Robotik-Blog

In der Presse: Roboter iFairy traut

Arne am 16.05.2010 um 17:57 Uhr - zum Artikel

Dass die Robotik in die Mainstream-Presse findet, ist zwar kontinuierlich mehr werdend (Notiz an mich selbst: Diese Behauptung mal belegen), aber immer noch nicht häufig.

Dass es robotische Artikel in der Mainstream-Presse gibt, passiert entweder, wenn jemand verletzt wird oder stirbt (in jüngster Zeit häufiger mal bei Militärdrohnen) oder … wenn es hübsche Bilder und eine lustige Geschichte gibt.

Das ist in diesen Tagen mal wieder passiert mit iFairy, einem Roboter, der in Japan ein Ehepaar getraut hat. Da es dazu auch hübsche Bilder gibt,

iFairy während der TrauungiFairy während der Trauung

wird darüber gerne berichtet. Dass der Bräutigam auch noch selbst Professor für Robotik ist und die Braut in dem Unternehmen arbeitet, das iFairy vertreibt, ist natürlich weitere Color to the Story. Dementsprechend finden sich Artikel zum Beispiel bei:

In den Artikel ist zum Teil die Rede davon, dass dies nun die erste von einem Roboter vollzogene Trauung ist. Ich meine mich alleridngs an eine ähnliche Geschichte aus Südkorea erinnern zu können. Erinnert sich jemand?

Ganz davon abgesehen, dass der Roboter ja eigentlich nur eine ferngesteuerte Puppe war (was ihn nach einigen Definitionen gar nicht zum Roboter macht und was der Bräutigam ja auch – zu Recht – bemängelt). Der Kurier und RP Online lehnen sich daher mit der Aussage, es handele sich um eine Trauung vollzogen von einer „künstlichen Intelligenz“, weit aus dem Fenster.

Finden sich die Artikel eigentlich auch in den Printversionen dieser Medien? Ins deutschsprachige Fernsehen hats iFairy schon geschafft. Sogar in soetwas ähnliches wie die Nachrichten: in die Newstime von Pro7.

Infografik: The Wild World of Robots

Arne am 11.04.2010 um 15:33 Uhr - zum Artikel

Und hier – irgendwie passend zum 50-Jährigen – eine Infografik (oder zumindest so etwas in der Art) zur Robotik. Aus meinem Eingangskorb der letzten Tage, gefunden bei onlineschools.org. Sozusagen ein unterhaltsames Fact Sheet:

The Wild World of RobotsThe Wild World of Robots

Future crimes will be comitted by robots.

robosauger.com mit einer Blog-Kampagne

Arne am 11.04.2010 um 13:41 Uhr - zum Artikel

robosauger.com scheint im Moment eine Menge Dampf machen zu wollen. Seit Tagen tauchen in meinen Feedreadern unzählige Blog-Beiträge auf, die über die Vorzüge der Website von RoboSauger berichten. Dort kann man Roboter-Staubsauger und -Wischer kaufen, vornehmlich den iRobot Roomba und Scooba, wie mir scheint.

Das plötzliche Auftreten der zahlreichen Beiträge ist allerdings kein Zufall, robosauger.com hat – wie ein Hinweis zuoberst der Beiträge zeigt – bei Trigami eine Blog-Kampagne losgetreten, die Blogger für die Beiträge entlohnt. Ich erinnere mich, auch für diesen Blog eine Anfrage von robosauger.com bekommen zu haben.

Ich habe mich damals aus zwei Gründen dagegen entschieden. Erstens will ich, dass dieser Blog weitestgehend werbefrei bleibt (und vor allem frei von als Artikel getarnter Werbung). Ich hatte allerdings überlegt, trotzdem über die Website zu schreiben, wenn sie gut ist. Dort kam zweitens ins Spiel, denn die Website scheint mir zum Einen nicht besonders übersichtlich, zum Anderen kann ich keine Preisvorteile gegenüber anderen Shops erkennen. Amazon zum Beispiel ist beim Roomba in der Regel sogar günstiger (Affiliate-Link) und ebenfalls versandkostenfrei.

Hat jemand schon Erfahrungen mit der Website und kann Vorteile benennen? Auch in Sachen Kundenservice dürfte sich nämlich nur schwerlich an Amazon vorbeikommen lassen.

Aber ich lasse mich gerne überzeugen.

50 Jahre in der Robotik

Jörn am 31.03.2010 um 01:24 Uhr - zum Artikel

Vom 3. bis zum 8. Mai treffen sich Robotik-Experten aus aller Welt zur wohl bedeutensten Konferenz auf diesem Gebiet: der International Conference on Robotics and Automation (ICRA). Sie findet in diesem Jahr in Anchorage in Alaska unter dem Oberbegriff „50-Years of Robotics" statt. Auch Botzeit blickt diesem Jubiläum entgegen.

Das US-Patent mit der Nummer 2988237 ist auf den 13. Juni 1961 datiert. Es beschreibt die Erfindung eines elektromechanischen Apparates zur Handhabung von Werkstücken durch George Charles Devol. George Devol wird damit heute auch der Erfinder des weltweit ersten Industrieroboters genannt. Bislang erfolgte die Handhabung von Werkstücken zwischen benachbarten Förderbändern laut Patentschrift vornehmlich manuell oder mithilfe von Nockensteuerungen. Der Roboter verband die Vorteile beider Varianten. Er war genau wie die manuelle Arbeitskraft flexibel für wechselnde Aufgaben einsetzbar. Zugleich erlaubte er aber auch eine Automatisierung monotoner, ständig wiederkehrender Prozesse.

Ein halbes Jahrhundert später lassen sich Roboter aus der industriellen Fertigung nicht mehr wegdenken. Auf der Hannover Messe und der Automatica präsentieren zahlreiche Roboterhersteller ihre Produkte. Die wachsende Verfügbarkeit und der sinkende Preis von Hardwarekomponenten ermöglichen heute den Einsatz von Robotertechnologie darüber hinaus in der Medizintechnik, in der Brand- und Kampfmittelbekämpfung, bei der Inspektion von Bauwerken und sogar der Erkundung ferner Planeten. Der Fortschritt geht so schnell voran, dass es schwierig wird, passende Begriffe für alle Formen bereits existierender Roboter zu finden. Es bleibt spannend zu verfolgen, was die kommenden 50 Jahre an Entwicklungen bringen werden. Die jüngste Vergangenheit macht deutlich, dass dringender Bedarf besteht, neben der Technologie, die Beantwortung ethischer Fragestellungen in der Robotik voranzutreiben. Die ersten Roboter finden bereits heute Einzug in unsere Wohnungen. Sie nehmen beispielsweise in Form eines Staubsauger-Roboters erste Aufgaben im Haushalt war. Wer sich mit Robotik beschäftigt kennt, vielleicht auch die Bitte von Bekannten und Verwandten doch endlich einen Roboter zu bauen, der die Spühlmaschine einräumt oder die Wäsche bügelt.

In diesem Sinne möchten wir anlässlich des bevorstehenden Jubiläums einladen, diesen Blogeintrag mitzugestalten. Wenn Ihr auf Eurem Weg durchs Web über diese Zeilen lest und euch die Bitte nach dem Geschirr-Roboter oder dem Bügel-Roboter bekannt vorkommt, dann hinterlasst doch kurz einen Kommentar auf dieser Seite. Gleiches gilt für Erfahrungen aus dem eigenen Alltag. Was ist euch lästig im Haushalt und könnte auch ruhig ein Roboter erledigen?

Samurai-Roboter serviert die Speisen und tanzt

Arne am 05.04.2010 um 15:13 Uhr - zum Artikel

Wir hatten in diesem Blog schon einmal Roboter gezeigt, die Speisen zubereiten und servieren, auch ein Roboter von Motoman war damals dabei. Was die Japaner dort in ihrem Retsaurant gezeigt haben (inklusive Schwertkampf zwischen den Robotern) wird allerdings vom Shabu-Shabu-Restaurant Hajime in Thailand getoppt. Der Roboter serviert die Speisen in fancy Samurai-Kluft:

Motoman-Roboter serviert in Samurai-Kluft

Richtig absurd wird es aber, wenn dem Roboter langweilig wird: Dann wird nämlich sogar noch eine Tanzeinlage geboten. Im Hintergrund ist ab und zu zu erkennen, dass auch ein einarmiger Roboter hinter dem Tresen noch mittanzt.

Roboter-Kellner mit Tanzeinlage

Ich kann es kaum erwarten, dass sowas endlich auch in Europa auftaucht. Für ein normales Restaurant oder romantisches Abendessen eignet es sich eher nicht, aber ein Ausflug wäre ein solches Restaurant immer wert. Und es würde zudem helfen, dass wir in Sachen Roboter-Akzeptanz nicht völlig von den Asiaten abgehängt werden. Ein freundlicher Roboter, der die Speisen serviert und vergnüglich tanzt, nimmt bestimmt etwas Skepsis vor den Maschinen.

Via engadget Germany.

Ein Schritt in Richtung Bügelroboter

Arne am 02.04.2010 um 16:33 Uhr - zum Artikel

Ein weiterer Schritt in Richtung Haushalts-Wäsche-Bügelroboter, dem vermutlich meistgewünschten Roboter, ist jetzt der University of California in Berkeley und Willow Garage gelungen. Das folgende Video zeigt den Roboter PR2, wie er Wäsche aufnimmt und sie anschließend ordentlich faltet und zusammenlegt:

PR2 faltet Handtücher

Die Aufgabe, die der PR2 dort erfüllt, ist dabei alles andere als trivial. Wie im Zeitraffer zu sehen, muss der Roboter nach dem Aufhaben eines Handtuchs erst einmal die Geometrie des Stoffstückes verstehen. Der Roboter hat kein Modell des Handtuchs, sondern lernt es durch Betrachtung, durch Drehen und Wenden. Anschließend setzt er dies in entsprechend Schritte zum Falten und Stapeln des Handtuchs um und streicht es zum Schluss noch liebevoll glatt. Der PR2 ist dabei erstaunlich robust und zuverlässig:

The reliability and robustness of our algorithm enables for the first time a robot with general purpose manipulators to reliably and fully-autonomously fold previously unseen towels, demonstrating success on all 50 out of 50 single-towel trials as well as on a pile of 5 towels.

Via Planet Robotics.

[Linkdump] Roboterköche, Kuschelroboter und die Wirtschaftslage

Arne am 28.03.2010 um 12:20 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Datenflut bei Fahrerassistenz, Sandkastenspiele, japanisches Roboterbabys und mehr …

Fahrerassistenz
„Wie viel Informationen kann ein Fahrer aufnehmen, ohne vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu werden, welche werden als hilfreich oder welche als störend empfunden?“
Spagat zwischen Datenflut und sinnvoller Fahrerassistenz (Video)
(ATZ Online, Bauerfeind, 24. Februar 2010)

Roboterfußball
Ausführlicher Bericht zum Roboterfußball auf der CEBIT 2010. Inklusive Bildern und einem interessanten Interview mit Wiebke Sauerland vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen, die Einblick in die Strategien ihres Teams gibt.
Erfolgsrezept: Stabiler laufen, mehr Tore schießen
(Golem, Werner Pluta, 16. Februar 2010)

RadtestlaborRadtestlabor

Raumfahrt-Technik
Ganz aktuell wegen des stecken-gebliebenen Mars-Rovers Spirit ist dieser Artikel bei Spiegel Online. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen entwickelt in seinem Radtestlabor Räder, die dem Mars-Sand trotzen. Aufgebaut haben sie dafür einen Sandkasten mit nachgebautem Marsboden aus Quarzsand und Kalk.
Sandkastenspiele fürs Marsmobil
(Spiegel Online, Christoph Seidler, 22. März 2010)

Japanisches Roboterbaby
Japanische Eltern sollen von einem Roboterbaby davon überzeugt werden, selbst Kinder in die Welt zu setzen. „Es kichert und strampelt, wenn jemand seine Rassel schüttelt. Bei zu viel Gekitzel weint und jammert es dann aber.“ Entwickelt im Labor für Robotertechnik und Verhaltenswissenschaften der Universität Tsukuba.
Babypuppe soll Eltern in Japan zum Kinderkriegen animieren
(Zeit Online, Kimiko de Freytas-Tamura, 26. März 2010)

Überwachungs-Dronen
Um den Einsatz von ferngesteuerten Video-Drohnen ist in Niedersachsen ein Datenschutzstreit entbrannt. Innenminister Schünemann (CDU) sprach von einem Quantensprung in der Polizei- und Feuerwehrarbeit. „Der Testbetrieb verstößt gegen das Datenschutzgesetz“, sagt der Sprecher des niedersächsischen Datenschutzbeauftragten Michael Knaps.
Kleiner Spion im Testflug
(taz, Kai von Appen, 26. März 2010)

Hinweise zu lesenswerten Artikeln nehme ich jederzeit gerne entgegen an botzeit@ohmpage.org

Technology Review mit Fokus auf Robotik

Arne am 27.03.2010 um 13:04 Uhr - zum Artikel

Technology ReviewTechnology Review

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Technology Review hat den Fokus auf der Robotik (Editorial). Im Rahmen dieser Reihe gibt es laut Inhaltsverzeichnis folgende Artikel zu lesen:

  • Intelligenz: Roboter sollen lernen, mitzudenken

  • Laborassistenz: Automaten gehen Probleme in der Forschung zunehmend eigenständig an

  • Bionik: Leuchtende Quallen und schwebende Pinguine sollen junge Menschen für Technik begeistern

  • Humanoide: Roboter mit Knochen, Muskeln und Sehnen entwickeln „Gefühl“ für den eigenen Körper

  • Alltagshelfer: Sie tragen, mähen oder – miauen

  • Ethik: Der iRobot-Gründer über die Rolle von Militärrobotern

Ich selbst habe die Artikel noch nicht gelesen, aber vielleicht sind ja einige spannende und unterhaltsame Artikel dabei.

Hier lässt sich die Ausgabe als Einzelheft bestellen.