Robotik-Blog

Robotertisch rät zu Wein, wenn´s gut läuft

Arne am 23.02.2009 um 22:22 Uhr - zum Artikel

Studenten der Universität Carnegie Mellon University in Pittsburgh haben einen Tisch entwickelt, der anhand von Gesten und der Sprache der Sitzenden zu erkennen versucht, wie sich das Gespräch entwickelt. Mit einbezogen werden auch Gesprächspausen oder der Körperabstand der am Tisch sitzenden.

Als mögliche Anwendung wird präsentiert, dass der Tisch merken und signalisieren kann, ob ein romantisches Dinner gut läuft oder nicht. Erkennt er, dass es gut läuft, kann er Vorschläge machen, um dies zu ändern. So schlägt er zum Beispiel vor, in dem Fall zu einer weiteren Flasche Wein zu greifen:

But the EyeTable is […] also a wingman. If it senses a date is going well, it might suggest an index of post-dinner activities, or tip off the waiter that the table might enjoy another bottle of wine.

Man kann nur ahnen, welche post-dinner activities sich der künstlich denkende Tisch ausdenkt, wenn der Griff zu weiterem Alkohol die erste Idee ist. Ein weiterer Schritt in Richtung bestandenem Turing-Test.

Merkt der Tisch, EyeTable, dass das Date hoffnungslos ist, listet er vorausschauend geeignete Taxi-Unternehmen der Umgebung auf. Wie praktisch.

Zu erkennen versucht der Tisch dies anhand von Informationen, die er über Headsets der am Tisch sitzenden aufnimmt. Darüber lässt sich die Sprache und Stimme überwachen, die Kopfposition und die Blickrichtung feststellen. Zugegebenermaßen eine Ausrüstung für Dates, die die Wahrscheinlichkeit für die Notwendigkeit der praktischen Taxi-Liste erhöht.

Mehr zu dem Tisch (auf englisch) gibt´s bei The Wired Campus: Ask the Artificially Intelligent Table. Link via robots.net.

Robot American Football

Arne am 17.02.2009 um 20:10 Uhr - zum Artikel

Roboter-Fußball ist mittlerweile bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben vertreten und ein Publikumsmagnet. Weniger bekannt ist Robot American Football, das nicht Fußball, sondern American Football als Sportart zum Vorbild hat.

Wer den gemütliche Roboter-Fußball kennt, bei dem Aibos aufeinander zu kriechen, sich regelmäßig gemächlich umsehen und neu aufstellen, wird – ähnlich wie bei den menschlichen Vorbildern – die Gemeinsamkeiten mit Robot American Football suchen müssen.

Körperkontakt ist bei dem Spiel (vor)programmiert. Hier stürzen sich die Roboter in hoher Geschwindigkeit aufeinander zu, Roboter werden umgestürzt, es fliegen Bauteile durch die Gegend … kurzum: es ist wild!

Das folgende Video zeigt aktuelle Aufnahmen eines japanischen Wettbewerbs diesen Monats:

Robot Football 2009

Robot Football wird seit 1995 ausgetragen, 2005 wurde in Singapur der Robot Football World Cup ausgetragen. Gespielt wird es (noch) nahezu ausschließlich in Japan.

Mehr Videos bei robots dreams.

Und hier die offizielle Website zu Robot American Football. (Japanisch)

Südkorea zeigt Pläne für Robotik-Themenparks

Arne am 15.02.2009 um 13:08 Uhr - zum Artikel

Robot LandRobot Land

Das südkoreanische Ministry of Knowledge Economy hat den Bau zweier Robotik-Themenparks angekündigt. Insgesamt werden dafür vom Staat und privaten Investoren mehrere Milliarden Won zur Verfügung gestellt.

Korea will damit die weltweit ersten Themenparks schaffen, die speziell der Robotik verschrieben sind. Die Themenparks in Incheon und Masan sollen Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, Lehr- und Lerneinrichtungen sowie Attraktionen enthalten.

Die Pläne für Masan sind noch nicht öffentlich, für das Robot Land in Incheon sind fast vier Millarden Won (ca. 450 Millionen Euro) veranschlagt [1] , es existiert sogar bereits eine bunte Skizze:

Incheon Robot Land, Skizze: incheon.go.krIncheon Robot Land, Skizze: incheon.go.kr

Der Bau soll von 2010 bis 2013 dauern. Südkorea erwartet sich von den Parks hohe Profite für die angesiedelte Industrie und die Schaffung von insgesamt 18.000 Arbeitsplätzen. Die beiden Parks sollen das südkoreanische Silicon Valley der Robotik werden.

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Zahlen übernommen von The Korea Herald.

ABB: The FANTA can challenge

Arne am 14.02.2009 um 22:05 Uhr - zum Artikel

Der Industrieroboter-Hersteller ABB Robotics zeigt ein beeindruckendes Video von zwei Industrierobotern, die mit hoher Geschwindigkeit und Präzision in dem gleichen Arbeitsbereich verfahren.

ABB nennt die Technik dahinter TrueMove und QuickMove und zeigt in dem Video, wie schnell und präzise sich damit die Roboter verfahren lassen. Das gezeigte Experiment heißt The FANTA can challenge. Ein Roboter wuselt zwischen mehreren Fanta-Dosen herum, während der andere Roboter das Tablett mit den Dosen durch die Gegend wirbelt. Schnell!

Das Video wurde leider vor einem unsäglichen Hintergrund gedreht, der die Szene zwischenzeitlich etwas schwer erkennbar macht, in der zweiten Hälfte des Videos kann man jedoch besser erkennen, worum es geht:

ABB Robotics: The FANTA can challenge

Die Steuerung, die die Kooperation der Roboter übernimmt, nennt ABB MultiMove. Damit lassen sich bis zu vier Industrieroboter in einem Arbeitsraum koordiniert betreiben.

Charles Darwin und die Robotik

Arne am 12.02.2009 um 16:05 Uhr - zum Artikel

Quelle: Golem ProjectQuelle: Golem Project

Heute vor 200 Jahren kam Charles Darwin zur Welt. Vor 150 Jahren veröffentlichte er „Ursprung der Arten“ und begründete damit die Evolutionstheorie.

Herzlichen Glückwunsch, Charles Darwin.

Und aus gegebenem Anlass das beeindruckende Video des Golem Project, das – ähnlich wie SETI@home – viele tausend Privatrechner nutzte, [1] um Kreaturen evolutionär zu entwickeln.

Einige der Kreaturen wurden in einem 3D-Drucker ausgedruckt und sind zum Ende des folgenden Videos zu sehen:

Golem Evolutionary Robotics
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Das Projekt Golem@Home wurde eingestellt, als man erkannte, dass eine weitere Steigerung der CPU-Power nicht unbedingt geeignet ist, komplexere Systeme hervorzubringen.

OpenCV feiert zweimillionsten Download

Arne am 09.02.2009 um 17:54 Uhr - zum Artikel

OpenCV, quelloffene C- und C++-Programmbibliothek für Bildverarbeitung und maschinelles Sehen, feiert zum zehnjähigen Jubiläum den zweimillionsten Download. Glückwunsch.

Mehr zu OpenCV gibt´s im OpenCV-Wiki bei Willow Garage.

Dampfgetriebener, ferngesteuerter R2D2

Arne am 05.02.2009 um 21:02 Uhr - zum Artikel

Auf der Website CrabFu SteamWorks ist ein dampfgetriebener und ferngesteuerter R2D2 zu sehen. Das Modell trägt die passende Bezeichnung R2S2 (R2 Steam 2) und wird mit einer integrierten Dampfmaschine betrieben. Der Erbauer hat für das stimmige Gesamtbild darüber hinaus noch Holzverzierungen und Dampfdruckanzeiger angebracht.

Das Gerät ist im folgenden Video in Aktion zu sehen:

R2 Steam 2 von CrabFu SteamWorks

Mehr zum R2 Steam 2 gibts hier: R2S2.

CrabFu SteamWorks bietet noch eine Menge weiterer fancy Dampfmaschinen. Mein Favorit ist der ebenfalls ferngesteuerte, mit zwei Dampfmaschinen befeuerte 32-Füßler Steam Centipede. [1] Eine Übersicht über die verschiedenen steam toys gibts hier.

Via BotJunkie.

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„Centipede“, engl.: „Tausendfüßler“

Roboter auf Nahrungssuche

Arne am 03.02.2009 um 13:50 Uhr - zum Artikel

Robot Technology und Cyclone Power Technology wollen einen energie-autarken Roboter bauen. Die Idee ist ein Roboter, der sich selbst Biomasse (also z. B. Holz und Pflanzen) sucht und einen Verbrennungsmotor zur Energiegewinnung in sich trägt. Die Idee verfolgt Robot Technology schon seit 2003, 2008 ist die DARPA dem Projekt beigetreten.

Eine Übersicht über die Idee und die einzelnen Hardwarekomponenten gibt es in dieser Präsentation (pdf, 2,8 MB).

Der Rumpf ist das Multifunction Utility/Logistics and Equipment Vehicle (MULE [1] ) von Lockhead Martin, die Verbrennung geschieht in der Waste Heat Engine ein 6-Zylinder-Allesfresser von Cyclone Power.

Es wurde sogar breits eine Skizze angefertigt, die allerdings nicht dem tatsächlichen Prototyen entsprechen muss:

Möglicher EATR-Prototyp, SkizzeMöglicher EATR-Prototyp, Skizze

Zu erkennen ist in dem Entwurf das MULE-Chassis, die Verbrennungsmaschine, sowie einen Greifer mitsamt Kettensäge, um die Biomasse der Maschine zuzuführen sowie offenbar eine Rampe, um iRobots PackBots [2] zu transportieren.

Optimistischen Berechnungen zufolge sollen die Roboter aus eineinhalb bis fünf Kilogramm Vegetation eine Kilowattstunde erzeugen und damit drei bis zwölf Kilometern weit fahren können. Alternativ erhält er dadurch eine Standby-Zeit von über 80 Stunden oder eine Einsatzzeit bis zu 75 Stunden. 70 kg Biomasse sollen die Robot-Plattform 160 km weiter bringen können. Die Rechnungen dürften allerdings eine gute Portion Optimismus der Projektbeteiligten enthalten.

Ist die Technik marktreif, gibt das der Idee von autonomen Robotern enormen Vortrieb. Es wirft aber gleichzeitig auch neue Fragen der Ethik auf: Darf der Roboter sich ein kleines Kätzchen mit großen Kulleraugen in den Tank schmeißen, wenn die Mission aus Mangel an Energie zu scheitern droht?

Oder Soylent Green?

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Lockhead Martin: Multifunction Utility/Logistics and Equipment Vehicle
2
iRobot: PackBot