schnellen Robotern bis hin zu den großen Kolossen. In den letzten Jahren, beginnend mit den KUKA Titan (dem ersten mit einer Tonne Traglast), werden dazu gerne Roboter ausgestellt, die ganze Fahrzeuge oder Fahrzeugkarossen live durch die Halle stemmen.

Hier war in diesem Jahr der Hersteller Fanuc in besonderem Maße präsent. Nicht nur durch die zahllosen Hostessen, die stets in großer Zahl in leuchtend gelben Kleidern um den Stand und durch die Hallen schwirrten. Sondern auch durch einen Giganten, der von einem Fanuc-Partner ausgestellt wurde. Die Traglast des Roboters war am Stand nicht direkt zu erkennen und ich konnte beim Vorbeigehen leider auch keinen Ansprechpartner antreffen. Die Tatsache, dass jedoch allein der Greifer, den der Roboter durch seinen Arbeitsbereich wirbelte, ungefähr so groß war, wie sonst manch ein Industrieroboter der Konkurrenz, sprach Bände. Eine wahrlich imposante und furchteinflößende Maschine.

Das CoR-Lab, und damit auch ich, war als Aussteller in der Halle A2 untergebracht. Halle A2 war hauptsächlich der Robotik verschrieben, weswegen wir dort umgeben von der Konkurrenz [1] aufgestellt waren. Mit in der Halle und in Sichtweite fanden sich so zum Beispiel das KIT (Karlsruhe Institute of Technology), das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und viele weitere Prominenz der deutschen Robotik-Forschungslandschaft.

Wir hatten einen gemeinsamen Stand mit dem Excellenzcluster CITEC, ebenfalls von der Universität Bielefeld, und damit sozusagen einen gemeinsamen Stand zur Forschung in der Mensch-Maschine-Interaktion. Zu unserem Stand fanden einige interessierte Besucher, unsere Demo lief alle Tage stabil und kam dem Eindruck nach gut an. Die Qualität der Kontakte, die wir auf der Messe geknüpft haben, war für uns alle auf jeden Fall in höchstem Maße erfreulich. Einige Vertreter aus der Industrie, die an unseren gezeigten Fähigkeiten interessiert sind und in nächster Zeit konkrete Anwendungsszenarien mit uns besprechen wollen.

Natürlich kamen nicht nur Industrievertreter, sondern auch die Konkurrenz [1] sondierte sich. Bisweilen beliebt auf solchen Messen ist es seitens der Institutsleiter und Professoren, das Namensschild abzunehmen in der Hoffnung, unerkannt einen Doktoranden auflaufen zu lassen. Nicht um zu spionieren, sondern um mit dem eigenen Fachwissen die Geschichte zu hören, die auch der gemeine Besucher hört. Als Doktorand muss man in solchen Fällen auf der Hut sein. Das Gespräch beginnt entspannt wie mit jedem anderen Messebesucher, bis sich im Laufe des Gesprächs herausstellt, dass der Gegenüber von dem, was man dort erzählt, im ungünstigsten Fall mehr Ahnung hat.

Ähnlich ist es mir in diesem Jahr passiert. Nicht die Konkurrenz, sondern Günther Schreiber persönlich, am Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt sozusagen Vater des Leichtbauarms, kam an den Stand. Eine kompetentere Person bezüglich des Roboters, den wir für unser Szenario als Forschungsplattform einsetzen, gibt es wohl nicht. Zu dem Zeitpunkt war ich allein am Stand und bemerkte erst zur Mitte des Gesprächs, mit wem ich es zu tun hatte. Es lief aber alles erfreulich und in dem Gespräch mit ihm habe ich sogar einige Neuigkeiten zur weiteren Entwicklung des Leichtbauarms erfahren können.

Im Folgenden kamen noch Personen vom KIT, weitere Interessierte vom DLR, Wissenschaftler vom Münchner Exzellenzcluster CoTeSys und viele mehr zum Stand. Allesamt angenehmerweise ein interessierter Austausch und Plaudern unter Kollegen. Und als dann die DLR-Prominenz Patrick van der Smagt an unseren Stand kam, war zum Glück unser Institutsleiter ebenfalls anwesend, so dass auch Fragen zum übergreifenden Forschungsplan beantwortet werden konnten.

Dass auch meine ehemaligen Kollegen aus der Robotertechnologie-Gruppe der Siemens-Forschungsabteilung aus München mal vorbeischauten, hat mich zudem gefreut. Abends habe wir dann natürlich auch das schöne Wetter genutzt, um in gemeinsamer Bielefelder, Münchner und Dortmunder Gruppe bei Leberkäs und Bier Kontakte zu pflegen und Robotik-Neuigkeiten auszutauschen. Ein toller Abend.

Insgesamt war es eine schöne Woche, die allerdings auch viel Energie gekostet hat. Die vielen Gespräche, das konstante Präsentsein in Kombination mit den vielen durchgearbeiteten Nächten im Vorfeld kosten viel Kraft. Aber es hat sich gelohnt.

Und in einem der nächsten Beiträge werde ich schreiben, was fachlich zu erfahren war und welche Hinweise auf die deutsche Robotik-Zukunft auf der Messe zu finden waren. Sowohl aus dem Gespräch mit Günther Schreiber als auch das, was das DLR als Blick in die nahe Zukunft zugelassen hat. Der könnte nämlich – so er denn zutrifft – einen Major Impact bedeuten und atemberaubende Resultate hervorbringen. Und wer in Deutschland sollte dazu bessere Möglichkeiten haben, dies auch wahr zu machen, als das DLR?!

Mehr dazu folgt.

Jetzt, da die Kommentarfunktion im Blog endlich wieder funktionstüchtig ist, freue ich mich auch wieder über Kommentare. Kann vielleicht einer der Blogleser die Automatica aus Besuchersicht zusammenfassen?

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„Konkurrenz“ ist nicht wirklich das passende Wort; gemeint sind andere Forschungsinstitute mit ähnlicher Ausrichtung.

Auf nach München!

Arne am 06.06.2010 um 11:54 Uhr - zum Artikel

So, heute geht`s auf nach München zur diesjährigen Automatica, wo wir eine Demo zur Mensch-Maschine-Interaktion mit dem KUKA Leichtbauarm zeigen werden, wie wir es in ähnlicher Form auf der Hannover Messe gemacht haben.

Automatica 2010Automatica 2010

Die letzten Tage waren wieder hinreichend stressig, da wir die Demo weiter ausgebaut haben und neue Dinge zeigen wollen und werden. Aber die Arbeit hat sich gelohnt und wir sind wieder einen deutlichen Schritt weiter, was die Beherrschung des Roboters und die Einbindung in natürliche und intuitive Interaktion zwischen Mensch und Maschine angeht.

Wenn ich Zeit habe, werde ich an dieser Stelle noch etwas detaillierter beschreiben, was wir im Moment mit dem Roboter machen.

So, aber nun auf nach München. Ich freu mich schon auf interessante Gespräche mit anderen Automatisierungstechnikern und auf den Biergarten heut abend. Und auf das gemeinsame Essen mit der Robotikgruppe von Siemens CT, bei denen ich eine zeitlang gearbeitet habe, freue ich mich ganz besonders.

iCub, ich komme!

Arne am 05.06.2010 um 20:20 Uhr - zum Artikel

Wuhuu, iCub, ich komme!

Meine Bewerbung wurde angenommen und bin zur iCub Summer School in diesem Juli im nord-italienischen Sestri Levante eingeladen.

Krabbelnder iCubKrabbelnder iCub

Zehn Tage darf ich dort zusammen mit über 50 an­de­ren Wis­sen­schaft­lern dis­ku­tie­ren, zu­sam­men­ar­bei­ten, am iCub pro­gram­mie­ren mit dem Ziel, die eu­ro­pä­ische iCub-Com­mu­ni­ty zu stärken und dem iCub neue Fä­hig­kei­ten bei­zu­brin­gen.

Ich bin vol­ler Vor­freu­de, end­lich in die Soft­ware­ent­wick­lung mit dem iCub ein­zu­stei­gen und vor Ort viele in­te­res­san­te Leute ken­nen­zu­ler­nen. Darunter die­je­ni­gen, die von Beginn an im RobotCub-Projekt die Hard­ware und die Soft­ware-Ar­chi­tek­tur er­son­nen haben, die aus iCub den tol­len Ro­bo­ter gemacht hat, der er heute ist.

Ich hoffe auch ein wenig Zeit zu finden, mit Darwin Caldwell und Lorenzo Natale über die weitergehende (und schon laufende) Weitergentwicklung des iCub sprechen zu können. Insbesondere wird das die Erweiterung des iCub in Hinblick auf Compliant Actuators [1] sein. Bei meiner letzten Begegnung mit Darwin Caldwell hat dieser die vorsichtige Hoffnung geäußert, mit dem neuen compliant iCub (der wohl cCub heißen wird) bereit im Sommer diesen Jahres aufrecht laufen zu können.

Ich bin gespannt und werde berichten.

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Compliance, englisch für Nachgiebigkeit, ist die Fähigkeit der Robotik-Hardware auf sie einwirkenden Kräften nachzugeben. Das kann zum einen durch eingebaute Federn passieren (passive Nachgiebigkeit) oder zum anderen durch entsprechende Kraftmessung und Regelgesetze (aktive Nachgiebigkeit). Der kommende iCub wird beides besitzen.

Angemeldet zur iCub SummerSchool 2010 (VVV10)

Arne am 20.05.2010 um 22:16 Uhr - zum Artikel

Ich habe mich vor einigen Tagen zu der diesjährigen iCub Summer School angemeldet. Die diesjährige Summer School VVV10, Veni Vidi Vici findet im Juli im nord-italienischen Sestri Levante statt.

iCubiCub

Die Summer School ist im We­sent­li­chen ein Zu­sam­men­tref­fen von Wis­sen­schaft­lern, die mit dem iCub arbeiten oder arbeiten werden und die sich in diesen zwei Wochen zusammen ganz auf dies kon­zen­trie­ren wollen. Das ganze findet in lockerer Atmosphäre statt, es gibt keinen festen Zeitplan, keine festen The­men­vor­ga­ben, sondern die Gruppe organisiert sich vor Ort selbst um in diesen zwei Wochen gemeinsam richtig was zu schaffen.­

Ich freu mich sehr darauf und hoffe sehr, am 1. Juni von den Or­ga­ni­sa­to­ren die Be­stä­ti­gung dafür zu bekommen. Im Rahmen des AMARSi-Projekts (über das ich dringend noch schreiben sollte) werde ich mit dem iCub [1] (über den ich auch dringend schreiben sollte) viel zu tun haben. Dementsprechend freue ich mich, auf diese Art und Weise in die Softwareentwicklung rund um den iCub einzutauchen und die Leute kennenzulernen, die innerhalb des RobotCub-Projekts den iCub zum Leben erweckt haben.

Also Daumen drücken! Wenn es funktioniert, wird hier von der Summer School aus erster Hand zu lesen sein. :)

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Der iCub ist übrigens ein waschechter Europäer. Entwickelt maßgeblich am IIT (Italien Institute of Technology) im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts RobotCub.

In der Presse: Roboter iFairy traut

Arne am 16.05.2010 um 17:57 Uhr - zum Artikel

Dass die Robotik in die Mainstream-Presse findet, ist zwar kontinuierlich mehr werdend (Notiz an mich selbst: Diese Behauptung mal belegen), aber immer noch nicht häufig.

Dass es robotische Artikel in der Mainstream-Presse gibt, passiert entweder, wenn jemand verletzt wird oder stirbt (in jüngster Zeit häufiger mal bei Militärdrohnen) oder … wenn es hübsche Bilder und eine lustige Geschichte gibt.

Das ist in diesen Tagen mal wieder passiert mit iFairy, einem Roboter, der in Japan ein Ehepaar getraut hat. Da es dazu auch hübsche Bilder gibt,

iFairy während der TrauungiFairy während der Trauung

wird darüber gerne berichtet. Dass der Bräutigam auch noch selbst Professor für Robotik ist und die Braut in dem Unternehmen arbeitet, das iFairy vertreibt, ist natürlich weitere Color to the Story. Dementsprechend finden sich Artikel zum Beispiel bei:

In den Artikel ist zum Teil die Rede davon, dass dies nun die erste von einem Roboter vollzogene Trauung ist. Ich meine mich alleridngs an eine ähnliche Geschichte aus Südkorea erinnern zu können. Erinnert sich jemand?

Ganz davon abgesehen, dass der Roboter ja eigentlich nur eine ferngesteuerte Puppe war (was ihn nach einigen Definitionen gar nicht zum Roboter macht und was der Bräutigam ja auch – zu Recht – bemängelt). Der Kurier und RP Online lehnen sich daher mit der Aussage, es handele sich um eine Trauung vollzogen von einer „künstlichen Intelligenz“, weit aus dem Fenster.

Finden sich die Artikel eigentlich auch in den Printversionen dieser Medien? Ins deutschsprachige Fernsehen hats iFairy schon geschafft. Sogar in soetwas ähnliches wie die Nachrichten: in die Newstime von Pro7.

50 Jahre in der Robotik

Jörn am 31.03.2010 um 01:24 Uhr - zum Artikel

Vom 3. bis zum 8. Mai treffen sich Robotik-Experten aus aller Welt zur wohl bedeutensten Konferenz auf diesem Gebiet: der International Conference on Robotics and Automation (ICRA). Sie findet in diesem Jahr in Anchorage in Alaska unter dem Oberbegriff „50-Years of Robotics" statt. Auch Botzeit blickt diesem Jubiläum entgegen.

Das US-Patent mit der Nummer 2988237 ist auf den 13. Juni 1961 datiert. Es beschreibt die Erfindung eines elektromechanischen Apparates zur Handhabung von Werkstücken durch George Charles Devol. George Devol wird damit heute auch der Erfinder des weltweit ersten Industrieroboters genannt. Bislang erfolgte die Handhabung von Werkstücken zwischen benachbarten Förderbändern laut Patentschrift vornehmlich manuell oder mithilfe von Nockensteuerungen. Der Roboter verband die Vorteile beider Varianten. Er war genau wie die manuelle Arbeitskraft flexibel für wechselnde Aufgaben einsetzbar. Zugleich erlaubte er aber auch eine Automatisierung monotoner, ständig wiederkehrender Prozesse.

Ein halbes Jahrhundert später lassen sich Roboter aus der industriellen Fertigung nicht mehr wegdenken. Auf der Hannover Messe und der Automatica präsentieren zahlreiche Roboterhersteller ihre Produkte. Die wachsende Verfügbarkeit und der sinkende Preis von Hardwarekomponenten ermöglichen heute den Einsatz von Robotertechnologie darüber hinaus in der Medizintechnik, in der Brand- und Kampfmittelbekämpfung, bei der Inspektion von Bauwerken und sogar der Erkundung ferner Planeten. Der Fortschritt geht so schnell voran, dass es schwierig wird, passende Begriffe für alle Formen bereits existierender Roboter zu finden. Es bleibt spannend zu verfolgen, was die kommenden 50 Jahre an Entwicklungen bringen werden. Die jüngste Vergangenheit macht deutlich, dass dringender Bedarf besteht, neben der Technologie, die Beantwortung ethischer Fragestellungen in der Robotik voranzutreiben. Die ersten Roboter finden bereits heute Einzug in unsere Wohnungen. Sie nehmen beispielsweise in Form eines Staubsauger-Roboters erste Aufgaben im Haushalt war. Wer sich mit Robotik beschäftigt kennt, vielleicht auch die Bitte von Bekannten und Verwandten doch endlich einen Roboter zu bauen, der die Spühlmaschine einräumt oder die Wäsche bügelt.

In diesem Sinne möchten wir anlässlich des bevorstehenden Jubiläums einladen, diesen Blogeintrag mitzugestalten. Wenn Ihr auf Eurem Weg durchs Web über diese Zeilen lest und euch die Bitte nach dem Geschirr-Roboter oder dem Bügel-Roboter bekannt vorkommt, dann hinterlasst doch kurz einen Kommentar auf dieser Seite. Gleiches gilt für Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Was ist euch lästig im Haushalt und könnte auch ruhig ein Roboter erledigen?