Autonome Robotik
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Roboterzoo in Portugal
von Arne am 16.08.2009 um 10:52 Uhr
Warum wusste ich davon bislang nichts? In Portugal, in Vila Franca de Xira, gibt es einen kleinen Roboterzoo mit 45 autonomen Robotern, zu unterscheiden in 14 verschiedene, größtenteils solarbetriebene, Roboterspezies. Der Zoo trägt den Namen Robotarium X.
We must start looking at robots as a novel species that is being born to share with us the planet and human society.
Leonel Moura, Designer des RoboterzoosDer Zoo ist ein ca. 20 Quadratmeter großes Gebilde in dem sonst recht normalen Zoo von Vila Franca de Xira. Der Designer Leonel Moura hat es erschaffen, um darin Roboter als neue Spezies zu zeigen. Alle Roboter wurden eigens für den Zoo erschaffen. Sie reichen von winzig und weitestgehend passiv bis hin zu neun größeren Robotern, die auf die Bewegung der umstehenden Besucher reagieren.
Hier ein Video:
Robotarium X – A Zoo for Artificial LifeAuf der Website des Schaffers, Leonel Moura, ist eine Liste der verschiedenen Roboter zu sehen.
Ich finde die Idee richtig cool. Denkt man an die verschiedenen Disziplinen der Robotik, ob Unterwasserroboter oder aktuelle Entwicklungen der Schwarmrobotik, lässt sich mit der Idee sicherlich noch mehr machen, als es auf den 20 Quadratmetern in Portugal geschieht. Die schwimmenden und fliegenden Roboterpinguine von Festo zum Beispiel drängen sich einen Roboterzoo-Designer ja förmlich auf.
Ob der Zoo in Portugal noch geöffnet hat?
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Roboter lernen kochen
von Arne am 14.08.2009 um 14:34 Uhr
Ein Roboterkoch. Foto: AFP/Yoshikazu TSUNONeben all den neuen Fähigkeiten, die Roboter dieser Tage lernen, scheinen sie sich auch zunehmend auf das Kochen zu verstehen. Oben im Bild ist ein Motoman-Roboter bei der Zubereitung von Omeletts (oder zumindest einer vergleichbaren japanischen Speise) zu sehen.
Während es sich bei der Abbildung noch um eine Demonstration im Rahmen einer Messe handelte, sind einige Japaner schon weiter.
Im Video sind zwei Roboter zu sehen, die in dem Restaurant für einen Kunden Ramen (eine japanische Nudelsuppe) zubereiten. Wenn es gerade nichts zu kochen gibt, vertreiben die Roboter sich und den Kunden die Zeit durch Schwertkämpfe (mit Küchenmesser und Topfdeckel) oder Jonglage von Tellern. Serviert wird allerdings nach wie vor von menschlichem Personal.
Roboterköche in einem japanischen RestaurantDass es ein mühsamer Prozess sein kann, den Robotern das Kochen beizubringen, der mit Programmieren nicht unbedingt etwas zu tun haben muss, zeigt das folgende putzige Video. Der Roboter lernt durch Demonstration, welche Schritte zu tun sind, um ein Omelett zuzubereiten:
Ein Roboter lernt kochenEine längere Version des Videos findet sich drüben bei den Robotik-Videos.
Ich hoffe, wir sehen bald auch in Deutschland solche Restaurants, wenngleich sie unsere gewohnten Restaurants bitte nicht verdrängen sollten. Ein Anfang ist in Nürnberg ja schon gemacht – beim Servieren: im s Baggers.
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[Linkdump] 11. August 2009
von Arne am 11.08.2009 um 11:03 Uhr
Robotische Links der vergangenen Tage:
BotJunkie: Dr. Ronald Arkin: Teaching Robots the Rules of War − Interview (engl.)
Telepolis: Die autonomen Kampfroboter kommen − Militärische Robotersysteme außerhalb aller internationaler Abkommen
ORF: Mechanische Ameisenstraße − Schwarm-Intelligenz nach Vorbild des Ameisenstaates
Welt: Roboter lässt Gelähmte wieder gehen − Der „Laufschrittmacher“ Lokomat
Wiener Zeitung: Mein Freund Roomba − Erste Begegnung mit dem Roomba 580
Welt: In Zukunft können Sie Ihr Auto getrost vergessen − Ein Plädoyer für den vollautomatisierten Verkehr
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Drohne tötet Taliban-Chef
von Arne am 08.08.2009 um 17:50 Uhr
Aktuell in den Nachrichten ist, dass der Taliban-Chef Baitullah Mehsud von einer US-amerikanischen Drohne getötet wurde. Noch ist die Autonomie der aktuellen Kriegsdrohnen auf das Fliegen an sich, also die Technik, beschränkt. Einzelne Modelle suchen aber schon jetzt selbstständig Angriffsziele. Bis Drohnen entsprechend weiterentwickelt werden, um diese dann auch eigen-initiativ anzugreifen, dauert es möglicherweise nicht mehr allzu lang.
Auch wenn es sich bei Drohnen nicht um klassische Roboter handelt, ist der Übergang fließend und damit jede Meldung zu Kriegsdrohnen auch eine Meldung zu Robotern im Krieg (oder zumindest den Weg dahin). Und das ist traurig! Ich mochte die Zeit irgendwie lieber, in der Roboter in den Medien ausschließlich dadurch auftauchten, dass sie aufrecht gehen gelernt haben, zum ersten Mal auf dem Mars herumdüsten [1] oder viele Tore beim Fußballspielen geschossen haben.
Meldungen über Militärroboter werden aber wohl weiter zunehmen. An ihrem Einsatz führt aus naheliegenden Gründen bei modernen Militärs kein Weg vorbei.
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- Es handelte sich erneut um eine Predator-Drohne, die schon einmal in den Medien von sich Reden machte.
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- Zugegeben, „herumdüsen“ ist hier vielleicht nicht ganz das richtige Wort, bedenkt man, dass die beiden Mars-Rover ungefähr einen Kilometer im Jahr fahren.
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Carnegie Mellon feiert 25 Jahre Field Robotics
von Arne am 07.08.2009 um 17:16 Uhr
Die Carnegie Mellon University hat eine Reihe fantastischer Videos der Feierlichkeiten anlässlich „25 Jahre Field Robotics“ — 25 Jahre Robotik in der realen Außenwelt — zur Verfügung gestellt. Dabei sind wirklich tolle Vorträge, die auf der Website anzusehen sind. Die Videos sind jeweils etwa eine gute halbe Stunde lang und wiegen 150-200 MB. Die Videos sind:
Brian Wilcox: Perspectives on Space Robotics — Robotik in der Raumfahrt
John Reid: Agricultural Robotics: Creating A Revolution — Roboter in der Landwirtschaft
Dana Yoerger: Discovery & Exploration of Deep Sea Hydrothermal Vents using an Autonomous Robot — Probleme und Techniken für Roboternavigation in der Tiefsee
Marc Raibert: BigDog: The Rough-Terrain Robot — Entwicklung der berühmten vierbeinigen Laufmaschine BigDog
Hugh Durrant-Whyte: Sun, Surf, & Automation: A Decade of Field Robotics in Australia — Robotik in der endlosen Weite Australiens
David Lavery: Case Studies in Space Robotics Development — Geschichten und Visionen der Raumfahrt-Robotik
Robin Murphy: Being There — Anforderungen an Rettungs-Roboter
David Akin: The Intersection of Humans and Robots
Sebastian Thrun: Robotic Cars: Are we done yet? — Entwicklungen des autonomen Fahrens und was noch zu tun ist
Äußerst sehenswert! Meine Favoriten sind bislang die unterhaltsamen Vorträge von Lavery und Thrun.
Via Plastic Pals.
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Kein Review: Robotics — State of the Art and Future Challanges
von Arne am 05.08.2009 um 16:17 Uhr
Das CoverEigentlich wollte ich zu dem Buch bereits seit einiger Zeit noch ein umfängliches Review schreiben, bin aber irgendwie bislang nicht dazu gekommen. Und bevor ich das immer weiter vor mich herschiebe und das Buch irgendwann veraltet und damit das Review unsinnig ist, will ich zumindest eine kurze Vorstellung und Empfehlung des Buches schreiben.
Das Buch, um das es geht, trägt den Titel „Robotics — State of the Art and Future Challanges“ und ist von einer ganzen Reihe von Robotik-Forschern [1] gemeinsam verfasst. Das spannende an dem Buch neben dem Inhalt ist die Situation, in der es entstanden ist. Das World Technology Evaluation Center (WTEC) hat eine Studie zum weltweiten Stand der Technik in der Robotik in Auftrag gegeben. Für diese Studie wurden namhafte US-amerikanische Wissenschaftler um die ganze Welt geschickt, um in Gruppen insgesamt 50 Institute in Japan, Südkorea, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien zu besichtigen. Die Ergebnisse werden in dem Buch zusammengefasst und mit dem Stand der Robotik in den USA verglichen.
Lesenswert ist das Buch neben dieser Entstehungsgeschichte und dem dementsprechenden breiten Fundament vor allem durch seine Struktur. Zu Beginn wird eine allgemeine Perspektive der Robotik gegeben und der Stand der Technik in den drei Regionen
USA
Japan und Südkorea
Europa
zusammengefasst. Der Großteil des Buches besteht jedoch aus den Kapiteln zu den verschiedenen Gebieten der Robotik. Diese sind:
Robotik in der Raumfahrt
Humanoide
Industrie- und Servicerobotik
Roboter für biologische und medizinische Anwendungen
Schwarmroboter
Jedes dieser Kapitel bietet auf ca. 20-30 Seiten eine Einführung und einen tollen Überblick über die jeweilige Disziplin der Robotik. Die Kapitel sind aufwendig und anschaulich bebildert, auch wenn die Bildqualität bisweilen etwas zu Wünschen übrig lässt.
Das Buch gibt einen tollen, anschaulichen Überblick über die Robotik und ist durch seine Struktur sehr verständlich. Das Buch hebt sich von anderen Büchern mit ähnlichem Fokus dadurch ab, dass es einen Eindruck vermittelt, wie sich die Kompetenz der Robotik in der Welt verteilt.
Robotics — State of the Art and Future Challanges, ISBN 978-1-84816-006-4, erschienen bei World Scientific Pub im September 2008. Bei Amazon als Hardcover erhältlich für 51,99 EUR: Robotics.
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- Geoge Bekey, Robert Ambrose, Vijay Kumar, David Lavery, Arthur Sanderson, Brian Wilcox, Junku Yuh und Yuan Zheng
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Freies Robotik-Buch
von Arne am 31.07.2009 um 01:20 Uhr
Buch: RobotikAus all den robotischen Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia habe ich ein Buch mit Inhalten zusammengestellt, die all jene interessieren könnten, die sich allgemein für Robotik interessieren. Von Grundlagen (Sensorik, Aktorik, maschinelles Lernen, …) über verschiedene Roboter (Aibo, ASIMO, ELIZA, …), Wettbewerbe (DARPA Challenge, European Land-Robot Trial, …) und Robotikunternehmen (ABB, KUKA, Evolution Robotics, …) bis hin zu Artikeln über Personen der Robotik (Thrun, Lowe, Asimov, …).
Da die Autoren der Wikipedia ihre Arbeit unentgeldlich erledigen, steht auch das Buch hier frei als PDF zur Verfügung. Das PDF umfasst 518 Seiten und enthält 216 ausgewählte Artikel der deutschsprachigen Wikipedia, von Action Description Language bis XM1216 Small Unmanned Ground Vehicle. Hier geht´s zum Download (PDF, 42 MB). [1]
Das Buch lässt sich auch für etwas Geld bei Pediapress bestellen, einem Unternehmen, das sich auf das Drucken dieser Bücher spezialisiert hat: Hier bestellen (als Herausgeber bitte botzeit.de angeben). In der gedruckten Form hat das Buch 774 Seiten und ist für 28,22 EUR + Versandkosten zu haben. Bezahlen kann man per Kreditkarte oder PayPal. Die Bücher werden in der Regel innerhalb von 2 Werktagen gedruckt und versendet. Die Laufzeiten der Post variieren zwischen 2 und 10 Werktagen abhängig vom Zielort, versendet werden die Bücher aus London. Ich verdiene an dem Buch nichts.
Sollten wichtige Artikel fehlen, freue ich mich über Vorschläge. Ich werde das Buch kontinuierlich verbessern, daher ist jede Anregung willkommen. Einfach in die Kommentare schreiben. Ich werde in nächster Zeit das Buch auch noch sinnhafter zu strukturieren versuchen. Inhaltliche Fehler oder Rechtschreibfehler können natürlich direkt in der deutschsprachigen Wikipedia korrigiert werden.
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- Das Buch steht wikipedia-typisch unter der freien GNU Free Documentation License zur Verfügung, mehr dazu im Anhang des Buches.
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[Review] Jacques Pitrat: Artificial Beings
von Arne am 29.07.2009 um 22:27 Uhr
Artificial BeingsDer Verlag Wiley hat mir vor einiger Zeit auf meinen Wunsch hin ein Review-Exemplar des Buches „Artificial Beings — The conscience of a conscious machine“ von Jacques Pitrat zugeschickt, das kürzlich erschienen ist. Das Buch befasst sich aus der Sicht des langjährigen KI-Wissenschaftlers [1] Pitrat mit Artificial Beings, Pitrats Bezeichnung von künstlich-intelligenten Maschinen in Abgrenzung zu Human Beings, den Menschen.
Jacques Pitrat ist ein französischer KI-Forscher, der über 20 Jahren am Centre national de la recherche scientifique an CAIA entwickelte, einem künstlichen Wissenschaftler, wie Pitrat ihn nennt. CAIA ist eine Maschine, die Probleme selbstständig und systematisch angehen und lösen soll.
Da Pitrat als Hauptentwickler von CAIA diesem System besonders nahe steht, baut er Begrifflichkeiten und Zusammenhänge und fast das komplette Buch rund um CAIA auf. Er versäumt dabei nicht, stets auch auf den allgemeinen Fall hinzuweisen, nutzt CAIA aber regelmäßig für Beispiele und um vorher geschriebenes anschaulich zu machen.
Das (englischsprachige) Buch ist mit grundlegenden Englischkenntnissen gut zu lesen. Besonders angenehm ist die präzise und vollständige Sprache von Pitrat, der jeden zentralen Begriff konkret einführt und damit den Leser nie im Unklaren lässt, was seine Formulierungen betrifft. Das ist insbesondere hilfreich, wenn es um die Unterscheidung zentraler Begriffe wie Conscience und Consciousness geht.
Das Buch beginnt bei grundlegenden Gedanken zu künstlicher Intelligenz und findet im Verlauf zu Konzepten wie Emotionen, Gewissen und Selbstbewusstsein von Maschinen, die Pitrat als essentiell für künstliche Intelligenz betrachtet.
Dabei geht Pitrat auch auf seine Entwicklungmethodik für den künstlichen Wissenschaftler CAIA ein, die er Bootstrapping Artificial Intelligence nennt. [2] Damit bezeichnet er seinen Entwicklungsprozess, bei dem er mit einer einfachen, wenig intelligenten KI startet, um in Zusammenarbeit mit dieser iterativ jeweils die nächst-bessere KI zu entwickeln − ein Prozess, den Pitrat über 20 Jahr durchführte. Einzelne Versionen von CAIA lebten dabei über einige Monate und entwickelten neue Ideen, die in die Entwicklung der neuen Versionen einflossen. Pitrat schreibt dazu, dass es seine Überzeugung ist, dass Menschen nur durch Bootstrapping mithilfe von künstlicher Intelligenz in der Lage sein werden, das komplexe Problem der Entwicklung einer künstlicher Intelligenz zu lösen. Der aufmerksame Leser wittert hier das sprichwörtliche Henne-Ei-Problem.
„Artificial Beings — The conscience of a conscious machine“ ist im März 2009 beim Wiley-Verlag erschienen, ISBN 978-1-84821-101-8. Bei Amazon als Hardcover erhältlich für 74,99 EUR: Artificial Beings. Das Buch ist durch seine klare Sprache und den verständlichen Erläuterungen von Fachbegriffe für jeden lesenswert, der in Robotik oder künstliche Intelligenz interessiert ist.
Website von CAIA - herunterladbar unter der GPLv3-Lizenz
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- KI: Künstliche Intelligenz
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- Bootstrapping bezeichnet in der Informatik einen Prozess, der aus einem einfachen System ein komplizierteres System aktiviert. [Wikipedia]