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Robotik-Blog

Drahtlos ferngesteuerter Nashornkäfer

Arne am 19.10.2009 um 17:43 Uhr - zum Artikel

Cyborg-KäferCyborg-Käfer

Anfang des Jahres hatte ich bereits darüber berichtet, dass die University of California, Berkeley eine Methode entwickelt hat, die Ner­ven von Nas­horn­kä­fern mit Elek­tro­nik zu ver­drah­ten und die Kä­fer da­rü­ber fern­zu­steu­ern: UC Ber­ke­ley zeigt fern­ge­steu­er­ten Nas­horn­kä­fer.

Ein neues Video zeigt die Fortschritte, mit denen ein Nashornkäfer drahtlos durch die Räume der Universität gesteuert wird, was damals schon angekündigt, aber noch nicht zu sehen war. Vorsicht, die Bilder sind verstörend und für empfindliche Tierfreunde nicht zu empfehlen:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Cyborg-Nashornkäfer wird ferngesteuert

Die schnellen Fortschritte auf diesem Gebiet bedeuten wohl, dass − zumindest beim Militär − erste Anwendungen der Technik nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Mit Kameras oder anderen Sensoren ausgerüstet, sind diese Cyborg-Insekten perfekt für Spionageeinsätze.

Hier deutet sich eine neue Ethikdiskussion an, denn was heute mit Nashornkäfern möglich ist, wird in Kürze auch mit größeren Tieren mit komplexeren Nervensystemen möglich sein. Solche Diskussionen sollten möglichst schnell in die breite Öffentlichkeit, denn die Fortschritte sind gewaltig und die damit verbundenen Fragen werden sich zwangsläufig stellen.

Dürfen wir Tiere derart manipulieren? Inwieweit bekommen Tiere davon etwas mit? Bei welcher Größe von Tieren ziehen wir die Grenze?

Vergessen darf man dabei schließlich auch nicht, dass Erkenntnisse aus diesen Forschungsfeldern enorme Potentiale für fühlende, lebensechte Prothesen für den Menschen bergen. Arm-, Hand- und Beinprothesen zum Beispiel, die wir nicht nur wie unsere eigenen Gliedmaßen bewegen können, sondern die auch fähig sind, Gefühl und Reaktionen an das Gehirn zurückzusenden.

Via BotJunkie.

Roboter-Rikscha-Tandem-Dingens

Arne am 18.10.2009 um 20:03 Uhr - zum Artikel

Die wohl coolste Art, sich fortzubewegen: Ein Tandem, auf dessen hinterem Sattel ein humanoider Roboter sitzt, der einem das mühsame Treten abnimmt. Gerade bei YouTube gefunden:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Roboter-Tandem

Wenn man jetzt dem Roboter noch Gyroskope zur Lageregelung einbaut, so dass das Fahrrad nicht mehr umfällt und man selbst an der Ampel nicht mehr den Fuß auf den Boden setzen muss (wie das aussehen kann, sieht man hier am Anfang und Ende des Videos), ist das echt das lässigste Gefährt der Welt.

Das Fahrrad will ich auch haben. Supercool!

[Linkdump] 13. Oktober 2009

Arne am 12.10.2009 um 17:58 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

ABB FANTA Can Challenge Volume 2

Arne am 12.10.2009 um 17:10 Uhr - zum Artikel

Vor einem guten halben Jahr habe ich hier im Blog Fanta Can Challenge (etwa Fantadosen-Herausforderung) des Industrieroboter-Herstellers ABB gezeigt. Damals mit zwei Robotern, die mit beeindruckender Geschwindigkeit kooperierten.

Jetzt legt ABB noch einen drauf: Wieder ist es ein Video, um ABB TrueMove und QuickMove zu bewerben, diesmal allerdings mit drei Robotern, immernoch unglaublich schnell und präzise, und sogar vor einem anständigen Hintergrund. Aus sechs Fantadosen wurden zwölf, aus zwei Robotern drei und aus der lustigen Schlangenbahn eine deutlich kompliziertere Bewegung für den obersten Roboter.

Your browser needs to support Flash contents to display this image. ABB FANTA Can Challenge Volume 2

Pancakes per minute

Arne am 06.10.2009 um 14:45 Uhr - zum Artikel

ABB hat kürzlich einen Pancake Picker gezeigt, der eine erstaunliche Ppm-Rate (Pancakes per minute [1] ) besitzt. Zumindest scheint dieses Maß ein vernünftiges zu sein, um die Leistung des Pancake Pickers zu bewerten.

Your browser needs to support Flash contents to display this image. ABB Pancake Picker

Mit seinen 400 Ppm (Pancakes per minute) stellt er die vormals eingesetzten menschlichen Pancake Picker in den Schatten.

Wer nun auch dem Charme des Videos mit seiner dramatischen Musik, der Missionsankündigung zu Beginn, den Pancakes per minute und dem Pancake Buffer erlegen ist, der kennt den Grund für diesen Blogeintrag. Ganz davon ab, dass ich den Robotern über Minuten dabei zusehen könnte, wie sie die kleinen Pfannkuchen in verschiedenen Konfigurationen stapeln und die Geschwindigkeit und Präzision der Roboter wirklich erstaunlich ist.

Noch ein wenig technischer Hintergrund: Bei den vier Robotern handelt es sich um ABBs FlexPicker, die über eine Steuerung angesprochen werden, die den großartigen Namen Pickmaster 3.2 trägt. Jeder der Roboter ist durch eine 4Gb-Ethernet-Kamera unterstützt, die vor ihm über dem Förderband angebracht ist und die Position der Pancakes erkennt.

Weitere Robotik-Videos gibt es wie immer nebenan in der Video-Abteilung, die sich genau wie dieser Blog abonnieren lässt.

Ich will jetzt auch einen Pancake Buffer für meinen Schreibtisch!

Via Planet Robotics.

1
Maßeinheit frei erfunden aber von mir zur Weiterverwendung empfohlen.

Auto lernt vom Fahrer

Arne am 06.10.2009 um 00:48 Uhr - zum Artikel

EU-Projekt „DRIVSCO“EU-Projekt „DRIVSCO“

Vorausschauend Fahren ist sowohl aus sicherheitstechnischen als auch aus öko­lo­gisch­en Grün­den im Stra­ßen­ver­kehr ge­bo­ten. Das können Menschen aktuell noch sehr viel besser als Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme. Fah­rer­as­sis­tenz­sys­teme setzen, um den Fahrer während der Fahrt zu unterstützen, in der Regel auf eine Kom­bi­na­tion aus mehreren Sen­so­ren. Sie können allerdings nicht so viele In­for­ma­tio­nen wie der Fahrer selbst in die Be­wert­ung der Situation einfließen lassen und dem­ent­spre­chend nicht so vo­raus­schau­end fahren. Der Fahrer weiß, wie eilig er es hat, wohin er will und greift auf einen reichen Er­fah­rungs­schatz vergangener Au­to­fahr­ten zurück.

Das EU-Projekt DRIVSCO hat ein System entwickelt, um diesen Erfahrungsschatz und die Fähigkeit, vorausschauend zu fahren, Fahrerassistenzsystemen anzueignen. Das System soll dafür tagsüber vom Fahrer lernen und das Gelernte nachts anwenden können. Nachts nämlich sind Fahrerassistenzsysteme dem menschlichen Fahrer in einer Hinsicht überlegen: sie können Infrarotkameras nutzen und damit sehr viel weiter sehen, als der Mensch es nachts kann. Das multi-nationale Projekt DRIVSCO unter Leitung des Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Universität Göttingen ist bereits abgeschlossen und hat die Ergebnisss in einen Prototypen gegossen, den Hella in ein Testfahrzeug eingebaut wurde.

Das Assistenzsystem lernt, indem es tagsüber in jeder Situation versucht, die Verkehrssituation anhand von Kameras zu erkennen und die dazugehörigen Fahrmanöver speichert. Die Verkehrssituation ergibt sich zum Beispiel aus der Straßensituation, dem Radius der folgenden Kurve, Hindernissen und Autos in der Umgebung. Das dazugehörige Fahrmanöver ist die Lenkbewegung und die Beschleunigung oder das Abbremsen des Autos. So erhält das System eine Datenbasis, die das Verhalten des Fahrer repräsentiert und kann nun versuchen, dieses Verhalten nachzuahmen. Lernen (Lehren) durch Demonstration.

Nachts vergleicht das System die aktuelle Fahrweise des Fahrers mit der bei Tag aufgezeichneten Datenbasis, da das System die Fahrsituation auch nachts aufgrund der Infrarotbilder gut erkennen kann. Weicht die Fahrweise des Fahrers deutlich von der Fahrweise tagsüber ab, interpretiert das System, dass die Situation für den Fahrer nicht gut erkennbar oder falsch eingeschätzt ist und warnt den Fahrer.

Wie sich ein solches Fahrerassistenzsystem in der Praxis anfühlt, wäre interessant zu erfahren. Vielleicht wird ein solches System ja von Autofahrern eher akzeptiert, wenn sie wissen, dass die aktuellen Vorschläge nicht aufgrund von Verkehrsregeln und externen Vorgaben erzeugt werden, sondern quasi die eigenen Vorschläge sind, da sie auf der eigenen Datenbasis berühren.

Man wird sozusagen nachts von sich selbst assistiert. Eine schöne Vorstellung.

Autoversicherer dürften sich dabei auch die Hände reiben, da eine solche Datenbasis eine herrlich detaillierte Aussage über die Fahrweise des Fahrers zulässt und damit eine neue Berechnungsgrundlage für den personalisierten Versicherungstarif.

Roboter: ASIMO, RIBA und OmniZero.9

Arne am 29.09.2009 um 22:30 Uhr - zum Artikel

Hier nochmal ein Schwung Roboter. Diesmal mit ASIMO eine wahre Größe der Robotik, sowie mit RIBA und OmniZero.9 zwei jüngere Modelle.

ASIMO

Hondas ASIMOHondas ASIMO

ASIMO („Advanced Step in Innovative Mo­bi­li­ty“) ist ein humanoider Roboter, der vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt von Honda vor­ge­stellt wurde und heute nach wie vor die am weitesten entwickelte Technik zur zwei­bei­ni­gen Fort­be­we­gung besitzt. Weltweit gibt es mittlerweile ca. 30 ASIMOs. Die einzigen in Deutsch­land tun im CoR-Lab der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld ihren Dienst.

Das aktuelle ASIMO-Modell kann 2,7 Stun­den­ki­lo­me­ter schnell gehen und sogar rennen. Dabei ist ASIMO dann 6 km/h schnell und hat wie der Mensch beim Laufen eine kurze Phase (80 Millisekunden), in der beide Füße keinen Bodenkontakt haben. Er kann im Kreis laufen, Treppen steigen und allerhand mehr.

Aufgrund der Bewegungs-Fähigkeiten des ASIMO und seiner äußerlichen Ähnlichkeit zum Menschen wird er besonders gerne zur Forschung in der Servicerobotik, also der Robotik mit Menschkontakt, eingesetzt. Dabei sind in den letzten Jahren viele, span­nen­de Experimente herausgekommen. Gedanken lesen (hierbei funktioniert ASIMO allerdings nur als beeindruckende Demo und hat mit dem eigentlichen Vorgang wenig zu tun) oder wie im folgenden Video das Verstehen und Lernen neuer Ge­gen­stän­de:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. ASIMO lernt neue Gegenstände (BBC)

Im folgenden Video wird das beeindruckende Laufen von ASIMO genutzt, um zu zeigen, wie der Roboter nicht nur statischen Hindernissen ausweichen kann, sondern auch auf sich bewegende Hindernisse reagiert und seinen Weg trotzdem sicher geht:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. ASIMO umgeht bewegte Hindernisse

RIBA

RIBARIBA

RIBA ist ein überdimensionierter weißer Ted­dy­bär, der in der Altenpflege eingesetzt werden soll. Er wurde in Japan entwickelt und soll vor allem beim Transport von Alten und Kranken im Krankenhaus helfen können.

Es bleibt abzusehen, wie lange es noch braucht, bis ältere Menschen sich ohne Angst in die Arme eines Roboterriesen begeben wollen. Die Japaner sind im Bezug auf Roboter ja etwas weniger scheu als der Rest der Welt, aber auch dort läuft es wahrscheinlich – gerade bei älteren Menschen – nicht ganz ohne Widerstand.

Wie man sich diesen Transport vorstellt ist im folgenden Video zu sehen. Nicht zu sehen ist, wie der Roboter alleine einen Menschen aus dem Bett heben kann. Er ist wahrscheinlich (vorerst?) nur als kräftige Tragehilfe gedacht.

Your browser needs to support Flash contents to display this image. RIBA transportiert pflegebedürftige Personen

OmniZero.9

Der OmniZero.9 wurde letzte Woche auf der ROBO-ONE humanoid robot competition vorgestellt. Es handelt sich um einen humanoiden Roboter des Bastlers Takeshi Maeda und er ist der Nachfahre des Modells OmniZero.4. Der Roboter kann nicht nur auf seinen zwei Beinen durch die Gegend marschieren, sondern zeigt auch seine Transformation in ein Gefährt.

Your browser needs to support Flash contents to display this image. OmniZero.9 transformiert sich und trägt seinen Schaffer

Wie im Video zum Ende zu sehen ist, transformiert sich OmniZero.9 anders als viele andere Transformer-Bots nicht nur der Optik halber und ist sonst ein instabiles Wesen. Der OmniZero.9 muss über viel Stabilität und erstaunliche Servo-Motoren in seinen Gelenken verfügen, wenn er mit seinem Erbauer auf dem Rücken (auf der Brust? auf dem Kopf?) weiter bewegungsfäig bleibt.

Der OmniZero.9 scheint damit ein aussichtsreicher Kandidat für den eigenen coolen Roboter-Freund zu sein, der einem – fahrend oder gehend – nicht von der Seite weicht und einen im Notfall sogar trägt.

Via Planet Robotics, BotJunkie und Plastic Pals.

[Linkdump] 18. September 2009

Arne am 18.09.2009 um 16:36 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

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