Autonome Robotik

[Linkdump] 8. November 2009

Arne am 08.11.2009 um 12:12 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Der Geist von Berlin, Nanotechnologie, Roboter-Armeen und olympische Spiele:

  1. Das iPhone sitzt am Lenker
    (Die Zeit, Video, 26. Oktober 2009)
    „Ein weißes Fahrzeug rollt heran. Ohne Fahrer, wie von Geisterhand gesteuert. Von einem iPhone, um genau zu sein. Das drückt und dreht der Berliner Wissenschaftler mit chinesischen Wurzeln Miao Wang und steuert so Gas- oder Bremspedal sowie das Lenkrad der «Spirit of Berlin».“ Über ein Versuchsfahrzeug der FU Berlin, das von außen mit einem iPhone ferngesteuert wird.

  2. Robot armies will explore alien worlds
    (Telegraph, Tom Chivers, 28. Oktober 2009, englisch)
    „Robotic airships and satellites will fly above the surface of the distant world, commanding squadrons of wheeled rovers and floating robot boats“. Artikel über die Visionen von Wolfgang Fink des California Institute of Technology (Caltech) zur Erkundung fremder Welten durch Roboter.

  3. Nanotechnologie – Vormoderner Populismus im futuristischen Gewand
    (Spiegel Online, Joachim Schummer, 4. November 2009)
    „Ist die Nanotechnologie [...] wirklich eine einheitliche Technik, die einen eigenen Namen verdient, oder eher ein Bündel ganz verschiedener Techniken? Ist die Nanotechnologie überhaupt eine Technik, oder vielmehr eine Idee über Technik, die [...] weltweit binnen weniger Jahre kopiert wurde?“. Joachim Schummer über Idee, Entwicklung des Begriffs und mögliche Folgen der Nanotechnologie.

  4. Wie Roboter Gelähmte laufen lassen
    (der Westen, Marco Virgillito, 4. November 2009)
    Ein Artikel über den Lokomat, eine Therapiemaschine zum (Wieder-) Erlernen des Laufens, und Forschung zur Mensch-Maschine-Schnittstelle. „Therapiemaschinen sollen den Therapeuten nicht ersetzen, sondern sein Tätigkeitsspektrum erweitern“.

  5. China will Olympische Spiele für humanoide Roboter starten
    (Spiegel Online, Joachim Schummer, 4. November 2009)
    China hat die Idee, nach dem Vorbild des RoboCup olympische Spiele für humanoide Roboter zu starten. Starten sollen 2010 insgesamt 16 Wettbewerbe in 5 Kategorien: Leichtathletik, Ballspiele, Kampfspiele, Tanz und Dienstleistungen.

Korrektur: Das Fahrzeug Spirit of Berlin gehört natürlich zur FU Berlin, nicht zur TU Berlin, wie vormals hier geschrieben. Dank an Stefan für den Hinweis.

Die Entwicklung von ASIMO

Arne am 07.11.2009 um 15:23 Uhr - zum Artikel

Gerade beim Stöbern gefunden: Die Entwicklung und Geschichte von ASIMO in einem Bild. Der heutige ASIMO mit seinen zehn Vorfahren neben sich aufgereiht:

ASIMO und seine Vorfahren. Foto: HondaASIMO und seine Vorfahren. Foto: Honda

Gut sichtbar ist, welch große Rechner die ersten Versionen mit sich trugen, um den kompliziertes Bewegungsauflauf zu regeln. Ich hoffe, die Größenentwicklung der drei letzten ASIMOs wird nicht fortgeführt.

Dass in Kürze eine neue Version vorgestellt wird, ist übrigens nicht gänzlich unwahrscheinlich, da Honda wahrscheinlich auf die jüngsten Fortschritte von zum Beispiel Toyota antworten will.

Abbildung via KY drives.

Nachtrag: BotJunkie hat nochmal größere Bilder aller einzelnen Vorfahren aufgetan.

[Linkdump] 30. Oktober 2009

Arne am 30.10.2009 um 16:40 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage: Pflegeroboter, das Bewusstsein von Siliziumchips, ein voller Einkaufskorb und viel Augmented Reality.

  1. Vom mechanischen Löwen zum Roboter
    (SF Tagesschau, Video, 26. Oktober 2009)
    „Wer die Geschichte der Maschinen von Leonardo Da Vincis mechanischem Löwen bis zu den heutigen High-Tech-Robotern erleben will, reist dieser Tage nach Lugano.“ Video zur Ausstellung Mensch und Maschine.

  2. Noch langer Weg zum perfekten Pflegeroboter
    (futurezone@ORF, 29. Oktober 2009)
    Mit dem Sehen haben die Wissenschafter schon ihre liebe Not. Erhält eine Maschine etwa den Auftrag, den Inhalt eines Einkaufskorbes in der Küche zu verstauen, so funktioniert es mit einigen wenigen Gegenständen, so Vincze. Ein voller Korb überfordert dagegen Seh- und Aufnahmevermögen des Roboters.

  3. Künstliche Intelligenz – Chauvi gegen Chip
    (Spiegel Online, Ulrich Walter, 29. Oktober 2009)
    „Würden Sie einem extrem intelligenten Computer oder gar Leben auf Basis von Siliziumchips mehr oder weniger Bewusstsein zugestehen als belebten Wesen wie Schlangen, Fledermäuse oder Schimpansen?“ Die Antworten waren eindeutig: 68 Prozent hielten Schlangen, 85 Prozent Fledermäuse und gar 97 Prozent Schimpansen für bewusst. Die Mehrheit hingegen wollte weder einem superintelligenten Computer noch einem dem Menschen identisches Gehirnprogramm, kopiert auf einen Chip, Bewusstsein zubilligen.

  4. Augmented Reality – Produktivität in neuer Dimension?
    (imgriff.com, Thomas Mauch, 28. Oktober 2009)
    „Augmented Reality wird das Buzzword des Winters werden. iPhone und Konsorten sind die eigentlichen Treiber dieser Welle. Was aber bedeutet diese «verbesserte Realität» für unsere tägliche Arbeit? Birgt sie ungeahntes Produktivitätspotenzial?“ Zusammenstellung einiger aktueller Augmented-Reality-Anwendungen.

  5. iRobot baut Roboter für das Gesundheitswesen
    (Golem, Werner Pluta, 30. Oktober 2009)
    „Robots are not smart enought to make life or death decisions.“ Interview mit iRobot-Chef Colin Angle anlässlichd er Ankündigung von iRobot, Roboter für das Gesundheitswesen zu bauen.

Roboter: Ropid

Arne am 30.10.2009 um 16:40 Uhr - zum Artikel

ROPIDROPID

ROPID ist ein noch junger, humanoider Roboter, der in diesem Monat von Tomotaka Takahashi von der Kyoto University vorgestellt wurde. Ropid ist 38 Zentimeter hoch und sein Gewand aus Karbonfaser und Plastik gefertigt.

Seine Fähigkeiten übersteigen die Fähigkeiten anderer Humanoider seiner Klasse nicht erheblich, im Wesentlichen bietet er die typischen Bewegungsabläufe. Er kann zwar 8 Zentimeter hoch hüpfen, die Behauptung des Bauers, er könne laufen/rennen, kann das Video jedoch nicht bestätigen. Selbst bei der hektischen Bewegung, die zu sehen ist, fehlt das wesentliche Element von Laufen/Rennen: Dass nämlich für eine zumindest kurze Zeitspanne beide Füße den Kontakt zum Boden verlieren. Im Video ist das nicht zu sehen:

Demonstration von Ropid

Auch wenn die Bewegungsfähigkeit an die Fähigkeiten der Konkurrenz erinnern, hebt sich Ropid etwas ab. So ist er etwas schneller als seine Kollegen, einen weiteren, großen Teil macht aber sicher sein Gesicht aus, mit den leuchtenden Augen und der niedlichen Schnute. Die Art und Weise, wie er Sprachkommandos mit einem Aufleuchten der Augen, Nicken und einer Antwort quittiert, ist ganz vorzüglich. Ich mag besonders, wie er nach Ausführung eines Kommandos wieder seinen Befehlsgeber ansieht, um die nächste Aufgabe entgegenzunehmen.

Solche kleinen, kommunikativen Gesten des Roboters sind keine großen Schritte in technischer Hinsicht, sind aber Elemente, die in der Servicerobotik, also bei dem Kontakt zwischen Robotern und Menschen, bisweilen mehr bewirken, als technische Lösungen. Sie können die Akzeptanz eines Roboters enorm erhöhen. Da kann man auch die zwischenzeitliche Schwerhörigkeit von Ropid gut verzeihen, die einer offenbar noch nicht ganz ausgereiften Spracherkennung oder der Geräuschkulisse während der Vorführung geschuldet sein dürfte.

Insgesamt einer toller, kleiner Roboter, der viel Spaß beim Zusehen und sicher auch beim Arbeiten macht.

Via engadget German. Weitere Bilder bei Robot Watch.

Zweibeiner PetMan von Boston Dynamics

Arne am 27.10.2009 um 15:49 Uhr - zum Artikel

Boston Dynamics hat bereits vor einiger Zeit mit BigDog beeindruckt, einem vierbeinigem Roboter, der sich beinahe furchterregend echt bewegt und vierbeinig durch die verschiedensten Gelände trabt.

Boston Dynamics stellt jetzt die nächste Laufmaschine vor: PetMan. Nicht minder realistisches Laufen und, da diesmal zweibeinig, dem Menschen ähnlicher und dadurch dem Uncanny Valley sehr nahe:

PetMan auf einem Laufband

PetMan läuft 3,2 Meilen pro Stunde (etwa 5,1 Stundenkilometer). Er ist damit nicht der schnellste unter den Zweibeinern (er wird in dieser Disziplin noch von Asimo geschlagen), sein Gang ist jedoch trotzdem bemerkenswert. PetMan rollt wie der Mensch über Ferse und Fußballen ab und hat eine sehr dynamische Gangart. Wie BigDog bringt ihn auch ein Schubser nicht aus dem Gleichgewicht, er fängt sich selbstständig durch einen entsprechenden Ausfallschritt ab und läuft weiter.

Wie BigDog hat auch PetMan einen Einsatz im Militär vor sich. Anders jedoch als BigDog ist PetMan nicht als Gefährte für Soldaten gedacht, sondern soll Schutzkleidung für Soldaten testen. So soll er Schutzkleidung gegen chemische Kampfstoffe und Gifte testen. Wie realistisch er dabei die menschliche Beanspruchung der Kleidung simulieren kann, lässt sich im Video sehen. Gerade die Seitenansicht irritiert, da sich die scheinbare Lebendigkeit nicht leicht einer Maschine zuordnen lässt.

13 Monate hat Boston Dynamics an PetMan entwickelt, weitere 17 Monate folgten für Konstruktion, Inbetriebnahme und Tests. PetMan soll für seinen späteren, geplanten Einsatz natürlich noch einen Oberkörper bekommen, um den kompletten Anzug testen zu können. Damit soll er dann auch all die anderen Bewegungen machen können, die Soldaten machen: Bücken, Krabbeln, Robben, … auch Schwitzen soll PetMan können.

In dieser Anwendung, Kleidung möglichst der gleichen Belastung auszusetzen, wie sie Soldaten verursachen, ist auch die beunruhigend menschenähnliche Bewegung des Roboters begründet. Zweck ist hier eben nicht nur – wie etwa beim Asimo – das zweibeinige Laufen, sondern explizit zweibeiniges menschenähnliches Laufen. Und das ist ihnen gelungen!

Mehr zum PetMan.

Via Planet Robotics.

[Linkdump] 22. Oktober 2009

Arne am 22.10.2009 um 16:57 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

  1. Bis Roberta endlich blinkt
    (Frankfurter Rundschau, Julia Artner und Meital Lior, 21. Oktober 2009)
    „Wie kann ich programmieren, dass Roberta einen Stift halten kann und beim Fahren malt?“ Mädchen in der Kinderwerkstatt des Museums für Kom­mu­ni­ka­tion sollen sich für Dinge begeistern, die sonst eher Jungen mögen: Technik und Informatik. Sie arbeiten dazu mit dem Lego-Roboter Roberta.

  2. Japan: Robot Nation
    (current_, Video, englisch)
    25-minütiges Video (englisch) über Roboter im Kontext des demografischen Wandels der japanischen Gesellschaft. Roboter könnten eines Tages in Japan helfen, das Fehlen von Nachwuchs und Immigranten auszugleichen.

  3. Schwimmende Korkenzieher
    (Deutschlandradio, Radiobeitrag)
    Winzige, korkenzieherförmige Metallstrukturen schrauben sich wie Bakterien vorwärts. Radiobeitrag zu nanometer-großen Robotern der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.

  4. Roboter sind riskante Hausfreunde
    (Heise c't, Hans-Arthur Marsiske, 17. Oktober 2009)
    Eine Studie der University of Washington zu vernachlässigten Sicherheits- und Datenschutzfragen bei aktuellen Robotern. Beispielhaft wurden die via Internet steuerbaren Roboter Rovio, Spykee RoboSapien V2 untersucht. (englische Originalstudie, PDF, 500 kB)

  5. Bewaffnete Kampfmaschinen
    (Heise c't, Hans-Arthur Marsiske, 5. Ausgabe 2009)
    „Langfristig wird am Ziel Autonomie festgehalten. Doch der Schutz der Soldaten hat Priorität.“ Vertreter der Bundeswehr sprechen beim Forum „Unmanned Vehicles“ über die Bewaffnung von ferngelenkten Plattformen.

  6. Roboter simuliert Schweinegrippe-Symptome
    (FAZ.net, Video)
    Japan zeigt auf der Sicherheitsmesse einen humanoiden Roboter, der die Symptome des H1N1-Virus beim Menschen simuliert und damit zur Ausbildung von Helfern im Ernstfall beitragen soll.

Roboter-Rikscha-Tandem-Dingens

Arne am 18.10.2009 um 20:03 Uhr - zum Artikel

Die wohl coolste Art, sich fortzubewegen: Ein Tandem, auf dessen hinterem Sattel ein humanoider Roboter sitzt, der einem das mühsame Treten abnimmt. Gerade bei YouTube gefunden:

Roboter-Tandem

Wenn man jetzt dem Roboter noch Gyroskope zur Lageregelung einbaut, so dass das Fahrrad nicht mehr umfällt und man selbst an der Ampel nicht mehr den Fuß auf den Boden setzen muss (wie das aussehen kann, sieht man hier am Anfang und Ende des Videos), ist das echt das lässigste Gefährt der Welt.

Das Fahrrad will ich auch haben. Supercool!

[Linkdump] 13. Oktober 2009

Arne am 12.10.2009 um 17:58 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage: