Industrielle Robotik

[Linkdump] Herzchirurgie, Unterwasser- und Leichtbaurobotik

Arne am 11.12.2009 um 13:09 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Das Biest von Kandahar, weiße Extrabeine, Scarlet Knight, Roboter mit Herzrythmus und Leichtbaurobotik.

Roboterethik
Der Tagesanzeiger diskutiert die Frage, wer haftet, „wenn mir ein Roboter den Fuss bricht“. Wissenschaftler diskutieren über die möglichen Folgen und Verantwortlichkeiten intelligenter werdender Roboter und kommen zu dem Schluss, das wir Ethik auch für Roboter benötigen.
Und wenn mir ein Roboter den Fuss bricht?
(wissenschaft.de, Jessica von Ahn, 23. November 2009)

Herzchirurgie
Ein neu entwickelter Roboter erstellt ein detailliertes 3D-Modell des Herzens und kann dadurch synchron mit dem Herzschlag operieren. Das Herz muss dadurch nicht mehr für den Eingriff stillgelegt werden, wie bislang erforderlich. Die Entwickler gehen davon aus, dass sich ihre Neuentwicklung auch für Gehirnoperationen eignet.
Roboter operiert am offenen Herzen
(Focus Online, 11. Dezember 2009)

Technik aus Japan
„Nakamura hat zwei weiße Extrabeine an Hüfte und Füße geschnallt. Sensoren registrieren ihre Muskelbewegungen, Motoren bewegen die Stelzen und unterstützen ihre Schritte.“ Zeit Online über Japans Robotik-Lösungen für die kommenden demo­grafischen Probleme.
Mit Robotern alt werden
(Zeit Online, Kai Biermann, 10. Dezember 2009)

Tarnkappen-Drohne
„Jahrelang hatte die US-Luftwaffe dieses Flugzeug geheim gehalten – bis es von einem Luftfahrt-Blogger enttarnt wurde“. Die USA setzt in Afghanistan eine Drohne mit Tarntechnik ein, die aufgrund ihrer langen Geheimhaltung den abenteuerlichen Namen Das Biest von Kandahar erhielt. Nach Veröffentlichung neuer Fotos hat die US-Luftwaffe den Einsatz öffentlich eingeräumt.
Das Biest von Kandahar
(Spiegel Online, Matthias Kremp, 6. Dezember 2009)

Leichtbaurobotik
Im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim sind die ersten Leichtbau-Roboter im Serieneinsatz der Automobilindustrie. „Der Leichtbauroboter bietet neue Möglichkeiten für die wandlungsfähige Montage.“ Das Projekt ist ein gemeinsames Ent­wick­lungs­pro­jekt von Daimler, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Kuka Roboter GmbH.
Leichtbauroboter montieren mit Gefühl
(MaschinenMarkt, Rüdiger Kroh, 7. Dezember 2009)

Unterwasserrobotik
Der torpedo-förmige Roboter Scarlet Knight hat in 225 Tagen die Strecke USA-Spanien (ca. 7400 Kilometer) in 200 Metern Tiefe zurückgelegt, um dabei Daten wie Temperatur und Salzgehalt zur Analyse des Weltklimas zu sammeln.
Dieser Torpedo durchquerte den Atlantik
(Blick, Cilgia Grass, 10. Dezember 2009)

Hinweise zu lesenswerten Artikeln gerne jederzeit an botzeit@ohmpage.org

[Linkdump] IREX, Kurzweil und Synchronschwimmen

Arne am 28.11.2009 um 18:45 Uhr - zum Artikel

Robotische Links der vergangenen Tage. Technologie-Propheten, syn­chron­schwim­men­de Roboter, außerirdische Intelligenz und Videos von der IREX 2009.

Verankerungstechnologie
Über einen robotischen Anker nach dem Vorbild der amerikanischen Scheidenmuschel: „Die beste Verankerungstechnologie, die es bislang gibt, ist zwei bis dreimal schlechter als die Muschel.“
Der Natur abgekupfert
(wissenschaft.de, Jessica von Ahn, 23. November 2009)

Außerirdische und Künstliche Intelligenz
Bei Spiegel Online fragt sich „Technologie-Prophet Paul Saffo“, warum wir auf der Suche nach außerirdischer Intelligenz sind, wenn uns die Robotik doch in den nächsten Jahren fremde, intelligente Wesen auf der Erde verspricht. „Die Roboter von morgen sind emotional und superklug.“
Außerirdische und Künstliche Intelligenz
(Spiegel Online, Paul Saffo, 22. November 2009)

Ray Kurzweil
Der Stern über die vor einigen Monaten gegründete Singularity University und wie man sich dort mit der Robotik beschäftigt, um „die Menschheit auf Wandel vorzubereiten, der immer schneller kommt.“
Ray Kurzweil über clevere Roboter und virtuelle Welten
(Credit Suisse, Interview, 23. November 2009)

Synchron unter Wasser
Eine Flotte bestehend aus zwei autonomen Katamaranen und zwei autonomen U-Booten hat im Atlantik vor der portugiesischen Küste gezeigt, dass auch bei Meeresströmung und Wind die Kommunikation aufrecht erhalten werden kann und die Roboter koordiniert und synchron einen vorgegebenen Pfad abfahren können. Ergebnis des dreijährigen europäischen Forschungsprojekts GREX.
Synchronschwimmen für Roboter
(heise, Peter König, 28. November 2009)

Human Computation
In der Frage-Community Aardvark antwortet nicht eine Maschine mit künstlicher Intelligenz, sondern die Maschine sucht diejenige Person, die die Frage am besten beantworten kann.
(Technology Review, Erica Naone, 27. November 2009)
Wenn der Computer nicht alles weiß

IREX 2009
Videos von der IREX 2009, der International Robot Exhibition 2009 in Tokyo, ausgerichtet von der Japan Robot Association.
(engadget German, Franziska Weiss, 26. November 2009)
Roboter, der Lego-Modelle baut und mehr

Hinweise zu lesenswerten Artikeln gerne jederzeit an botzeit@ohmpage.org

Obama hat Angst vor Robotern

Arne am 24.11.2009 um 18:44 Uhr - zum Artikel

US-Präsident Barack Obama hat gestern am 23. November auf einer Pressekonferenz nach der Besichtigung einer Schule und ihrer Roboter-Projekte seine Skepsis gegenüber Robotern geäußert und erklärt, aus welchen zwei Gründen er die Robotik im Auge behalten will:

I believe that robotics can inspire young people to pursue science and engineering. And I also want to keep an eye on those robots in case they try anything.

US-Präsident Barack Obama (Hervorhebung von mir)

Letzteres ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, wie im Video der Pressekonferenz deutlich sichtbar ist (der Satz fällt ab Minute 1:50).

Pressekonferenz zur Roboter-Apokalypse

Neben der Warnung vor einer Roboter-Apokalypse spricht Obama noch von der Chance, mit der Robotik junge Leute für Wissenschaft und Mathematik zu begeistern und spricht damit etwas Wahres an. Ich habe mittlerweile mehrere Lehrstühle und Professoren kennengelernt, die selbst an der Universität noch die Robotik nutzen, um Studenten für ihren Lehrstuhl und ihre Projekte zu begeistern. Sind die Studenten erst am Lehrstuhl werden sie dann gerne Schritt für Schritt an weniger beliebte Projekte herangeführt.

Ganz davon ab, wird die Robotik auch in Deutschland zunehmend für Schülerprojekte genutzt, weil die Robotik mit ihrer Anschaulichkeit und Fähigkeit, schnell sichtbare und spannende Ergebnisse zu erzeugen, für die Motivation und das Bilden von Interesse ganz wunderbar geeignet ist.

Via Planet Robotics

Robotik 2010 in München

Jörn am 16.11.2009 um 22:03 Uhr - zum Artikel

Vom 7. bis zum 9. Juni 2010 finden in München gleich drei Robotik-Veranstaltungen parallel statt. Wissenschaftler und Anwender aus der ganzen Welt treffen sich beim 41st International Symposium on Robotics (ISR 2010) und der 6th German Conference on Robotics (ROBOTIK 2010). Begleitet werden die beiden Konferenzen von der internationalen Fachausstellung AUTOMATICA.

Die Geschichte der ISR reicht bis in die frühen Tage der ersten Industrieroboter zurück. Sie ist die weltweit älteste Konferenz zum Thema Robotik. Die ROBOTIK hingegen ist eine vergleichsweise junge Veranstaltung. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Robotik ausgerichtet. Seitdem sie im Jahr 2000 in Berlin zum ersten Mal stattfand, stellt sie im zweijährigen Rhythmus die größte nationale Konferenz rund um das Thema Robotik dar. Mehr zu der kombinierten Veranstaltung ist auf den offiziellen Seiten der Konferenzen zu finden.

Die AUTOMATICA ist eine internationale Fachmesse, auf der im zweijährigen Rhythmus Innovationen im Bereich der Mechatronik und Automatisierungstechnik vorgestellt werden. Neben Herstellern, Anwendern und Dienstleistern aus der Robotik sind auch Austeller aus den Bereichen der industriellen Bildverarbeitung, der Sensorik, der Sicherheits-, Steuerungs- und Antriebstechnik auf der Messe vertreten. Die AUTOMATICA ist nach Angaben der Ausrichter die Automationsmesse mit dem weltweit größten Robotik-Angebot [1] .

1
AUTOMATICA: Messekonzept

Robotik-Kalender für 2009 und 2010 aktualisiert

Arne am 15.11.2009 um 16:52 Uhr - zum Artikel

Hier auf botzeit.de findet man seit einiger Zeit einen Robotik-Kalender, der kommende Veranstaltungen (also Konferenzen, Messen, Wettbewerbe, etc. …) rund um die Robotik ausweist. Der Fokus der hier ausgewiesenen Veranstaltungen liegt auf den großen Konferenzen wie ICRA und IROS, sowie auf Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

In den letzten Tagen wurde der Kalender aktualisiert und weist bereits die wichtigsten Konferenzen im Jahr 2010, sowie außerdem noch zwei kommende Veranstaltungen diesen Jahres aus.

Robotik-Veranstaltungskalender bei botzeit.deRobotik-Veranstaltungskalender bei botzeit.de

Den Kalender kann man genau wie diesen Blog hier auch via RSS-Feed abonnieren, um über neu hinzugefügte Veranstaltungen auf dem Laufen gehalten zu werden. Wenn Interesse besteht, könnte ich mich auch darum bemühen, dass der Kalender im iCalendar-Format [1] heruntergeladen werden kann.

Die hier angegebenen Veranstaltungen sind nur eine Essenz hunderter, interessanter Veranstaltungen gemäß oben angebenem Fokus. Eine weit größere Auswahl von Veranstaltungen, bietet die Website WikiCFG. Dort können die Veranstaltungen nach Kategorien sortiert werden und werden regelmäßig von den Betreibern aktualisiert.

Nachtrag: Der Kalender kann ab jetzt im ics-Format heruntergeladen und in die eigene Kalender-Software importiert werden: robotik.ics. Die Datei ist jederzeit auf dem aktuellen Stand und synchron mit dem hier angezeigten Kalendar.

1
Das iCalendar-Format ist ein offener Standard zum Austausch von Kalenderdaten, der von den meisten Kalenderprogrammen problemlos importiert werden kann.

Adept Quattro: Fünf pro Sekunde

Arne am 03.11.2009 um 17:14 Uhr - zum Artikel

Kürzlich habe ich begeistert von ABBs Pancacke Picker geschrieben. Die dort gezeigte, beeindruckende Geschwindigkeit des Roboters wird nun von einem neuen Roboter von Adept mit atemberaubender Geschwindigkeit getoppt. Adept verspricht eine Cycle Time (also die Zeit eines Pick-and-Place-Vorgangs) von bis hinab zu 0,2 Sekunden und damit bis zu 300 aufgenommene und abgelegte Teile pro Minute … bis zu 5 Teile pro Sekunde:

Adept Quattro

Die Geschwindigkeit lässt sich besonders gut in den Szenen bei Minute 1:30 im Video sehen, die sich irgendwie vorgespult anfühlen.

Der Adept Quattro s650H erreicht die Geschwindigkeit nach Aussage von Adept, weil er ungleich aller seiner Konkurrenten vier statt drei Arme hat. Dadurch kann er natürlich größere Kräfte aufwenden und stärker beschleunigen. Der Greifer wird dadurch bis zu ~36 Stundenkilometer schnell. Maximal 6 Kilogramm kann der Adept Quattro durch die Gegend wuchten.

Mehr zum Adept Quattro.

Via BotJunkie.

Sum of all Thrills

Arne am 28.10.2009 um 14:46 Uhr - zum Artikel

Sum of all ThrillsSum of all Thrills

Disney hat seit diesem Monat eine neue Attraktion, sowas ähnliches wie ein Fahrgeschäft. Aber mit Robotern. Es nennt sich Sum of all Thrills (Die Summe aller Nervenkitzel) und steht im Walt Disney World Resort in Florida.

Das Prinzip ist bekannt, ein kräftiger Industrieroboter wirbelt zwei Personen auf Sitzen durch die Gegend. Die Bewegungen sind im Prinzip ähnlich der auf einer Achterbahn, durch die Bewegungsfreiheit der Roboter lassen sich allerdings weitaus wildere Bewegungen machen. Ein Beispiel:

Fahrt auf einem Industrieroboter

Auch Legoland hat soetwas seit einiger Zeit. Disney bettet dieses Prinzip jetzt aber in ein etwas größeres Ereignis ein und macht es besonders auf:

Sum of all ThrillsSum of all Thrills

Die vergnügungswilligen Passagiere haben während der Fahrt ein Display vor den Augen, das zu den Bewegungen des Roboters optisch eine Fahrt simuliert.

Toll und neu ist dabei auch das Bedienkonzept der Anlage, denn man darf sich selbst die Strecke zusammenbauen, die man mit dem Roboter fahren will. So kann man Schrauben, Loopings, Abfahrten, usw. … hintereinanderschalten und sogar pro Ab­schnitt Geschwindigkeit, Länge und Höhe der Bahn festlegen.

Aber nicht nur die Bahn kann konfiguriert werden, sondern es lässt sich außerdem entscheiden, mit welchem Gefährt man unterwegs sein will: Achterbahn, Bob oder Dü­sen­jet.

Wie die Auswahl aussieht und sogar für Kinder bedienbar sein soll, zeigt das folgende Video:

Freie Konfiguration der Strecke

Wichtiger Bestandteil des Systems ist natürlich ein Top-Simulator, der im Vorfeld der tatsächlichen Fahrt die frei wählbare Strecke am Industrieroboter simuliert und auf ihre Machbarkeit überprüft. Denn schließlich können bei jeder konfigurierten Strecke neue Bewegungen entstehen und bevor Menschen auf den Roboter gelassen werden, muss sichergestellt sein, dass der Roboter keine falschen Bewegungen ausführt. Denn diese Roboter sind unfassbar kräftig und dadurch mit Sicherheit zu Bewegungen fähig, die das Wohlbefinden der Passagiere weit überschreiten.

Technisch ist Sum of all Thrills übrigens ein KUKA RoboCoaster mit einem Hand­ha­bungs­ge­wicht von 430 Kilogramm.

Eine tolle Idee, wie ich finde. Hier macht man sich sämtliche Freiheitsgrade des Industrieroboters in Kombination mit Display und der Bedienführung zunutze, um dem Besucher seine eigene Achterbahnfahrt ganz nach seinem Wunsch zu ermöglichen. Ich muss zugeben, dass ich das auch gerne machen würde.

Via Planet Robotics.

ABB FANTA Can Challenge Volume 2

Arne am 12.10.2009 um 17:10 Uhr - zum Artikel

Vor einem guten halben Jahr habe ich hier im Blog Fanta Can Challenge (etwa Fantadosen-Herausforderung) des Industrieroboter-Herstellers ABB gezeigt. Damals mit zwei Robotern, die mit beeindruckender Geschwindigkeit kooperierten.

Jetzt legt ABB noch einen drauf: Wieder ist es ein Video, um ABB TrueMove und QuickMove zu bewerben, diesmal allerdings mit drei Robotern, immernoch unglaublich schnell und präzise, und sogar vor einem anständigen Hintergrund. Aus sechs Fantadosen wurden zwölf, aus zwei Robotern drei und aus der lustigen Schlangenbahn eine deutlich kompliziertere Bewegung für den obersten Roboter.

ABB FANTA Can Challenge Volume 2