Robotik-Blog

Programmhinweis für heute: „Die Roboter kommen“

Arne am 05.02.2013 um 13:10 Uhr - zum Artikel

Ein kleiner Programmhinweis: Gleich, heute um 15:00 Uhr läuft im WDR die Sendung Planet Wissen„Die Roboter kommen“.

Zu Gast sind unter Anderem Dr. Alin Olimpiu Albu-Schäffer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Prof. Jochen Steil, vom CoR-Lab in Bielefeld.

Es wird eingie Roboter zu sehen geben und sicher interessant.

Update: Jetzt auch in der Mediathek: Mediathek: Die Roboter kommen

Linkdump: Nützliches und robotische Spielereien

Jörn am 04.02.2013 um 23:14 Uhr - zum Artikel

Nachfolgend ein paar Links der letzten Tage

  • Ein Massage-Roboter: Viele Leute, denen ich davon erzählte, wollten so ein Ding haben. Ein witziges kleines Gadget, das mal wieder jemand anders vor mir erfunden hat:

Der Roboter kommt zur Schulter gefahren, sobald man sich aufsetzt.
  • Ein robotisches Kunstprojekt: In Japan wurde ein 4.5 Tonnen schwerer und vier Meter hoher [1] Mech vorgestellt, der Kunststoffkugeln und Wasserflaschen verschießen kann. Man kann ihn kaufen, sich reinsetzen und ihn fahren, er lässt sich aber auch per Smartphone vernsteuern. Man mag davon halten was man will, aber über zwei Millionen Menschen wollten [2] die Videos zu diesem Projekt sehen.

  • Ein Zweirad mal anders : Eigentlich kein Roboter, aber von der Idee über die Entwicklung bis zum Dreh des Videos kann ich mir vorstellen, dass hier eine Menge Spaß mitgefahren ist:

Das sieht nach Spaß aus!
  • Eine Roboterhand mit integrierter Kraft-Regelung und zahlreichen Greifmöglichkeiten. Dabei bleibt die Hand nahezu in der Größe ihres menschlichen Vorbildes.

Recht schlank schaut sie aus.

Viel Spaß beim Stöbern!

1
: Heise
2
: Youtube

Glückwunsch zu fünf Jahren ROS

Arne am 03.12.2012 um 23:22 Uhr - zum Artikel

Die Robotik-Softwareschmiede Willow Garage feiert das Fünfjährige ihres open-source Robot Operating System (ROS) mit diesem coolen Artikel und diesem coolen Video:

ROS: Five Years

Der Artikel zeigt beeindruckend, welche Verbreitung ROS in den letzten fünf Jahren in der wissenschaftlichen Robotiklandschaft erhalten hat, zum Beispiel die Anzahl der offiziell unterstützten Roboter (beeindruckende achtundzwanzig), womit es unter den sonst in der Robotik häufigen Einzellösungen positiv hervorsticht.

Und das alles frei verfügbar unter der BSD-Lizenz!

Glückwunsch! Und alles Gute für die nächsten fünf Jahre.

Kommentar zu: „Roboter im echten Leben“

Arne am 23.11.2012 um 21:08 Uhr - zum Artikel

Nebenan bei Robonews schrieb man vorgestern über Roboter im “echten Leben” – Roboter in Fukushima und versucht, Beispiele für Roboter im „echten Leben“, also für den Einsatz in realer Umgebung, zu geben. Die Idee ist gut, aber die genannten Beispiele können die Überschrift gerade nicht stützen. Ich hatte begonnen, einen Kommentar zu dem Blogartikel zu schreiben. Der Kommentar wurde aber immer länger und ausführlicher, weswegen ich ihn jetzt hier aufschreibe.

Industrieroboter, die dort als Beispiel genannt werden, funktionieren nämlich in der Regel für eine einzelne Aufgabe, in streng strukturierter, abgesperrter und unveränderlicher Umgebung. Und die Bilder des Roboters, der womöglich in Fukushima zum Einsatz kommen soll, sind wohl nicht umsonst alle in einer Halle mit künstlich gebauten und vorher bekannten Hindernissen entstanden.

Wie wenig das mit der echten, harten Realität zu tun hat, deutet sich bei Betrachtung der Reaktionen auf Fukushima an: über Wochen ist dort nämlich zum Erstaunen der breiten Öffentlichkeit kein Roboter zum Einsatz gekommen. Bis die Japaner einen Monat nach dem Unglück mit dem geliehenen amerikanischen Militärroboter PackBot immerhin ein paar Messungen von innerhalb der Reaktorgebäude bekommen konnten. (Ein Umstand, der einen gehörigen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der japanischen Robotik in der eigenen Bevölkerung hatte)

Bilder von PackBot aus dem Innern von Fukushima

Roboter im echten Leben müssen nämlich nicht nur mit ein paar Holztreppen in gut ausgeleuchteter Umgebung zurechtkommen, wie es die Bilder im oben genannten Artikel zeigen, sondern die Realität ist viel brutaler: Plötzlich ist überall Schutt und Wasser, die Temperaturen liegen weit jenseits üblicher Werte, so dass jegliche Standardelektronik versagt. Sensoren versagen, da alles dunkel, nass und dreckig ist. Der Funkkontakt zum Roboter bricht aufgrund der radioaktiven Strahlung ab, usw. …

Dass Roboter außerhalb ihrer Laborumgebung zurechtkommen, müssen sie auch an echten Problemen zeigen, wenn diese auftreten. Hübsche Bilder von Robotern auf Holztreppen Monate nach einer Katastrophe zu zeigen, oder zwei Jahre nach dem Auftreten des Problems einen Roboter dafür konstruiert zu haben, ist kein guter Hinweis für die Einsatzfähigkeit und Robustheit, die für den Einsatz in der Realität außerhalb von Laboren notwendig ist.

Das Problem ist auf ungefähr allen Ebenen unglaublich schwierig. Und gerade deshalb muss man mit Aussagen vorsichtig umgehen, dieses Problem habe man im Griff.

Roboter im Dortmunder Tatort

Arne am 22.09.2012 um 21:49 Uhr - zum Artikel

Am morgigen Sonntagabend läuft die Premiere des Dortmunder Tatort Alter Ego (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr), der schon vor Wochen an den Bielefelder Robotik-Instituten CoR-Lab und CITEC seine Schatten voraus warf.

Der Grund: Die Spurensuche führt die Kommissare im Tatort in ein Technologiezentrum spielt, in dem an menschenähnlichen Robotern geforscht wird. Für den Spielfilm wurde das Technologiezentrum mit den zwei Bielefelder Robotern iCub und Flobi ausgestattet wurde. Die Ermittlerin befragt darin eine Tat-Zeugin, während ihr Kollege mit unserem iCub spielt.

Der Roboter wurde dazu so programmiert, dass er von einem Schauspieler gesteuert werden konnte, dessen Bewegungen mit Infrarotsensorik erfasst und gleichzeitig vom iCub nachgespielt werden.

Vorbereitung einer Filmszene mit dem Bielefelder iCubVorbereitung einer Filmszene mit dem Bielefelder iCub

Das Humanoids Lab am CoR-Lab, in dem der iCub normalerweise steht, ist nur wenige Türen von meinem Büro entfernt und auch wenn ich nicht selbst an den Vorbereitungen beteiligt war, erinnere ich mich an so manchen langen Abend, an dem im Lab die Vorbereitungen liefen. Schon Tage vor dem Dreh wurden die Roboter für den Auftritt vorbereitet und programmiert, denn die Anforderungen für einen Filmdreh sind andere als die der täglichen Forschungsarbeit am Institut, insbesondere die neue Umgebung mit vielen Menschen, viel Hektik, neuen Anforderungen und komplett anderen Lichtverhältnissen als im gewohnten Labor. Die Kollegen Florian Lier, Simon Schulz, Lars Schillingmann und Frank Hegel haben dann auch den Roboter nicht nur selbst zum Drehort gebracht, sondern auch den ganzen Drehtag vor Ort betreut.

Leider ist das zahlreiche Filmmaterial mit dem Roboter letztendlich stark gekürzt worden, auf etwa 5 Sekunden. Spaß hat es allen Beteiligten aber wohl trotzdem gemacht und war für die Bielefelder Robotik auf jeden Fall eine spannende Erfahrung.

Linktipp: 'Robotergesetze' über den Film 'Mensch 2.0'

Arne am 17.09.2012 um 15:06 Uhr - zum Artikel

Ein Linktipp: Boris Hänßler schreibt in seinem Blog Robotergesetze über den Film „Mensch 2.0“, der Ende des Monats in die deutschen Kinos kommt:

Ich kann den Film sehr empfehlen. Es kommen zwar die üblichen Verdächtigen zu Wort, Hiroshi Ishiguro, Kevin Warwick, Ray Kurzweil, Bruce Duncan usw. Aber der Film verbindet die Robotik-Forschung mit der Frage, was Menschsein heutzutage bedeutet – und was es heißt, künstliche Intelligenz zu schaffen.

Die Beschreibung des Films klingt hochinteressant und könnte in Teilen thematisch an den Film Plug&Pray anknüpfen. Spennend ist sicher auch das Interview mit dem Macher des Films, Alexander Kluge, das Boris Hänßler gemacht hat und das laut eigener Aussage in zwei Wochen erscheint.

Positiv ist mir auch aufgefallen, dass künstliche Intelligenz nicht als Bedrohung erscheint. Alexander Kluge ist weder Optimist noch Pessimist. Das finde ich sehr angenehm.

Der ganze Artikel bei Robotergesetze: Kinofilm: Gedanken zum Mensch 2.0

DGR-Tage 2012

Arne am 07.09.2012 um 20:57 Uhr - zum Artikel

Heute sind die DGR-Tage 2012, das zweite Jahrestreffen der Deutschen Gesellschaft für Robotik, zu Ende gegangen. Dieses Mal wurden sie gemeinsam von Olliver Brock, Marc Toussaint und Ivo Boblan an der TU Berlin ausgerichtet. Das Jahrestreffen teilt sein hehres Ziel mit dem von botzeit propagierten Robotik-Stammtisch, allerdings deutschlandweit: Nämlich den Austausch der deutschen Ro­bo­tik-Forschungslandschaft, insbesondere der Doktoranden, zu fördern.

Dementsprechend waren am ersten der beiden Veranstaltungstage zwanzig Dokto­ran­den, dieses Mal auch ich, eingeladen, ihre Projekte und ihre Forschung vorzustellen. Viele interessante Projekte, aufgeteilt nach den For­schungs­fel­dern Perception (Umgebungs­wahr­nehmung), Representations and Learning (Umgebungs­repre­sen­tation und maschi­nel­les Lernen), Manipulation and Motion Planning (Greifen und Be­we­gungs­pla­nung), Robot Programming und Flying, Swimming, Rolling.

Der Vorträge des zweiten Veranstaltungs­tags wurde mit Vor­trägen verwandter Diszi­pli­nen und den deutschen Big Players der Robotik­szene gefüllt: u.A. Michael Beetz, Helge Ritter und Wolfram Burgard (dem sich der erste Beitrag von botzeit widmete).

Die Teilnahme an dieser Veran­staltung (die es auch im nächsten Jahr wieder geben soll), kann ich jedem nur empfehlen, der sich für die deutsche Robotik-Forschungs­land­schaft interessiert. Hier zeigen sich die deutsche Unis und Robotik­institute und zeigen Aus­schnitte aus ihren aktuellen Forschungs­pro­jekten. Dem ab­schlie­ßenden Aufruf der Veran­stalter, die Mailingliste der DGR zur Anmeldung zu empfehlen, die über diese und ähnliche zukünf­tige Veran­stal­tungen infor­miert, kann ich mich deswegen nur anschließen.

Cheetah rennt … schnell

Arne am 07.09.2012 um 14:23 Uhr - zum Artikel

Cheetah von Bostom Dynamics renntCheetah von Bostom Dynamics rennt

Der neue flinke Vierbeiner Cheetah von Boston Dynamics zeigt in den letzten Tagen, dass selbst die schnellsten Menschen nicht mehr vor Robotern sicher sind. Cheetah rennt in dem folgenden Video für einen kurzen Moment über 45 Stundenkilometer (28,3 mph) schnell, und überholt damit selbst Usain Bolt, der bei seinem Weltrekord-Lauf 2009 auf 100 Metern im Schnitt knapp 38 km/h schnell lief.

Von Doping ist bei Cheetah übrigens nichts bekannt, wohl aber ist der Roboter die ganze Zeit seitlich geführt und der Druck für die Hydraulik kommt auch noch über Schläuche von außerhalb.

Cheetah in Aktion - zwischenzeitlich 45 km/h schnell (28,3 mph)

Dass der Roboter so schnell laufen kann und den alten Rekord von 21 km/h (13.1 mph) aus dem Jahr 1988 so beeindruckend brechen konnte, liegt übrigens weniger an stärkeren Motoren und besserer Hardware, sondern hauptsächlich an einer cleveren Koordination der Körperteile, die man sich vom biologischen Vorbild abgeschaut hat. Zum Beispiel, dass die Vorderbeine beim Laufen innen an den Hinterbeinen vorbei geführt werden können, was wie beim echten Geparden große, raumgreifende Schritte erlaubt.

Und Boston Dynamics will noch mehr: Der Nachfolger soll im nächsten Jahr im freien Terrain laufen können und dabei auch Richtungswechsel beherrschen. Dass Boston Dynamics für die Zukunft auch anpeilt, den Geschwindigkeitsrekord des echten Gepards (110 km/h) zu brechen, steht außer Frage.