Robotik-Blog

[Linkdump] 13. Oktober 2009

Arne am 12.10.2009 um 17:58 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

ABB FANTA Can Challenge Volume 2

Arne am 12.10.2009 um 17:10 Uhr - zum Artikel

Vor einem guten halben Jahr habe ich hier im Blog Fanta Can Challenge (etwa Fantadosen-Herausforderung) des Industrieroboter-Herstellers ABB gezeigt. Damals mit zwei Robotern, die mit beeindruckender Geschwindigkeit kooperierten.

Jetzt legt ABB noch einen drauf: Wieder ist es ein Video, um ABB TrueMove und QuickMove zu bewerben, diesmal allerdings mit drei Robotern, immernoch unglaublich schnell und präzise, und sogar vor einem anständigen Hintergrund. Aus sechs Fantadosen wurden zwölf, aus zwei Robotern drei und aus der lustigen Schlangenbahn eine deutlich kompliziertere Bewegung für den obersten Roboter.

ABB FANTA Can Challenge Volume 2

Pancakes per minute

Arne am 06.10.2009 um 14:45 Uhr - zum Artikel

ABB hat kürzlich einen Pancake Picker gezeigt, der eine erstaunliche Ppm-Rate (Pancakes per minute [1] ) besitzt. Zumindest scheint dieses Maß ein vernünftiges zu sein, um die Leistung des Pancake Pickers zu bewerten.

ABB Pancake Picker

Mit seinen 400 Ppm (Pancakes per minute) stellt er die vormals eingesetzten menschlichen Pancake Picker in den Schatten.

Wer nun auch dem Charme des Videos mit seiner dramatischen Musik, der Missionsankündigung zu Beginn, den Pancakes per minute und dem Pancake Buffer erlegen ist, der kennt den Grund für diesen Blogeintrag. Ganz davon ab, dass ich den Robotern über Minuten dabei zusehen könnte, wie sie die kleinen Pfannkuchen in verschiedenen Konfigurationen stapeln und die Geschwindigkeit und Präzision der Roboter wirklich erstaunlich ist.

Noch ein wenig technischer Hintergrund: Bei den vier Robotern handelt es sich um ABBs FlexPicker, die über eine Steuerung angesprochen werden, die den großartigen Namen Pickmaster 3.2 trägt. Jeder der Roboter ist durch eine 4Gb-Ethernet-Kamera unterstützt, die vor ihm über dem Förderband angebracht ist und die Position der Pancakes erkennt.

Weitere Robotik-Videos gibt es wie immer nebenan in der Video-Abteilung, die sich genau wie dieser Blog abonnieren lässt.

Ich will jetzt auch einen Pancake Buffer für meinen Schreibtisch!

Via Planet Robotics.

1
Maßeinheit frei erfunden aber von mir zur Weiterverwendung empfohlen.

Auto lernt vom Fahrer

Arne am 06.10.2009 um 00:48 Uhr - zum Artikel

EU-Projekt „DRIVSCO“EU-Projekt „DRIVSCO“

Vorausschauend Fahren ist sowohl aus sicherheitstechnischen als auch aus öko­lo­gisch­en Grün­den im Stra­ßen­ver­kehr ge­bo­ten. Das können Menschen aktuell noch sehr viel besser als Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme. Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme setzen, um den Fahrer während der Fahrt zu unterstützen, in der Regel auf eine Kom­bi­na­tion aus mehreren Sen­so­ren. Sie können allerdings nicht so viele In­for­ma­tio­nen wie der Fahrer selbst in die Be­wert­ung der Situation einfließen lassen und dem­ent­spre­chend nicht so vo­raus­schau­end fahren. Der Fahrer weiß, wie eilig er es hat, wohin er will und greift auf einen reichen Er­fah­rungs­schatz vergangener Au­to­fahr­ten zurück.

Das EU-Projekt DRIVSCO hat ein System entwickelt, um diesen Erfahrungsschatz und die Fähigkeit, vorausschauend zu fahren, Fahrerassistenzsystemen anzueignen. Das System soll dafür tagsüber vom Fahrer lernen und das Gelernte nachts anwenden können. Nachts nämlich sind Fahrerassistenzsysteme dem menschlichen Fahrer in einer Hinsicht überlegen: sie können Infrarotkameras nutzen und damit sehr viel weiter sehen, als der Mensch es nachts kann. Das multi-nationale Projekt DRIVSCO unter Leitung des Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Universität Göttingen ist bereits abgeschlossen und hat die Ergebnisss in einen Prototypen gegossen, den Hella in ein Testfahrzeug eingebaut wurde.

Das Assistenzsystem lernt, indem es tagsüber in jeder Situation versucht, die Verkehrssituation anhand von Kameras zu erkennen und die dazugehörigen Fahrmanöver speichert. Die Verkehrssituation ergibt sich zum Beispiel aus der Straßensituation, dem Radius der folgenden Kurve, Hindernissen und Autos in der Umgebung. Das dazugehörige Fahrmanöver ist die Lenkbewegung und die Beschleunigung oder das Abbremsen des Autos. So erhält das System eine Datenbasis, die das Verhalten des Fahrer repräsentiert und kann nun versuchen, dieses Verhalten nachzuahmen. Lernen (Lehren) durch Demonstration.

Nachts vergleicht das System die aktuelle Fahrweise des Fahrers mit der bei Tag aufgezeichneten Datenbasis, da das System die Fahrsituation auch nachts aufgrund der Infrarotbilder gut erkennen kann. Weicht die Fahrweise des Fahrers deutlich von der Fahrweise tagsüber ab, interpretiert das System, dass die Situation für den Fahrer nicht gut erkennbar oder falsch eingeschätzt ist und warnt den Fahrer.

Wie sich ein solches Fahrerassistenzsystem in der Praxis anfühlt, wäre interessant zu erfahren. Vielleicht wird ein solches System ja von Autofahrern eher akzeptiert, wenn sie wissen, dass die aktuellen Vorschläge nicht aufgrund von Verkehrsregeln und externen Vorgaben erzeugt werden, sondern quasi die eigenen Vorschläge sind, da sie auf der eigenen Datenbasis berühren.

Man wird sozusagen nachts von sich selbst assistiert. Eine schöne Vorstellung.

Autoversicherer dürften sich dabei auch die Hände reiben, da eine solche Datenbasis eine herrlich detaillierte Aussage über die Fahrweise des Fahrers zulässt und damit eine neue Berechnungsgrundlage für den personalisierten Versicherungstarif.

Roboter: ASIMO, RIBA und OmniZero.9

Arne am 29.09.2009 um 22:30 Uhr - zum Artikel

Hier nochmal ein Schwung Roboter. Diesmal mit ASIMO eine wahre Größe der Robotik, sowie mit RIBA und OmniZero.9 zwei jüngere Modelle.

ASIMO

Hondas ASIMOHondas ASIMO

ASIMO („Advanced Step in Innovative Mo­bi­li­ty“) ist ein humanoider Roboter, der vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt von Honda vor­ge­stellt wurde und heute nach wie vor die am weitesten entwickelte Technik zur zwei­bei­ni­gen Fort­be­we­gung besitzt. Weltweit gibt es mittlerweile ca. 30 ASIMOs. Die einzigen in Deutsch­land tun im CoR-Lab der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld ihren Dienst.

Das aktuelle ASIMO-Modell kann 2,7 Stun­den­ki­lo­me­ter schnell gehen und sogar rennen. Dabei ist ASIMO dann 6 km/h schnell und hat wie der Mensch beim Laufen eine kurze Phase (80 Millisekunden), in der beide Füße keinen Bodenkontakt haben. Er kann im Kreis laufen, Treppen steigen und allerhand mehr.

Aufgrund der Bewegungs-Fähigkeiten des ASIMO und seiner äußerlichen Ähnlichkeit zum Menschen wird er besonders gerne zur Forschung in der Servicerobotik, also der Robotik mit Menschkontakt, eingesetzt. Dabei sind in den letzten Jahren viele, span­nen­de Experimente herausgekommen. Gedanken lesen (hierbei funktioniert ASIMO allerdings nur als beeindruckende Demo und hat mit dem eigentlichen Vorgang wenig zu tun) oder wie im folgenden Video das Verstehen und Lernen neuer Ge­gen­stän­de:

ASIMO lernt neue Gegenstände (BBC)

Im folgenden Video wird das beeindruckende Laufen von ASIMO genutzt, um zu zeigen, wie der Roboter nicht nur statischen Hindernissen ausweichen kann, sondern auch auf sich bewegende Hindernisse reagiert und seinen Weg trotzdem sicher geht:

ASIMO umgeht bewegte Hindernisse

RIBA

RIBARIBA

RIBA ist ein überdimensionierter weißer Ted­dy­bär, der in der Altenpflege eingesetzt werden soll. Er wurde in Japan entwickelt und soll vor allem beim Transport von Alten und Kranken im Krankenhaus helfen können.

Es bleibt abzusehen, wie lange es noch braucht, bis ältere Menschen sich ohne Angst in die Arme eines Roboterriesen begeben wollen. Die Japaner sind im Bezug auf Roboter ja etwas weniger scheu als der Rest der Welt, aber auch dort läuft es wahrscheinlich – gerade bei älteren Menschen – nicht ganz ohne Widerstand.

Wie man sich diesen Transport vorstellt ist im folgenden Video zu sehen. Nicht zu sehen ist, wie der Roboter alleine einen Menschen aus dem Bett heben kann. Er ist wahrscheinlich (vorerst?) nur als kräftige Tragehilfe gedacht.

RIBA transportiert pflegebedürftige Personen

OmniZero.9

Der OmniZero.9 wurde letzte Woche auf der ROBO-ONE humanoid robot competition vorgestellt. Es handelt sich um einen humanoiden Roboter des Bastlers Takeshi Maeda und er ist der Nachfahre des Modells OmniZero.4. Der Roboter kann nicht nur auf seinen zwei Beinen durch die Gegend marschieren, sondern zeigt auch seine Transformation in ein Gefährt.

OmniZero.9 transformiert sich und trägt seinen Schaffer

Wie im Video zum Ende zu sehen ist, transformiert sich OmniZero.9 anders als viele andere Transformer-Bots nicht nur der Optik halber und ist sonst ein instabiles Wesen. Der OmniZero.9 muss über viel Stabilität und erstaunliche Servo-Motoren in seinen Gelenken verfügen, wenn er mit seinem Erbauer auf dem Rücken (auf der Brust? auf dem Kopf?) weiter bewegungsfäig bleibt.

Der OmniZero.9 scheint damit ein aussichtsreicher Kandidat für den eigenen coolen Roboter-Freund zu sein, der einem – fahrend oder gehend – nicht von der Seite weicht und einen im Notfall sogar trägt.

Via Planet Robotics, BotJunkie und Plastic Pals.

[Linkdump] 18. September 2009

Arne am 18.09.2009 um 16:36 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

In eigener Sache: 100. Beitrag

Arne am 17.09.2009 um 15:01 Uhr - zum Artikel

100 Beiträge hat dieses noch junge Blog in den letzten neun Monaten angesammelt. Spaß hat es mir bislang gemacht und mehr und mehr Leser interessieren sich für die Beiträge – seit Beginn etwa 12.500 Leser. Aus eigenem Interesse habe ich mal die Begriffe extrahiert, die hier die bisherigen Beiträge dominiert haben.

  1. Roboter (209 mal) [1]

  2. Robotik (83) [2]

  3. Roomba (44)

  4. Video (55) [3]

  5. Zeit (28)

  6. Jahr (41) [4]

  7. Buch (26)

  8. iRobot (22)

  9. Menschen (19)

  10. University (17)

  11. Drohnen (14)

  12. USA (14)

  13. Japan (14)

  14. Website (13)

  15. Idee (13)

  16. Entwicklung (12)

  17. LEGO (12)

  18. Technik (11)

  19. Keepon (11)

Natürlich ohne Gewähr, die Begriffe sind durch ein einfaches, schnell zu­sam­men­ge­schrie­be­nes Script extrahiert.

Für die nächsten hundert Beiträge wünsche ich mir übrigens mehr Kommentare und Feedback von den Bloglesern. Ob Kommentare zu einzelnen Beiträgen, zu den hiesigen Themenfeldern oder Kritik am Blog selbst … ich freue mich über Rückmeldung.

Auf die nächsten 100 Beiträge, danke für`s Lesen.

1
154 mal Roboter, 29 mal Robot und 26 mal Robotern.
2
46 mal Robotik, 22 mal Robotics und 15 mal Robotische.
3
41 mal Video und 14 mal Videos.
4
27 mal Jahr und 14 mal Jahren.

Wie sicher sind Militär-Drohnen?

Arne am 17.09.2009 um 14:06 Uhr - zum Artikel

Wie in letzter Zeit vielfach in der Presse zu lesen und auch in diesem Blog bereits erwähnt, werden mittlerweile unbemannte Drohnen vom Militär gerne eingesetzt. Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass diese Maschinen, wenn sie unbemannt und halb-autonom, zudem mit Waffen ausgerüstet, durch die Gegend fliegen, höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Aktuelle Entwicklungen rund um die Drohnen und Aussagen des Militärs lassen den beunruhigenden gegenteiligen Schluss zu.

Die Drohnen fliegen halb-autonom und werden von Piloten am Boden ferngesteuert. Die Drohnen, die in Afghanistan eingesetzt werden, werden zur Zeit besonders gerne von Piloten aus Nevada in den USA gesteuert. Die sitzen dort und übermitteln die Kommandos anhand der Video-Informationen, die sie ihrerseits von der Drohne übertragen bekommen, per Satellit. Bricht die Satellitenverbindung ein, ist die Drohne so schlau, erst einmal an der aktuellen Position zu kreisen, um auf die Wiederaufnahme der Verbindung zu warten. Geht der Treibstoff aus, sind die Drohnen so programmiert, dass sie zu ihrer Basis zurückkehren.

Das funktioniert allerdings nicht immer wie gewollt, wie kürzlich eine irische Drohne demonstrierte, die in Zentralafrika ihren Einsatz flog. Diese Drohne hatte fälschlicherweise noch ihre irische Heimatbasis einprogrammiert und stürzte folgerichtig auf ihrem viel zu langen Rückflug in der Wüste ab. [1] Ist eine solche Maschine mit Bomben beladen und stürzt nicht in die Wüste, sondern in besiedelte Gebiete, sind die Folgen katastrophal. Aktuelle Drohnen tragen bislang nämlich noch keine Selbstzerstörungs-Mechanismen für solche Fälle an Bord.

Bewaffnete Reaper MQ-9Bewaffnete Reaper MQ-9

Letzten Sonntag entschloss sich eine in Afghanistan eingesetzte Drohne vom Typ MQ-9 Reaper, nicht mehr auf die Befehle ihres fernsteuernden Piloten zu hören. Da sich die Drohnen allerdings selbstständig in der Luft halten, flog sie weiter und hielt dabei unaufhörlich auf fremden Luftraum zu. Da die Kontrolle über die Maschine nicht mehr wiederzuerlangen war, wurde kurzerhand ein bemannter Kampfjet entsandt, der die Drohne abschoss um sie so in einen unbewohnten Berghang stürzen zu lassen. Klingt das nach sicherer Technik?

Zur allgemeinen Flugsicherheit dieser ferngesteuerten Drohnen heißt es bei Popular Science:

More than a third of the 200 Predators delivered to date have crashed catastrophically, due to both aircraft malfunction and human error. One pilot executed a hard left at high speed—perfectly doable in a manned combat craft but not a maneuver the Predator, powered by a snowmobile engine, can handle; it flipped over and spiraled out of control. Several other operators accidentally switched off the engine mid-flight. One inadvertently erased the onboard RAM, and with it any hope of controlling the aircraft. “That this was even possible to do during a flight is notable in itself and suggests the relatively ad hoc software development process occurring for these systems”, wrote human-error specialist Kevin Williams of the Federal Aviation Administration in a 2004 analysis of UAV crashes. As Colonel John Montgomery put it to a group of reporters at Creech last March, “We’re on the ragged edge”.

Es lässt sich also tatsächlich bei den Drohnen im Flug unabsichtlich der Motor abstellen, die Software löschen und es lassen sich Flugmanöver vorgeben, die mit den Flugeigenschaften der Drohne nicht vereinbar sind und damit unweigerlich zum Absturz führen. Etwas, was zum Beispiel bei modernen Passagiermaschinen undenkbar ist, die dafür zahlreiche, redundante Sicherungssysteme in sich tragen. Also warum nicht bei Maschinen, die mit bis zu 16 Bomben bestückt über die Häuser kreisen?

Kein besonders beruhigendes Wissen, oder?!

Via BotJunkie, via Planet Robotics.

1
Strategy Page: The Homesick UAV