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Ethik in der Robotik

Arne am 30.12.2008 um 19:30 Uhr

Seit Wochen geistern verstärkt Aussagen von Prof. Noel Sharkey, Professor für künstliche Intelligenz und Robotik an der Universität Sheffield, durch die Medien, es brauche eine breite Diskussion über Ethik in der Robotik (also für Roboter). Ausgangspunkt der Diskussion war ein Artikel von Sharkey im Guardian mit dem Titel Robot Wars are a Reality [1] (wohl in Anlehnung an sein früheres Engagement in der TV-Show Robot Wars) aus dem Jahr 2007.

Über den Sinn und Unsinn lässt sich streiten, interessant ist die Idee trotzdem, sie würde Robotern nämlich die Philosophie nahezu gänzlich erschließen. Philosophie besteht aus mehreren Grunddisziplinen, nach geläufiger Auffassung sind das Logik, Ethik, Epistemologie (Erkenntnistheorie) sowie Metaphysik/Ontologie. Logik und Epistemologie sind klassische Felder der Informatik und lassen sich daher gut auf Maschinen abbilden, und auch Ontologien sind mehr und mehr beherrschbar. [2]

Gelingt es nun, Robotern Ethik (also „das sittliche Verständnis“, Charakter und Moral) beizubringen, hat man Robotern beinahe das Philosophieren beigebracht und damit dem Menschen ein deutliches Stück näher. Abseits der technischen Machbarkeit, an der es heute noch in nahezu jeder Hinsicht krankt, ist das eine spannende Idee.

Eine Website, die sich ganz dieser Thematik verschrieben hat ist philosophyofrobotics.com (englisch).

1
Noel Sharkey (18 August, 2007): Robot Wars are a Reality, London: The Guardian.
2
Wenn auch nicht in der ganz klassisch-philosophischen Hinsicht. Siehe dazu die Entwicklung des informatischen Ontologiebegriffs: Ontologie (Informatik)#Geschichte, deutschsprachige Wikipedia

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