Mobilen Robotik

evolution robotics Mint

Arne am 08.01.2010 um 12:57 Uhr - zum Artikel

Seit seiner Vorstellung auf der CES 2010 in Las Vegas ist der Roboter Mint von evolution robotics in aller Munde und hat es sogar in Deutschland damit in die Mainstream-Presse geschafft (Zeit Online). In jedem Artikel über ihn ist er angepriesen als Konkurrenz für den iRobot Roomba und iRobot Scooba. Vermutlich, weil dies für Journalisten die einfachste Art ist, dem Leser den Roboter zu beschreiben und eine Assoziation zu geben. Ob der Mint wirklich eine ernsthafte Konkurrenz darstellt, ist aufgrund der ersten Berichte nicht ganz nachzuvollziehen (ich persönlich habe ihn noch nicht in der Hand gehalten).

Der Haushaltsroboter Mint (Foto: evolution robotics)Der Haushaltsroboter Mint (Foto: evolution robotics)

Wir wissen, dass evolution robotics in Sachen Robotik und Objekterkenung über enorme Expertise verfügt. Wir wissen auch, dass evolution robotics mit NorthStar eine lang entwickelte Lösung zur Lokalisierung [1] besitzt, die auch in dem Mint eingesetzt wird. Wie praktikabel diese Lösung aber für den unbedarften Endnutzer ist, ist fraglich.

Mit NorthStar wird über einen Infrarotprojektor ein Muster an die Zimmerdecke projiziert, über das sich der Roboter die ganze Zeit zurechtfinden kann. Der Vorteil gegenüber dem iRobot Roomba ist hier, dass der Roboter nicht in Zufallsmustern das Zimmer säubert, sondern gezielt und damit der Theorie nach effizienter und schneller das Zimmer säubern kann.

Als weitere Unterscheidung von den Haushaltsrobotern von iRobot verfügt Mint über eine Vorrichtung, um den Roboter entweder mit einem Tuch zum Staubwischen oder einem Putzlappen zum Wischen auszustatten. Die Tatsache, dass der Mint keine Saugeinheit zum Auffangen des Staubs und keinen Wassertank zum Wischen hat, sondern sich beim Säubern lediglich auf die untergeschnallten Tücher verlässt, macht mich skeptisch.

Fraglich ist außerdem, wie Mint mit mehreren Räumen zurechtkommt. Benötigt er dann einen Infrarot-Projektor pro Raum? Dass Mint nicht allein zur Ladestation zurückfährt, ist ein weiterer Punkt, der mich skeptisch macht.

Insgesamt ist es schön zu sehen, dass mehr und mehr Unternehmen in das Haushalts-Roboter-Segment einsteigen. Dass sich der Markt öffnet und der Marktführer iRobot etwas angeknabbert wird, kann nicht schaden. Inwieweit Mint sich wirklich durchsetzt, wird sich zeigen müssen. Die genannten Punkte erwecken in mir den Eindruck, dass trotz des niedrigeren Preises das Preis-Leistungs-Verhältnis hinter dem des Roomba zurücksteht. Zugegebenermaßen bin ich allerdings auch nicht ganz objektiv, da ich einen Roomba besitze und seitdem ein großer Roomba-Fan bin. Und schick ist der Mint ja zweifellos.

Der Mint in Aktion
1
Lokalisierung bezeichnet in der Robotik die Fähigkeit eines Roboters, seine Position in seiner Umgebung festzustellen. (Wikipedia)

[Linkdump] Kindergärten für Roboter und Sex mit Androiden

Arne am 07.01.2010 um 21:19 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage und die ersten in diesem Jahr. Kindergärten für Roboter, Sex mit Androiden und der festgefahrene Mars-Rovers Spirit.

Künstliche Intelligenz
Welt.de darüber, was Roboter schon heute können und was sie möglicherweise in einigen Jahren beherrschen werden. „Forscher prophezeien, dass Menschen künftig nicht nur Sex mit Androiden haben werden, sondern dass Maschinen uns spätestens 2070 an Intelligenz übertrumpfen.“
Wenn Roboter den Menschen überflügeln
(Welt Online, Peter Singer und Agata Saga, 15. Dezember 2009)

Militär-Drohnen
Telepolis über den bereits jetzt intensiven Einsatz von Militärrobotern und den Zukunftsplänen der weltweiten Militärs. „Wir haben die letzten Jahre mehr Drohnenangriffe in Pakistan geflogen als Angriffe im ganzen Kosovo-Krieg 1999. Und trotzdem wird in unseren Parlamenten kaum darüber diskutiert.“
Asimovs Nulltes Robotergesetz ist tot
(Welt Online, Peter Singer und Agata Saga, 15. Dezember 2009)

Militär-Drohnen
„Aufständische im Irak können US-Drohnen wohl noch ein paar Jahre über die Flügel gucken.“ Die unverschlüsste Kommunikation der US-Kampfdrohnen ist in den letzten Monaten wohl regelmäßig von feindlichen Kräften abgehört worden und wird es wohl noch einige Zeit.
US-Kampfdrohnen funken bis 2014 unverschlüsselt
(Spiegel Online, Richard Meusers, 21. Dezember 2009)

Nasa-Rover Spirit
„Der Patient ist immobil, und das schon seit acht Monaten. Eines seiner sechs Gliedmaßen ist gelähmt, die fünf anderen sind halb im Sand versunken.“ Zeit Online über die festgefahrene Situation des Mars-Rovers Spirit und die Bemühungen der NASA, den Rover zu befreien.
Therapie im Sand
(Zeit Online, Harro Albrecht, 6. Januar 2010)

Zukunftsvisionen
Zukunftsvisionen zu Robotern in der F.A.Z. (im dritten Teil des Artikels). „Palzkill [hält] nicht sehr viel davon, Robotern ein menschenähnliches Aussehen zu geben. Er sagt, dass wir dann auch menschliche Erwartungen an die Maschine stellen und sie damit überfordern würden.“
Klima – Menschen – Roboter – Wie sieht meine Zukunft aus?
(F.A.Z., Lukas Hof, 20. Dezember 2009)

Maschinenlernen
„Roboter werden in Zukunft wie Kleinkinder selbständig lernen, sich in ihrer Umwelt zu bewegen.“ In der Computerwelt spricht Michael Zillich, Projektassistent am Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der TU Wien, über seine Vorstellungen vom maschinellen Lernen in der Zukunft. „Vorbild dafür sind Kinder, die ihre Fähigkeiten durch Ausprobieren und Lernen nach und nach entwickeln.“
Kindergarten für Roboter
(Computerwelt, Rudolf Felser , 21. Dezember 2009)

Hinweise zu lesenswerten Artikeln nehme ich jederzeit gerne entgegen an botzeit@ohmpage.org

Roboterbegriff – Teil 1: Schon ein Roboter oder doch nur ein ferngesteuertes Auto?

Arne am 15.12.2009 um 20:08 Uhr - zum Artikel

Was macht eigentlich einen Roboter aus? Aus welchen Komponenten muss er bestehen? Was muss er können, damit sich ein Roboter auch Roboter nennen darf? Welche Arten von Robotern gibt es und woran sind sie zu unterscheiden?

Einen Roboter haben wir alle schonmal gesehen. Die meisten Roboter würden wir auch als solche erkennen, wenn wir sie zum ersten Mal in Aktion erleben oder auch nur ein erstes Bild von ihnen sehen. Wir haben ein wages Bild von einem Roboter in unseren Köpfen. Aber wer von uns könnte eine präzise Definition des Begriffs „Roboter“ formulieren? Für die meisten Robotik-Enthusiasten mag diese Fragestellung wie eine belanglose Spitzfindigkeit erscheinen. Wer allerdings beruflich mit Robotern zu tun hat, wie beispielsweise Wissenschaftler oder Journalisten, der wird seine Worte mit Bedacht wählen. Es besteht die Gefahr, dass womöglich einer Maschine Fähigkeiten oder Eigenschaften zugesprochen werden, über die sie garnicht verfügt. Im Extremfall stellt sich die Frage, wer die Verantwortung für das „Handeln" eines Roboters trägt.

Ein paar gelagerte Achsen, ein Elektromotor, ein Akku und ein paar knackende So­nar­sen­sor­en machen noch lange keinen Serviceroboter. Ein Kette von Elektromotoren und Metallkörpern ist nicht immer gleich ein Manipulator oder ein Industrieroboter.

In der Vergangenheit ist „Ethik in der Robotik" bereits mehrfach ein Thema auf Botzeit gewesen. Gerade in diesem Themenfeld wird der Bedarf eines bewussten Umgangs mit dem Roboterbegriff besonders deutlich. Überspitzt formuliert geht es darum, ob eine Drohne, die dazu benutzt wird im Kampfeinsatz entfernte Ziele anzugreifen, bereits ein an der Front kämpfender Roboter ist. Oder handelt es sich vielmehr um den kriegerischen Gebrauch extrem teurer ferngesteuerter Modellflugzeuge?

Es wird interessant sein, zu beobachten, wie die Medien in Zukunft mit dieser Begrifflichkeit umgehen werden. In welchen Zusammenhängen sie von Robotern oder von ferngesteuerten Maschinen berichten werden und wie dies unser persönliches aber auch gesellschaftliches Bild von Robotern prägen wird.

Sicherlich kann dieser Blogeintrag nicht all die genannten Fragen beantworten. Er soll den interessierten Leser zum Nachdenken anregen und als Ankündigung dienen, dass in Zukunft weitere Einträge in diesem Kontext folgen werden. Soviel sei verraten: Es wird in jedem Fall eine Sammlung häufig angewendeter Roboterdefinitionen geben.

[Linkdump] Herzchirurgie, Unterwasser- und Leichtbaurobotik

Arne am 11.12.2009 um 13:09 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Das Biest von Kandahar, weiße Extrabeine, Scarlet Knight, Roboter mit Herzrythmus und Leichtbaurobotik.

Roboterethik
Der Tagesanzeiger diskutiert die Frage, wer haftet, „wenn mir ein Roboter den Fuss bricht“. Wissenschaftler diskutieren über die möglichen Folgen und Verantwortlichkeiten intelligenter werdender Roboter und kommen zu dem Schluss, das wir Ethik auch für Roboter benötigen.
Und wenn mir ein Roboter den Fuss bricht?
(wissenschaft.de, Jessica von Ahn, 23. November 2009)

Herzchirurgie
Ein neu entwickelter Roboter erstellt ein detailliertes 3D-Modell des Herzens und kann dadurch synchron mit dem Herzschlag operieren. Das Herz muss dadurch nicht mehr für den Eingriff stillgelegt werden, wie bislang erforderlich. Die Entwickler gehen davon aus, dass sich ihre Neuentwicklung auch für Gehirnoperationen eignet.
Roboter operiert am offenen Herzen
(Focus Online, 11. Dezember 2009)

Technik aus Japan
„Nakamura hat zwei weiße Extrabeine an Hüfte und Füße geschnallt. Sensoren registrieren ihre Muskelbewegungen, Motoren bewegen die Stelzen und unterstützen ihre Schritte.“ Zeit Online über Japans Robotik-Lösungen für die kommenden demo­grafischen Probleme.
Mit Robotern alt werden
(Zeit Online, Kai Biermann, 10. Dezember 2009)

Tarnkappen-Drohne
„Jahrelang hatte die US-Luftwaffe dieses Flugzeug geheim gehalten – bis es von einem Luftfahrt-Blogger enttarnt wurde“. Die USA setzt in Afghanistan eine Drohne mit Tarntechnik ein, die aufgrund ihrer langen Geheimhaltung den abenteuerlichen Namen Das Biest von Kandahar erhielt. Nach Veröffentlichung neuer Fotos hat die US-Luftwaffe den Einsatz öffentlich eingeräumt.
Das Biest von Kandahar
(Spiegel Online, Matthias Kremp, 6. Dezember 2009)

Leichtbaurobotik
Im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim sind die ersten Leichtbau-Roboter im Serieneinsatz der Automobilindustrie. „Der Leichtbauroboter bietet neue Möglichkeiten für die wandlungsfähige Montage.“ Das Projekt ist ein gemeinsames Ent­wick­lungs­pro­jekt von Daimler, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Kuka Roboter GmbH.
Leichtbauroboter montieren mit Gefühl
(MaschinenMarkt, Rüdiger Kroh, 7. Dezember 2009)

Unterwasserrobotik
Der torpedo-förmige Roboter Scarlet Knight hat in 225 Tagen die Strecke USA-Spanien (ca. 7400 Kilometer) in 200 Metern Tiefe zurückgelegt, um dabei Daten wie Temperatur und Salzgehalt zur Analyse des Weltklimas zu sammeln.
Dieser Torpedo durchquerte den Atlantik
(Blick, Cilgia Grass, 10. Dezember 2009)

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[Linkdump] IREX, Kurzweil und Synchronschwimmen

Arne am 28.11.2009 um 18:45 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Technologie-Propheten, syn­chron­schwim­men­de Roboter, außerirdische Intelligenz und Videos von der IREX 2009.

Verankerungstechnologie
Über einen robotischen Anker nach dem Vorbild der amerikanischen Scheidenmuschel: „Die beste Verankerungstechnologie, die es bislang gibt, ist zwei bis dreimal schlechter als die Muschel.“
Der Natur abgekupfert
(wissenschaft.de, Jessica von Ahn, 23. November 2009)

Außerirdische und Künstliche Intelligenz
Bei Spiegel Online fragt sich „Technologie-Prophet Paul Saffo“, warum wir auf der Suche nach außerirdischer Intelligenz sind, wenn uns die Robotik doch in den nächsten Jahren fremde, intelligente Wesen auf der Erde verspricht. „Die Roboter von morgen sind emotional und superklug.“
Außerirdische und Künstliche Intelligenz
(Spiegel Online, Paul Saffo, 22. November 2009)

Ray Kurzweil
Der Stern über die vor einigen Monaten gegründete Singularity University und wie man sich dort mit der Robotik beschäftigt, um „die Menschheit auf Wandel vorzubereiten, der immer schneller kommt.“
Ray Kurzweil über clevere Roboter und virtuelle Welten
(Credit Suisse, Interview, 23. November 2009)

Synchron unter Wasser
Eine Flotte bestehend aus zwei autonomen Katamaranen und zwei autonomen U-Booten hat im Atlantik vor der portugiesischen Küste gezeigt, dass auch bei Meeresströmung und Wind die Kommunikation aufrecht erhalten werden kann und die Roboter koordiniert und synchron einen vorgegebenen Pfad abfahren können. Ergebnis des dreijährigen europäischen Forschungsprojekts GREX.
Synchronschwimmen für Roboter
(heise, Peter König, 28. November 2009)

Human Computation
In der Frage-Community Aardvark antwortet nicht eine Maschine mit künstlicher Intelligenz, sondern die Maschine sucht diejenige Person, die die Frage am besten beantworten kann.
(Technology Review, Erica Naone, 27. November 2009)
Wenn der Computer nicht alles weiß

IREX 2009
Videos von der IREX 2009, der International Robot Exhibition 2009 in Tokyo, ausgerichtet von der Japan Robot Association.
(engadget German, Franziska Weiss, 26. November 2009)
Roboter, der Lego-Modelle baut und mehr

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Obama hat Angst vor Robotern

Arne am 24.11.2009 um 18:44 Uhr - zum Artikel

US-Präsident Barack Obama hat gestern am 23. November auf einer Pressekonferenz nach der Besichtigung einer Schule und ihrer Roboter-Projekte seine Skepsis gegenüber Robotern geäußert und erklärt, aus welchen zwei Gründen er die Robotik im Auge behalten will:

I believe that robotics can inspire young people to pursue science and engineering. And I also want to keep an eye on those robots in case they try anything.

US-Präsident Barack Obama (Hervorhebung von mir)

Letzteres ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, wie im Video der Pressekonferenz deutlich sichtbar ist (der Satz fällt ab Minute 1:50).

Pressekonferenz zur Roboter-Apokalypse

Neben der Warnung vor einer Roboter-Apokalypse spricht Obama noch von der Chance, mit der Robotik junge Leute für Wissenschaft und Mathematik zu begeistern und spricht damit etwas Wahres an. Ich habe mittlerweile mehrere Lehrstühle und Professoren kennengelernt, die selbst an der Universität noch die Robotik nutzen, um Studenten für ihren Lehrstuhl und ihre Projekte zu begeistern. Sind die Studenten erst am Lehrstuhl werden sie dann gerne Schritt für Schritt an weniger beliebte Projekte herangeführt.

Ganz davon ab, wird die Robotik auch in Deutschland zunehmend für Schülerprojekte genutzt, weil die Robotik mit ihrer Anschaulichkeit und Fähigkeit, schnell sichtbare und spannende Ergebnisse zu erzeugen, für die Motivation und das Bilden von Interesse ganz wunderbar geeignet ist.

Via Planet Robotics

Roomba verwüstet Wohnung!!1!

Arne am 19.11.2009 um 20:20 Uhr - zum Artikel

Mein Zimmerboden nach dem VorfallMein Zimmerboden nach dem Vorfall

So sah mein Zimmerboden heute aus, nachdem ich nach Hause kam. Im kompletten Zimmer waren tausende kleine Pappschnitzelchen verteilt. Roomba hatte seine freie Zeit genutzt, meine Wohnung zu verwüsten.

Ich hatte den Verpackungskarton eines Geschenks auf dem Boden stehen lassen, auf einem Bücherstapel. Roomba hatte den Karton während seiner programmierten Säuberungsfahrt und meiner Abwesenheit her­un­ter­ge­schubst und dabei das Polstermaterial, die obigen Wellpappe-Schnipsel, auf den Boden ergossen. Die folgenden Minuten hatte er genutzt, mit seiner kleinen Eckenbürste im Zimmer zu verteilen und in jede Ecke zu schleudern.

Roomba, verstopftRoomba, verstopft

Gefunden habe ich ihn dann in der rechts dargestellten Form, die Bürsten mit den Pappschnipseln verstopft (natürlich nicht auf dem Rücken, hier schon in der grob gereinigten Form). Die verstopften Bürsten sorgten dann glück­lich­er­wei­se dafür, dass sich Room­ba abschaltete und die Papp­­schnip­­sel dadurch zu­min­dest nicht noch in der rest­li­chen Wohnung verteilte. Er­freu­li­cher­wei­se ist der Room­ba sehr leicht zu rei­ni­gen, iRobot legt dem Roomba dazu ein bequemes Bür­­sten­­rei­­ni­­gungs-Werk­­zeug bei. In­so­fern kein wirk­li­ches Problem, das Zimmer sah aber auf den ersten Blick trotz­dem er­schre­ckend danach aus, als hätten sich zwei Papp­kar­tons einen er­bit­ter­ten und töd­li­chen Kampf ge­lie­fert.

Fühlt sich irgendwie so an, wie zu seinem allein gelassenen Haustier nach Hause zu kommen, das gelangweilt die Wohnung zerpflückt hat. Aber ich habe dem Roomba bereits verziehen. Er hat schon sehr viel mehr sauber gemacht, als in dieser Aktion verwüstet.

[Linkdump] 19. November 2009

Arne am 19.11.2009 um 12:42 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Roboter in der Führerscheinprüfung, tanzende Roboter, Maschinen warten Maschinen und Science-Fiction-Autoren bei der DARPA:

  1. Tanz ist eine Sache des Kopfes
    (Neue Westfälische, Heike Krüger, 16. November 2009)
    Die Kognitionswissenschaftlerin Bettina Bläsing im Interview mit der Neuen Westfälischen über kreative Prozesse und tanzende Roboter. „Ich nehme an, dass es in Japan vielleicht sogar einen Markt gäbe für den Roboter als Tanzpartner.“

  2. Singularity University – Sommerschule für Weltenlenker
    (Stern, Karsten Lemm, 16. November 2009)
    Der Stern über die vor einigen Monaten gegründete Singularity University und wie man sich dort mit der Robotik beschäftigt, um „die Menschheit auf Wandel vorzubereiten, der immer schneller kommt.“

  3. Teilautonome mobile Roboter zur Fernwartung prozesstechnischer Anlagen
    (Informationsdienst Wissenschaft, Birgit Graf, 16. November 2009)
    Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart beschäftigt sich mit der Möglichkeit, selbst die Wartung von Maschinen nicht mehr nur von Menschen, sondern wiederum mit Hilfe von Maschinen erledigen zu lassen. „Dabei wird der Roboter durch einen Benutzer ferngesteuert, unterstützt diesen jedoch durch teilautonome Sicherheits- und Bewegungsfunktionen.“

  4. Neue Prothesentechnik – Autofahren ohne eigene Arme
    (Süddeutsche, 13. November 2009)
    „Es surrt wie bei einem Roboter, wenn Christian Kandlbauer in seinem Auto die rechte Hand ans Lenkrad legt.“ Bericht über einen 21-jährigen Österreicher, der beide Arme verloren hat und nun zwei moderne Prothesen trägt, mit deren Hilfe er im Oktober seine Führerscheinprüfung bestanden hat und die ihm so zu einem fast normalen Leben verhelfen.

  5. DARPA – Inventing this side of the impossible
    (NewScientist, Tom Simonite, 11. November 2009)
    Englischsprachiger Artikel über die unglaublichen Entwicklungen der DARPA, die ursprünglich als Antwort auf den russischen Satelliten Sputnik gegründet worden war und seitdem viele visionäre Dinge wie das Internet und GPS entwickelt hat. „The best DARPA programme managers, I swear, are science fiction writers.“

  6. Was Roboter über Menschen erzählen
    (futurezone@ORF, Anna Masoner, 15. November 2009)
    „Was […] haben […] Fiktionen mit der Roboterforschung zu tun, und was erzählen sie uns eigentlich über den Menschen, dessen Abbild Roboter ja oft sein sollen?“ Futurezone über das kürzlich erschienene Sammelband Public Fictions. Wie man Roboter und Menschen erfindet.

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