Robotik-Blog
-
Auf nach München!
von Arne am 06.06.2010 um 11:54 Uhr
So, heute geht`s auf nach München zur diesjährigen Automatica, wo wir eine Demo zur Mensch-Maschine-Interaktion mit dem KUKA Leichtbauarm zeigen werden, wie wir es in ähnlicher Form auf der Hannover Messe gemacht haben.
Automatica 2010Die letzten Tage waren wieder hinreichend stressig, da wir die Demo weiter ausgebaut haben und neue Dinge zeigen wollen und werden. Aber die Arbeit hat sich gelohnt und wir sind wieder einen deutlichen Schritt weiter, was die Beherrschung des Roboters und die Einbindung in natürliche und intuitive Interaktion zwischen Mensch und Maschine angeht.
Wenn ich Zeit habe, werde ich an dieser Stelle noch etwas detaillierter beschreiben, was wir im Moment mit dem Roboter machen.
So, aber nun auf nach München. Ich freu mich schon auf interessante Gespräche mit anderen Automatisierungstechnikern und auf den Biergarten heut abend. Und auf das gemeinsame Essen mit der Robotikgruppe von Siemens CT, bei denen ich eine zeitlang gearbeitet habe, freue ich mich ganz besonders.
zu den Kommentaren
-
iCub, ich komme!
von Arne am 05.06.2010 um 20:20 Uhr
Wuhuu, iCub, ich komme!
Meine Bewerbung wurde angenommen und bin zur iCub Summer School in diesem Juli im nord-italienischen Sestri Levante eingeladen.
Krabbelnder iCubZehn Tage darf ich dort zusammen mit über 50 anderen Wissenschaftlern diskutieren, zusammenarbeiten, am iCub programmieren mit dem Ziel, die europäische iCub-Community zu stärken und dem iCub neue Fähigkeiten beizubringen.
Ich bin voller Vorfreude, endlich in die Softwareentwicklung mit dem iCub einzusteigen und vor Ort viele interessante Leute kennenzulernen. Darunter diejenigen, die von Beginn an im RobotCub-Projekt die Hardware und die Software-Architektur ersonnen haben, die aus iCub den tollen Roboter gemacht hat, der er heute ist.
Ich hoffe auch ein wenig Zeit zu finden, mit Darwin Caldwell und Lorenzo Natale über die weitergehende (und schon laufende) Weitergentwicklung des iCub sprechen zu können. Insbesondere wird das die Erweiterung des iCub in Hinblick auf Compliant Actuators [1] sein. Bei meiner letzten Begegnung mit Darwin Caldwell hat dieser die vorsichtige Hoffnung geäußert, mit dem neuen compliant iCub (der wohl cCub heißen wird) bereit im Sommer diesen Jahres aufrecht laufen zu können.
Ich bin gespannt und werde berichten.
- 1
- Compliance, englisch für Nachgiebigkeit, ist die Fähigkeit der Robotik-Hardware auf sie einwirkenden Kräften nachzugeben. Das kann zum einen durch eingebaute Federn passieren (passive Nachgiebigkeit) oder zum anderen durch entsprechende Kraftmessung und Regelgesetze (aktive Nachgiebigkeit). Der kommende iCub wird beides besitzen.
-
Angemeldet zur iCub SummerSchool 2010 (VVV10)
von Arne am 20.05.2010 um 22:16 Uhr
Ich habe mich vor einigen Tagen zu der diesjährigen iCub Summer School angemeldet. Die diesjährige Summer School VVV10, Veni Vidi Vici findet im Juli im nord-italienischen Sestri Levante statt.
iCubDie Summer School ist im Wesentlichen ein Zusammentreffen von Wissenschaftlern, die mit dem iCub arbeiten oder arbeiten werden und die sich in diesen zwei Wochen zusammen ganz auf dies konzentrieren wollen. Das ganze findet in lockerer Atmosphäre statt, es gibt keinen festen Zeitplan, keine festen Themenvorgaben, sondern die Gruppe organisiert sich vor Ort selbst um in diesen zwei Wochen gemeinsam richtig was zu schaffen.
Ich freu mich sehr darauf und hoffe sehr, am 1. Juni von den Organisatoren die Bestätigung dafür zu bekommen. Im Rahmen des AMARSi-Projekts (über das ich dringend noch schreiben sollte) werde ich mit dem iCub [1] (über den ich auch dringend schreiben sollte) viel zu tun haben. Dementsprechend freue ich mich, auf diese Art und Weise in die Softwareentwicklung rund um den iCub einzutauchen und die Leute kennenzulernen, die innerhalb des RobotCub-Projekts den iCub zum Leben erweckt haben.
Also Daumen drücken! Wenn es funktioniert, wird hier von der Summer School aus erster Hand zu lesen sein. :)
- 1
- Der iCub ist übrigens ein waschechter Europäer. Entwickelt maßgeblich am IIT (Italien Institute of Technology) im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts RobotCub.
-
robosauger.com: Nachtrag bzgl. Kundenservice
von Arne am 16.05.2010 um 18:37 Uhr
Letzten Monat habe ich über die Website robosauger.com (Affiliate-Link) berichtet, die aktuell mit viel Einsatz für sich wirbt. Ich hatte mich damals kritisch geäußert und kommentiert, dass Amazon bisweilen günstiger ist und auch in Sachen Kundenservice nur schwer an Amazon vorbeizukommen sein dürfte.
Zumindest letzteres ist gegebenenfalls nicht haltbar, wie eine E-Mail von Geschäftsführer Stefan Riepl an dieses Blog andeutet. Er schreibt mir (ich zitiere hier sein Einverständnis voraussetzend) :
Zu unserem Kundenservice möchte ich […] anmerken […]: 1. Jeder Kunde erhält eine selbst erstellte Reinigungsanleitung dazu. Dort wird z. B. auch erklärt, wie wichtig es ist, auch die Seitenbürste abzuschrauben und zu reinigen. 2. Käufer vom Roomba 581 haben die Möglichkeit, einen Wohnungsgrundriss per Mail einzureichen, wir zeichnen dann die optimalen Positionen der „Leuchttürme“ ein. 3. Alle Käufer werden automatisch nach sieben Tagen kontaktiert und es wird nachgefragt, ob Fragen aufgetaucht sind. 4. Wir legen unseren Kunden ein Stück selbstklebenden Klettverschluss bei. (Dieser kann als Bumperschutz aufgeklebt werden)
Stefan Riepl, Geschäftsführer bei robosauger.comDas mit den persönlich auf den Wohnungsgrundriss optimierten Leuchtturm-Positionen finde ich eine nette Idee, selbst wenn das auch für den Kunden eine relativ machbare Aufgabe ist. Und auch die restlichen Punkte zeigen, warum man sich ggf. für einen spezialiserten Einzelhändler entscheiden wollen könnte.
Auch wenn ich mich nach wie vor in diesem Belang wohl rein nach dem Preis entscheiden würde, ist dies zumindest ein Punkt, den man bei einem Kauf übers Internet mit einbeziehen kann. An Erfahrungen mit dem Shop bin ich unabhängig davon weiterhin interessiert. Ob per Kommentar oder per E-Mail.
zu den Kommentaren
-
In der Presse: Roboter iFairy traut
von Arne am 16.05.2010 um 17:57 Uhr
Dass die Robotik in die Mainstream-Presse findet, ist zwar kontinuierlich mehr werdend (Notiz an mich selbst: Diese Behauptung mal belegen), aber immer noch nicht häufig.
Dass es robotische Artikel in der Mainstream-Presse gibt, passiert entweder, wenn jemand verletzt wird oder stirbt (in jüngster Zeit häufiger mal bei Militärdrohnen) oder … wenn es hübsche Bilder und eine lustige Geschichte gibt.
Das ist in diesen Tagen mal wieder passiert mit iFairy, einem Roboter, der in Japan ein Ehepaar getraut hat. Da es dazu auch hübsche Bilder gibt,
iFairy während der Trauungwird darüber gerne berichtet. Dass der Bräutigam auch noch selbst Professor für Robotik ist und die Braut in dem Unternehmen arbeitet, das iFairy vertreibt, ist natürlich weitere Color to the Story. Dementsprechend finden sich Artikel zum Beispiel bei:
Spiegel Online: Roboter-Trauung – Sie dürfen… klick… die Braut… klick… küssen
RP Online: I-Fairy weiß genau, wann geküsst wird – Roboter leitet japanische Hochzeit
In den Artikel ist zum Teil die Rede davon, dass dies nun die erste von einem Roboter vollzogene Trauung ist. Ich meine mich alleridngs an eine ähnliche Geschichte aus Südkorea erinnern zu können. Erinnert sich jemand?
Ganz davon abgesehen, dass der Roboter ja eigentlich nur eine ferngesteuerte Puppe war (was ihn nach einigen Definitionen gar nicht zum Roboter macht und was der Bräutigam ja auch – zu Recht – bemängelt). Der Kurier und RP Online lehnen sich daher mit der Aussage, es handele sich um eine Trauung vollzogen von einer „künstlichen Intelligenz“, weit aus dem Fenster.
Finden sich die Artikel eigentlich auch in den Printversionen dieser Medien? Ins deutschsprachige Fernsehen hats iFairy schon geschafft. Sogar in soetwas ähnliches wie die Nachrichten: in die Newstime von Pro7.
zu den Kommentaren
-
Infografik: The Wild World of Robots
von Arne am 11.04.2010 um 15:33 Uhr
Und hier – irgendwie passend zum 50-Jährigen – eine Infografik (oder zumindest so etwas in der Art) zur Robotik. Aus meinem Eingangskorb der letzten Tage, gefunden bei onlineschools.org. Sozusagen ein unterhaltsames Fact Sheet:
The Wild World of RobotsFuture crimes will be comitted by robots.
zu den Kommentaren
-
robosauger.com mit einer Blog-Kampagne
von Arne am 11.04.2010 um 13:41 Uhr
robosauger.com scheint im Moment eine Menge Dampf machen zu wollen. Seit Tagen tauchen in meinen Feedreadern unzählige Blog-Beiträge auf, die über die Vorzüge der Website von RoboSauger berichten. Dort kann man Roboter-Staubsauger und -Wischer kaufen, vornehmlich den iRobot Roomba und Scooba, wie mir scheint.
Das plötzliche Auftreten der zahlreichen Beiträge ist allerdings kein Zufall, robosauger.com hat – wie ein Hinweis zuoberst der Beiträge zeigt – bei Trigami eine Blog-Kampagne losgetreten, die Blogger für die Beiträge entlohnt. Ich erinnere mich, auch für diesen Blog eine Anfrage von robosauger.com bekommen zu haben.
Ich habe mich damals aus zwei Gründen dagegen entschieden. Erstens will ich, dass dieser Blog weitestgehend werbefrei bleibt (und vor allem frei von als Artikel getarnter Werbung). Ich hatte allerdings überlegt, trotzdem über die Website zu schreiben, wenn sie gut ist. Dort kam zweitens ins Spiel, denn die Website scheint mir zum Einen nicht besonders übersichtlich, zum Anderen kann ich keine Preisvorteile gegenüber anderen Shops erkennen. Amazon zum Beispiel ist beim Roomba in der Regel sogar günstiger (Affiliate-Link) und ebenfalls versandkostenfrei.
Hat jemand schon Erfahrungen mit der Website und kann Vorteile benennen? Auch in Sachen Kundenservice dürfte sich nämlich nur schwerlich an Amazon vorbeikommen lassen.
Aber ich lasse mich gerne überzeugen.
zu den Kommentaren
-
50 Jahre in der Robotik
von Jörn am 31.03.2010 um 01:24 Uhr
Vom 3. bis zum 8. Mai treffen sich Robotik-Experten aus aller Welt zur wohl bedeutensten Konferenz auf diesem Gebiet: der International Conference on Robotics and Automation (ICRA). Sie findet in diesem Jahr in Anchorage in Alaska unter dem Oberbegriff „50-Years of Robotics" statt. Auch Botzeit blickt diesem Jubiläum entgegen.
Das US-Patent mit der Nummer 2988237 ist auf den 13. Juni 1961 datiert. Es beschreibt die Erfindung eines elektromechanischen Apparates zur Handhabung von Werkstücken durch George Charles Devol. George Devol wird damit heute auch der Erfinder des weltweit ersten Industrieroboters genannt. Bislang erfolgte die Handhabung von Werkstücken zwischen benachbarten Förderbändern laut Patentschrift vornehmlich manuell oder mithilfe von Nockensteuerungen. Der Roboter verband die Vorteile beider Varianten. Er war genau wie die manuelle Arbeitskraft flexibel für wechselnde Aufgaben einsetzbar. Zugleich erlaubte er aber auch eine Automatisierung monotoner, ständig wiederkehrender Prozesse.
Ein halbes Jahrhundert später lassen sich Roboter aus der industriellen Fertigung nicht mehr wegdenken. Auf der Hannover Messe und der Automatica präsentieren zahlreiche Roboterhersteller ihre Produkte. Die wachsende Verfügbarkeit und der sinkende Preis von Hardwarekomponenten ermöglichen heute den Einsatz von Robotertechnologie darüber hinaus in der Medizintechnik, in der Brand- und Kampfmittelbekämpfung, bei der Inspektion von Bauwerken und sogar der Erkundung ferner Planeten. Der Fortschritt geht so schnell voran, dass es schwierig wird, passende Begriffe für alle Formen bereits existierender Roboter zu finden. Es bleibt spannend zu verfolgen, was die kommenden 50 Jahre an Entwicklungen bringen werden. Die jüngste Vergangenheit macht deutlich, dass dringender Bedarf besteht, neben der Technologie, die Beantwortung ethischer Fragestellungen in der Robotik voranzutreiben. Die ersten Roboter finden bereits heute Einzug in unsere Wohnungen. Sie nehmen beispielsweise in Form eines Staubsauger-Roboters erste Aufgaben im Haushalt war. Wer sich mit Robotik beschäftigt kennt, vielleicht auch die Bitte von Bekannten und Verwandten doch endlich einen Roboter zu bauen, der die Spühlmaschine einräumt oder die Wäsche bügelt.
In diesem Sinne möchten wir anlässlich des bevorstehenden Jubiläums einladen, diesen Blogeintrag mitzugestalten. Wenn Ihr auf Eurem Weg durchs Web über diese Zeilen lest und euch die Bitte nach dem Geschirr-Roboter oder dem Bügel-Roboter bekannt vorkommt, dann hinterlasst doch kurz einen Kommentar auf dieser Seite. Gleiches gilt für Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Was ist euch lästig im Haushalt und könnte auch ruhig ein Roboter erledigen?
zu den Kommentaren