Robotik-Blog

Programmhinweis: Fabbing – Ich drucke mir meine Welt

Arne am 19.02.2010 um 10:22 Uhr - zum Artikel

Hier ein kurzer Programmhinweis: Die wunderbare Serie Elektrischer Reporter hat heute einen tollen Beitrag zum 3D-Drucken veröffentlicht: Fabbing – Ich drucke mir meine Welt.

Darin geht es weniger um die Technik des 3D-Druckens als Solche, sondern eher um die möglichen Auswirkungen, die diese Technik eines Tages haben könnte. Es wird außerdem der Makerbot gezeigt, sowie die kreative Community, die sich mittlerweile schon darum gebildet hat.

Ein empfehlenswerter Beitrag.

BeBionic: Neue realistische Handprothese

Arne am 18.02.2010 um 15:12 Uhr - zum Artikel

RSLSteeper, ein britisches Unternehmen für innovative Prothesen, hat eine unglaublich realistische Hand entwickelt. Die Hand heißt BeBionic und so sieht sie aus:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Roboterhand/Handprothese BeBionic

In einigen Aufnahmen im Video fühlt sich das Auge getäuscht, so nah sind Erscheinungsbild und Bewegung der Hand an ihrem menschlichen Vorbild.

Im Video ist zu sehen, wie mit der Hand ein Ei gegriffen wird, eine übliche Demonstration von Kraftregelung (Wikipedia). Ob diese Hand tatsächlich über eine Kraftregelung verfügt oder ob die Hand in der Demo einfach einen entsprechend vorprogrammierten Griff ausführt, ist nicht erkennbar. Die Website zur Hand gibt zur Zeit keine weiteren Informationen. Dort ist nur zu lesen More information coming soon… und es wird auf die offizielle Vorführung am 12. März in Leipzig verwiesen.

Die Hand wird jedoch als myo-elektrisch ausgewiesen, kann also durch elektrische Impulse vom menschlichen Gehirn gesteuert werden, eine tolle Sache für lebensnahe Prothesen. Die Hand soll dafür eine breite Palette von realistischen Bewegungen und Griffen verfügen, die der Träger der Prothese triggern kann. Unter Anderem wohl die Griffe und Bewegungen, die im Video demonstriert werden.

Hier noch ein weiteres Video der BeBionic-Hand.

Via Planet Robotics.

Gigantisches 3D-Display aus fliegenden Robotern

Arne am 17.02.2010 um 16:12 Uhr - zum Artikel

Okay, das ist so cool, das muss ich noch schnell aufschreiben: Das SENSEable City Laboratory des MIT hat die Idee, ein gigantisches dreidimensionales Display aus fliegenden Robotern aufzubauen.

Echte 3D-Displays haben das Problem, dass sie einzelne Pixel (bzw. das dreidimensionale Äquivalent Voxel) tatsächlich im dreidimensionalen Raum freischwebend erzeugen müssen. Dafür existieren Ansätze im Kleinen, das SENSEable City Laboratory in Zusammenarbeit mit dem ARES Lab (Aerospace Robotics and Embedded Systems Laboratory) will sich aber einfach tausende freischwebende und farblich leuchtende Mini-Helikopter schnappen und damit ein gigantisches 3D-Display im freien Raum erzeugen.

Wie die Helikopter aussehen und wie man sich das Display vorstellt, ist im folgenden Video zu sehen:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Flyfire, 3D-Display aus fliegenden Robotern

(Seit heute nachmittag ist das Video bei YouTube leider als privat gekennzeichnet. Ich versuche, eine andere Version zu finden.)

Ich möchte bitte in einigen Jahren die coolsten 3D-Filme gemütlich am Hang eines Berges liegend im Tal mit einem solchen Display sehen. Für den Anfang würd mir auch erstmal soetwas in groß und bunt zu passender Musik reichen.

Via Planet Robotics.

Fraunhofer öffnet die Care-O-bot-Plattform für die Forschung

Arne am 17.02.2010 um 12:34 Uhr - zum Artikel

Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) öffnet seine Roboterplattform Care-O-bot für die Forschung. Dafür wurde die Website http://www.care-o-bot-research.org/ aufgesetzt, auf der Dokumentationen und Open-Source-Software für die Plattform zur Verfügung gestellt werden.

Care-O-botCare-O-bot

Care-O-bot soll ein mobiler Roboterassistent zur aktiven Unterstützung des Menschen im täglichen Leben sein und wurde von den Fraunhofer Instituten entwickelt. (Notiz an mich selbst: Bei Gelegenheit einen Artikel zum Care-O-bot schreiben)

Die Aktion ist möglicherweise von Willow Garage inspiriert, die im Rahmen der Freigabe ihres Roboter-Betriebssystems ROS in der Version 1.0 auch zehn ihrer Roboter für die Forschung ausloben.

Dass die Plattform nun für die Forschung geöffnet ist, ist keine schlechte Sache. Care-O-bot ist mittlerweile in seiner dritten Version eine robuste und ausgereifte Plattform. Ist diese Plattform nun offen, kann sie theoretisch für viele Forschungsprojekte in der Servicerobotik genutzt werden. Die Sensorik und Aktorik des Care-O-bot kann sich auf jeden Fall sehen lassen und bietet Potential für eine breite Palette an Aufgaben.

Der Vorteil für die Forschung ist dabei, dass die Grundfunktionen, die Hardware und die Ansteuerung der Hardware bereits existieren. Die Projektarbeit kann sich daher auf die neuen Ideen und auf die tatsächlichen Forschung fokussieren, ohne sich um den Kleinkram kümmern zu müssen. Eine Idee, die zuletzt in größerem Stil im Rahmen der Deutschen Servicerobotik Initiative DESIRE (Wikipedia), verfolgt wurde; mit mäßigem Erfolg.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Care-O-bot in Zukunft in Forschungsprojekten genutzt werden wird. Den Preis des Roboters kenne ich nicht (hat da jemand Informationen zu?) und ob das Fraunhofer IPA den Roboter (leihweise?) für Projekte zur Verfügung stellt, weiß ich auch nicht.

Via Artificial Intelligence and Robotics.

Roboter sollen Piraten abwehren

Arne am 11.02.2010 um 17:09 Uhr - zum Artikel

Das russische Centre of Fire Robots Technology will seine Feuerwehr-Roboter für die Piratenabwehr auf hoher See nutzen. Die Roboter sind eigentlich für die Feuerabwehr an Bord des Schiffes gedacht. Sie sollen jetzt aber umgerüstet werden, um auch in die Gegenrichtung, in Richtung herannahender Piratenboote gerichtet werden zu können. Sechs dieser Roboter pro Schiffseite sollen ausreichen, um das Schiff zu sichern.

Feuerwehr-Roboter sollen Piraten abwehrenFeuerwehr-Roboter sollen Piraten abwehren

Das System wird dazu zusätzlich um eine Kamera-Überwachung ausgeweitet, um die Umgebung des Schiffes hinsichtlich bewegten Objekten zu überwachen. Die Roboter und die Überwachung werden von einem zentralen Computersystem koordiniert. Im Falle von auftauchenden Piraten können die Roboter bis zu 40 Liter Wasser pro Sekunde mit 8 Bar auf die herannahenden Boote feuern. Bis zu einer Reichweite von 70 Metern sollen sich damit die Piraten abwehren und kleinere Motorboote sogar versenken lassen.

Für die Reedereien ist das wahrscheinlich ein guter Deal, weil sie die Schiffe gleichzeitig gegen Feuer und Piraten schützen können (angenommen, das System taugt was) und zusätzlich die Schiffscrew aus der direkten Konfrontation mit den Piraten heraushalten können.

Via Planet Robotics.

[Linkdump] Ein-Mann-Senkrechtstarter und aufmerksame Bodenbeläge

Arne am 05.02.2010 um 13:10 Uhr - zum Artikel

So, bevor ich mich übers Wochenende verabschiede, noch ein paar Links, die sich hier angesammelt haben. Ein Ein-Mann-Senkrechtsrarter der NASA, Internet für Roboter, aufmerksame Bodenbeläge und mehr …

Ein-Mann-Senkrechtstarter
Die NASA hat Pläne für einen elektrisch betriebenen Ein-Mann-Senkrechtstarter namens Puffin (Papageitaucher). Beeindruckend sind die angegebenen Kennzahlen: Die Flughöhe ist – begrenzt durch den Akku – mit maximal 9100 Meter angegeben, die Reichweite mit 80 Kilometern bei beachtlichen 240 Stundenkilometern.
NASA entwickelt Ein-Mann-Senkrechtstarter
(heise online, Malte Kanter, 31. Januar 2010)

Schreitroboter
Forscher aus Göttingen haben einen sechsbeinigen Roboter entwickelt, der das Laufen lernen und automatisch an seine Umgebung anpassen soll. So soll er zum Beispiel lernen, bei Steigung langsamer und mit kleineren Schritten zu laufen als im offenen Geländer. „Die Forscher modellieren das Herzstück der Gangsteuerung, eine Art neuronalen Schaltkreis, nämlich mit den Mitteln der nichtlinearen Dynamik.“
Roboter-Nervensystem mit Chaos-Steuerung
(Telepolis, Matthias Gräbner, 24. Januar 2010)

Maschinelles Lernen
Die Eindhoven University of Technology hat in Kooperation mit sechs anderen europäischen Instituten ein europäisches Forschungsprojekt an Land gezogen, das ein World Wide Web for Robots entwickeln soll, das Robotern eine weltweite Wissensbasis zum Austausch von Erfahrungen und gelernten Aktionen bieten soll.
Robots worldwide will learn from each other (englisch)
(TU Eindhoven, 13. Januar 2010)

Assistenzsysteme
„Notruftechnik, die von selbst Hilfe holt, Bodenbeläge, die gefährliche Stürze erkennen und melden, oder Roboter, die das Frühstück ans Bett bringen – intelligente Assistenzsysteme bieten älteren Menschen die Chance auf ein sicheres Leben zu Hause.“ Forschung zu Assistenzsystemen im Dienste des älteren Menschen, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Forschungsministerium baut Förderung für Roboter-Assistenzsysteme aus
(MaschinenMarkt, Stéphane Itasse, 2. Februar 2010)

Humanoide Robotik
Nasa und General Motors haben einen humanoiden Roboter für den Einsatz im Weltraum entwickelt. „Er hat einen Torso und zwei Arme, […] sitzt auf einem festen Ständer. Laufen kann der R2 also nicht.“ Der Einsatz im Weltraum ist anhand der gerade erfolgten Absage einer weiteren bemannten Mondmission fraglich, General Motors will den R2 aber ohnehin auch in seinen Werkshallen einsetzen.
Robonaut 2 – Roboter für die Fabrik und das Weltall
(Golem, Werner Pluta, 5. Februar 2010)

Hinweise zu lesenswerten Artikeln nehme ich jederzeit gerne entgegen an botzeit@ohmpage.org

Luke Arm, eine beeindruckene Armprothese

Arne am 05.02.2010 um 12:06 Uhr - zum Artikel

Wer kühn davon träumt, dass eines fernen Tages die Technologie soweit fortgeschritten ist, dass Menschen mit fehlenden Gliedmaßen Prothesen erhalten, die ihnen vollständige Freiheit zurückgeben, der sollte sich ansehen, was der Mann in dem folgenden Video bereits jetzt mit seiner Armprothese Luke Arm des Segway-Erfinders Dean Kamen anstellt:

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Die Armprothese „Luke Arm“

Bedenkt man, dass es bereits Prothesen gibt, die dem Träger sogar in Einschränkungen Gefühl und Tastsinn wiedergeben können, klingen die Visionen angesichts dieser Bilder nicht mehr allzu kühn.

Via Planet Robotics.

Interview mit Noel Sharkey

Arne am 03.02.2010 um 17:30 Uhr - zum Artikel

Noel Sharkey hat silicon.com ein Interview zum Thema Robotik gegeben. In dem Interview kommen unterschiedliche Aspekte der Robotik zur Sprache. Natürlich die Ethik, für die sich Noel Sharkey schon länger besonders stark macht, aber auch Allgemeines zum Stand der Forschung und zur Verbeitung von Robotern. Außerdem zu ASIMO, Asimov und Science-Fiction.

Eine gute Gelegenheit jemanden locker über Robotik plaudern zu hören, der sich intensiv damit beschäftigt. Das Interview ist auf englisch und dauert gute zehn Minuten.

Your browser needs to support Flash contents to display this image. Interview mit Noel Sharkey

Gefunden via BotJunkie.