Industrielle Robotik

Pancakes per minute

Arne am 06.10.2009 um 14:45 Uhr - zum Artikel

ABB hat kürzlich einen Pancake Picker gezeigt, der eine erstaunliche Ppm-Rate (Pancakes per minute [1] ) besitzt. Zumindest scheint dieses Maß ein vernünftiges zu sein, um die Leistung des Pancake Pickers zu bewerten.

ABB Pancake Picker

Mit seinen 400 Ppm (Pancakes per minute) stellt er die vormals eingesetzten menschlichen Pancake Picker in den Schatten.

Wer nun auch dem Charme des Videos mit seiner dramatischen Musik, der Missionsankündigung zu Beginn, den Pancakes per minute und dem Pancake Buffer erlegen ist, der kennt den Grund für diesen Blogeintrag. Ganz davon ab, dass ich den Robotern über Minuten dabei zusehen könnte, wie sie die kleinen Pfannkuchen in verschiedenen Konfigurationen stapeln und die Geschwindigkeit und Präzision der Roboter wirklich erstaunlich ist.

Noch ein wenig technischer Hintergrund: Bei den vier Robotern handelt es sich um ABBs FlexPicker, die über eine Steuerung angesprochen werden, die den großartigen Namen Pickmaster 3.2 trägt. Jeder der Roboter ist durch eine 4Gb-Ethernet-Kamera unterstützt, die vor ihm über dem Förderband angebracht ist und die Position der Pancakes erkennt.

Weitere Robotik-Videos gibt es wie immer nebenan in der Video-Abteilung, die sich genau wie dieser Blog abonnieren lässt.

Ich will jetzt auch einen Pancake Buffer für meinen Schreibtisch!

Via Planet Robotics.

1
Maßeinheit frei erfunden aber von mir zur Weiterverwendung empfohlen.

[Linkdump] 18. September 2009

Arne am 18.09.2009 um 16:36 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

Zukunft der Fertigung?

Arne am 15.09.2009 um 15:45 Uhr - zum Artikel

Motoman hat mit seinen Robotern in letzter Zeit schon gezeigt, wie man kochen oder Cocktails zubereiten kann, hier zeige ich jetzt ein etwas realistischeres Video diesen Jahres von Motoman. Der Roboter setzt in dem Video einen Bürostuhl aus seinen Einzelteilen zusammen.

Motoman baut einen Bürostuhl zusammen

Dies ist eine Arbeit wie sie genau so in der Fertigung getan wird, allerdings hauptsächlich von geübten Personen. Der Roboter setzt den Stuhl in dem Video mit beeindruckender Eleganz zusammen und arbeitet dabei mit beiden Armen parallel. Dies führt zu seltsam vertrauten, menschenähnlichen Griffen und Bewegungen.

Das kommt nicht von ungefähr, denn diese Roboterarme haben 15 Freiheitsgrade und damit ungefährt so viele wie ein menschlicher Arm. Dass sie so hübsch parallel arbeiten (der eine Arm hält zum Beispiel den Stuhl fest, während der andere Arm schraubt), sieht man bislang selten. Das liegt vor allem an dem gesteigerten Programmier- und Rechenaufwand zur Kollisionsvermeidung, lässt man zwei Roboterarme im gleichen Arbeitsraum miteinander arbeiten.

Es ist leicht vorstellbar, dass Roboter in Zukunft bei solchen Arbeiten eingesetzt werden. Mit all ihren bekannten Vorteilen für den Arbeitgeber gegenüber menschlichen Arbeitern: Kein Gehalt, 24-Stunden-Schichten, 7-Tage-Woche, …

Via Planet Robotics und BotJunkie.

[Linkdump] 5. September 2009

Arne am 05.09.2009 um 15:08 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

„Der Roboter denkt [...]“

Arne am 27.08.2009 um 10:50 Uhr - zum Artikel

Gestern habe ich mal wieder einen Vortrag über ein Robotik-Projekt gehalten. Jedesmal laufe ich – und das geht wahrscheinlich vielen so – über kurz oder lang in Formulierungen hinein wie „Der Roboter macht [...]“, „Der Roboter denkt [...]“, „Dann sieht der Roboter [...]“, usw.. Diese Formulierungen sind natürlich falsch und das wird auch noch für viele Jahr so bleiben – solange Roboter nämlich nicht in der Lage sind, eigenständig zu denken, handeln und zu entscheiden, sondern lediglich Programme ausführen.

Nichtsdestotrotz ist die korrekte Alternativ-Formulierung in der Regel dermaßen umständlich, dass es dem Zuhörer nicht hilft: „Der Roboter ist so programmiert, dass [...]“, „Die Bildverarbeitung erkennt das Objekt [...]“, oder ähnliche Formulierungen sind einfach oftmals unnötig kompliziert. Der Grund ist, dass erstere (kürzere, aber auch weniger korrekte) Formulierungen selbstverständlich in unserer Sprache vorhanden sind, und damit einfacher zu sprechen und für Zuhörer auch einfacher zu verstehen.

Ich habe mir deshalb mittlerweile angewöhnt, unmittelbar vor dem Vortrag darauf hinzuweisen, dass ich aus den genannten Gründen die einfacheren Formulierungen wählen werden, damit aber nicht implizieren will, dass der Roboter in irgendeiner Art und Weise selbstständig ist. Alles andere könnte dem versierten Zuhörer gegebenenfalls wie massive Überschätzung des Roboters vorkommen.

[Linkdump] 24. August 2009

Arne am 24.08.2009 um 23:03 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage:

Buch lesen in Sekunden

Arne am 20.08.2009 um 23:26 Uhr - zum Artikel

BuchscannerBuchscanner

Die Mannschaft vom Ishikawa Komuro Laboratory der Universität Tokyo hat kürzlich schon beeindruckende Videos von einer rasend schnellen Kombination aus Roboterhand und Kamera(s) gezeigt, die in unglaublicher Geschwindigkeit Dinge erkennen und auffangen, Knoten binden oder Baseball spielen kann.

Von der gleichen Gruppe kommen nun weitere beeindruckende Bilder von einem Buchscan-Prototypen. Was man bislang in Science-Fiction-Filmen und -Literatur von Androiden kannte, scheint in greifbare Nähe zu rücken: Das Lesen von Büchern in wenigen Sekunden. Der Buchscan-Prototyp ist in der Lage, ein Buch einzuscannen, während die Buchseiten vor seinen Augen durchfliegen.

Erneut ist eine Kamera involviert, die 1000 Bilder pro Sekunde aufzeichnet und die Erkennung der Buchseiten und der Texte und Grafiken übernimmt. Dazu rekonstruiert der Scanner blitzschnell durch Streifenprojektion die Geometrie der durchfliegenden Buchseiten und kann darüber das verzerrte Abbild der Buchseite geraderücken. Anschließend ist es dann einfach eine bekannte Aufgabe für Texterkennungs-Software.

Hier das beeindruckende Video:

Prototyp eines High-Speed-Buchscanners

Für das Einscannen antiker Bücher eignet sich das Verfahren natürlich nicht, weil dabei mit den Buchseiten wesentlich behutsamer umgegangen werden muss. Man stelle sich aber vor, wie sich zukünftige Roboter komplette Buchregale in kurzer Zeit einverleiben. Ein weiterer Punkt, in dem die Robotik die Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre einzuholen scheint.

Die gezeigte Vision, dass dies auch mit einem iPhone möglich sein wird, ist natürlich noch Zukunftsmusik, zeigt aber, wohin die Reise gehen kann.

Via Plastic Pals.

[Linkdump] 17. August 2009

Arne am 17.08.2009 um 12:12 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage: