Robotik-Blog
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[Linkdump] Roboterköche, Kuschelroboter und die Wirtschaftslage
von Arne am 28.03.2010 um 12:20 Uhr
Robotische Links der vergangenen Tage. Datenflut bei Fahrerassistenz, Sandkastenspiele, japanisches Roboterbabys und mehr …
Fahrerassistenz
„Wie viel Informationen kann ein Fahrer aufnehmen, ohne vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu werden, welche werden als hilfreich oder welche als störend empfunden?“
Spagat zwischen Datenflut und sinnvoller Fahrerassistenz (Video)
(ATZ Online, Bauerfeind, 24. Februar 2010)Roboterfußball
Ausführlicher Bericht zum Roboterfußball auf der CEBIT 2010. Inklusive Bildern und einem interessanten Interview mit Wiebke Sauerland vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen, die Einblick in die Strategien ihres Teams gibt.
Erfolgsrezept: Stabiler laufen, mehr Tore schießen
(Golem, Werner Pluta, 16. Februar 2010)
RadtestlaborRaumfahrt-Technik
Ganz aktuell wegen des stecken-gebliebenen Mars-Rovers Spirit ist dieser Artikel bei Spiegel Online. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen entwickelt in seinem Radtestlabor Räder, die dem Mars-Sand trotzen. Aufgebaut haben sie dafür einen Sandkasten mit nachgebautem Marsboden aus Quarzsand und Kalk.
Sandkastenspiele fürs Marsmobil
(Spiegel Online, Christoph Seidler, 22. März 2010)Japanisches Roboterbaby
Japanische Eltern sollen von einem Roboterbaby davon überzeugt werden, selbst Kinder in die Welt zu setzen. „Es kichert und strampelt, wenn jemand seine Rassel schüttelt. Bei zu viel Gekitzel weint und jammert es dann aber.“ Entwickelt im Labor für Robotertechnik und Verhaltenswissenschaften der Universität Tsukuba.
Babypuppe soll Eltern in Japan zum Kinderkriegen animieren
(Zeit Online, Kimiko de Freytas-Tamura, 26. März 2010)Überwachungs-Dronen
Um den Einsatz von ferngesteuerten Video-Drohnen ist in Niedersachsen ein Datenschutzstreit entbrannt. Innenminister Schünemann (CDU) sprach von einem Quantensprung in der Polizei- und Feuerwehrarbeit. „Der Testbetrieb verstößt gegen das Datenschutzgesetz“, sagt der Sprecher des niedersächsischen Datenschutzbeauftragten Michael Knaps.
Kleiner Spion im Testflug
(taz, Kai von Appen, 26. März 2010)Hinweise zu lesenswerten Artikeln nehme ich jederzeit gerne entgegen an botzeit@ohmpage.org
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Technology Review mit Fokus auf Robotik
von Arne am 27.03.2010 um 13:04 Uhr
Technology ReviewDie aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Technology Review hat den Fokus auf der Robotik (Editorial). Im Rahmen dieser Reihe gibt es laut Inhaltsverzeichnis folgende Artikel zu lesen:
Intelligenz: Roboter sollen lernen, mitzudenken
Laborassistenz: Automaten gehen Probleme in der Forschung zunehmend eigenständig an
Bionik: Leuchtende Quallen und schwebende Pinguine sollen junge Menschen für Technik begeistern
Humanoide: Roboter mit Knochen, Muskeln und Sehnen entwickeln „Gefühl“ für den eigenen Körper
Alltagshelfer: Sie tragen, mähen oder – miauen
Ethik: Der iRobot-Gründer über die Rolle von Militärrobotern
Ich selbst habe die Artikel noch nicht gelesen, aber vielleicht sind ja einige spannende und unterhaltsame Artikel dabei.
`Hier`_kann man die Ausgabe als Einzelheft bestellen.
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In eigener Sache: CoR-Lab
von Arne am 24.03.2010 um 22:35 Uhr
Die GründungSeit Anfang der Woche ist mein neuer Arbeitgeber das Research Institute for Cognition and Robotics, CoR-Lab in Bielefeld. Das Institut gibt es erst seit Juli 2007, es ist also noch ein recht junges Institut. Eine Besonderheit des CoR-Labs ist die strategische Partnerschaft mit dem Industriepartner Honda Research Institute Europe (HRI-EU). Direkte Auswirkung ist, dass das CoR-Lab über zwei Honda Humanoid Research Robots verfügt, die man unter dem Namen ASIMO kennt.
Ich selbst werde in den nächsten Monaten innerhalb des europäischen AMARSi-Projekts meinen Dienst tun. AMARSI ist ein tolles Projekt, das Robotern, unter Anderem dem iCub, durch maschinelles Lernen komplexe motorische Fähigkeiten aneignen soll, die denen eines Kindes gleichen. Ein ambitioniertes und spannendes Projekt.
Bereits in den ersten drei Tagen am CoR-Lab habe ich spannende Unterhaltungen geführt und beeindruckende Dinge gesehen. Das tollste bislang für mich war die beeindruckende Roboter-Flotte, die das CoR-Lab hat. Bereits in den ersten drei Tagen habe ich dem iCub die Hände geschüttelt, den ASIMO (meinen persönlichen Roboter-Favoriten) live erlebt und anfassen können, sowie mit dem KUKA Leichtbauarm arbeiten können. Drei der tollsten, aktuell verfügbaren Roboter.
CoR-Lab, so kann es gerne weitergehen …
Ich freue mich auf die nächsten Monate und Jahre; auf spannende und sicher fordernde Aufgaben, über die ich nach Möglichkeit hier gerne schreiben werde.
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CB² – Roboter soll wie ein Menschenkind lernen
von Arne am 12.03.2010 um 15:38 Uhr
CB2 neben seinem SchafferEinem Roboter ein solch komplexes motorisches und soziales Verhalten einprogrammieren zu wollen, wie es wir Menschen besitzen, ist wohl eine unlösbare Aufgabe. Die Verhalten sind zu komplex, als dass es vorstellbar wäre, dass eine Gruppe von Programmierern das in absehbarer Zeit schaffen könnte. Ein immer populärer werdender Ansatz ist, maschinelles Lernen einzusetzen, um den Roboter selbst lernen zu lassen, was er tun soll.
Um das zu tun, wird von der Japan Science and Technology Agency (JST) das ERATO-Projekt (Exploratory Research for Advanced Technology) gefördert. Das Projekt entwickelt den Roboter CB², der es Menschen erlauben soll, mit dem Roboter umzugehen wie mit menschlichen Kleinkindern, denen wir etwas beibringen wollen.
Der Roboter verfügt dazu nicht nur über passende Sensorik, sondern merkt auch, wenn er angefasst wird, hat eine weiche Hülle und ahmt die oft ungelenken Bewegungen von Kleinkindern nach. Auf diese Weise sollen Menschen intuitiv mit dem Roboter umgehen wie mit kleinen Kindern und es dem Robtoer erlauben, ähnlich wie Kleinkinder menschliche Verhaltensweisen zu lernen.
Ein tolles Video dazu:
CB² soll lernenAls waschechter humanoider Roboter hat CB² 56 Freiheitsgrade [1] und ist damit sehr beweglich. Er hat eine weiche Stoffhülle, um das Verletzungsrisiko für die Menschen in seiner Umgebung zu reduzieren. Mit 1,30 Metern Größe und 33 Kilogramm Gewicht ist er etwas größer, als die Kleinkinder, denen er nachempfunden ist. Wie so oft bei humanoiden Robotern, die dem Menschen möglichst ähnlich sein sollen, landet allerdings auch dieser Roboter im Uncanny Valley [2] und wirkt etwas gruselig.
Via Planet Robotics.
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- Die Anzahl Freiheitsgrade gibt an, in wievielen Achsen/Parametern sich der Roboter bewegen kann.
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- Das Uncanny Valley („unheimliches Tal“) bezeichnet den Effekt, dass Roboter dem Menschen nicht in gleichem Maße vertrauter werden, wie sie ihm ähnlich werden. Stattdessen gibt es einen Knick, das Uncanny Valley, in dem der Roboter dem Menschen sehr ähnlich, ihm dabei aber unheimlich und fremd ist. Erstaunlicherweise fremder als Roboter, die dem Menschen nicht so ähnlich sind. Uncanny Valley in der Wikipedia.
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Interview mit botzeit.de
von Arne am 08.03.2010 um 11:19 Uhr
blogger-antworten.com – Antworten für Blogger ist eine tolle Website, für die Betreiber Robert Stögmann regelmäßig deutschsprachige Blogger interviewt. Robert ist auch – möglicherweise durch die Verlinkung von botzeit auf Yucca Tree Post unter 125 traumhafte deutsche Blogs – auf botzeit aufmerksam geworden und hat mich um ein Interview gebeten.
Ich habe gerne zugesagt und habe vor einigen Tagen mit ihm ein E-Mail-Interview geführt. Seine Fragen und meine Antworten zu mir, zum Blog und zur Robotik finden sich hier:
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[Linkdump] Roboterköche, Kuschelroboter und die Wirtschaftslage
von Arne am 26.02.2010 um 17:58 Uhr
Da gerade nicht viel Zeit für anderes bleibt, zumindest mal wieder ein paar Links der letzten Tage. Da hat sich viel gesammelt, hier die Highlights: Roboterköche, Kuschelroboter, Roboter auf Cocktailparties, die Wirtschaftslage in der Industrierobotik und mehr …
Roboterköche
Dreiseitiger Artikel der New York Times zu kochenden Robotern. Einige davon waren schon Thema in diesem Blog, aber die Zusammenfassung ist unterhaltsam und lesenswert. Und allein der Titel ist großartig:
Just Like Mombot Used to Make (englisch)
(New York Times, Ian Daly und Yasue Aoi, 23. Februar 2010)Kuschelroboter
Gut vierminütiger Videobeitrag im ZDF bei Bauerfeind zu einer Abschlussarbeit, die die Vision eines Roboters zeigt, der mit Menschen kuscheln soll und Ihnen „emotionale Wärme“ geben soll.
Kuschelroboter (Video)
(ZDF, Bauerfeind, 14. Februar 2010)Selektive Wahrnehmung
Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich, Schweiz und Tschechien will man Robotern „die Fähigkeit zur selektiven Wahrnehmung“ beibringen, die es Menschen zum Beispiel ermöglicht, sich in Menschenmengen (zum Beispiel auf einer Cocktailparty) auf eine Person oder ein Gespräch zu konzentrieren.
Roboter lernen den Cocktailparty-Effekt
(Golem, Werner Pluta, 16. Februar 2010)Wirtschaftslage
Die International Federation of Robotics hat ihre Prognose für die Robotikindustrie des Jahres 2010 veröffentlicht und blickt demnach positiv auf das Jahr. „Die wichtigsten Impulse für die langsame Erholung kamen von den Wachstumsmärkten in Asien, besonders von China.“
IFR – Robotikindustrie blickt zuversichtlich in das Jahr 2010
(Open Automation, 18. Februar 2010)Drohnen
Telepolis über den Einsatz von Drohnen durch die deutsche Bundespolizei. „Die Drohnen bieten uns völlig neue Perspektiven in der Bild- und Videodokumentation“. Im Artikel geht es sowohl um die (technische) Entwicklung als auch um die notwendigen rechtlichen Änderungen an der Luftverkehrs-Ordnung.
Drohnen – Deutsche Polizisten als Luftfahrzeugfernführer
(Telepolis, Matthias Monroy, 17. Februar 2010)Leichtbaurobotik
Ausführlicher Artikel zu den Expert Days der Firma Schunk und dem dort aufgezeigten Weg zur Leichtbaurobotik, sowie der notwendigen Kognition und Bildverarbeitung. „Ein großes Thema ist es, die Abhängigkeit von der Automobilindustrie, bislang der Haupttreiber für die Robotikentwicklung, zu reduzieren.“
Roboter müssen weicher und flexibler werden
(Heise Online, Hans-Arthur Marsiske und Jürgen Kuri, 26. Februar 2010)Hinweise zu lesenswerten Artikeln nehme ich jederzeit gerne entgegen an botzeit@ohmpage.org
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Patienten wollen Roboter für Operationen
von Arne am 21.02.2010 um 18:03 Uhr
Amerikanische Ärzte berichten mittlerweile, dass Patienten im Bereich von Operationen zur Behandlung von Postata-Krebs zunehmend roboter-gestützte Operationen verlangen.
Roboter-gestützte OperationSo ist in den letzten acht Jahren die Zahl der roboter-gestützten Prostatakrebs-Operationen in den USA von 5.000 pro Jahr auf 73.000 pro Jahr und damit 86 Prozent aller durchgeführten Prostatakrebs-Operationen gestiegen. [1]
Einzelne Ärzte berichten, dass sich viele Patienten mittlerweile als Einstiegsfrage danach erkundigen, ob Roboter benutzt werden und bei Verneinung schlicht auf dem Absatz umkehren. Ob sich die Qualität der Operationen durch Roboter tatsächlich verbessert, ist dabei im Moment noch nicht vollständig geklärt. [1] Warum immer mehr Patienten diese Art der Operation einfordern, ist damit auch nicht ganz klar. Möglicherweise ist das eigenen Recherchen geschuldet, oder schlichtweg dem Marketing der Geräteanbieter.
“There is no question there is a lot of marketing hype. I just think that in this particular instance, with this particular robot, there hasn’t been a quantum leap in anything.”
Dr. Andriole, Washington University, zur New York TimesWährend die Servicerobotik, also die Robotik in direktem Menschenkontakt, allerorten mit einem ungeheuren Aufwand darum kämpft, die Akzeptanz von Robotern zu erhöhen, scheint es hier also ein Selbstläufer zu sein. Die Frage ist, woran das liegt. Einfach daran, dass wir die Eigenschaften, die wir mit Robotern assoziieren (Präzision, Zuverlässigkeit, …) in medizinischem Umfeld als besonders wichtig empfinden?
Im obigen Bild vermute ich übrigens einen Scherzkeks in der Designabteilung des verantwortlichen Unternehmens. Ich komme nicht umhin, in dem Gerät im Vordergrund das stilistisch nachempfundene Hinterteil eines Menschen zu erkennen. In Kombination mit der Position des Arztes ein lustiges – wenn auch thematisch durchaus passendes – Bild.
Via Planet Robotics.
- 1
- Siehe New York Times: Results Unproven, Robotic Surgery Wins Converts
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Programmhinweis: Fabbing – Ich drucke mir meine Welt
von Arne am 19.02.2010 um 10:22 Uhr
Hier ein kurzer Programmhinweis: Die wunderbare Serie Elektrischer Reporter hat heute einen tollen Beitrag zum 3D-Drucken veröffentlicht: Fabbing – Ich drucke mir meine Welt.
Darin geht es weniger um die Technik des 3D-Druckens als Solche, sondern eher um die möglichen Auswirkungen, die diese Technik eines Tages haben könnte. Es wird außerdem der Makerbot gezeigt, sowie die kreative Community, die sich mittlerweile schon darum gebildet hat.
Ein empfehlenswerter Beitrag.
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